Ein paar Worte zu... Bettina Belitz - La Lobas Versprechen (Diamantkrieger-Saga #2)

Fantasy/Jugendbuch | Hardcover, 464 Seiten | cbj | Preis: 17,99€  | erschienen am 24. Oktober 2016 | ISBN: 9783570164259 | Hier bestellen: Thalia eBook *amazon

Worum geht es?

Sara kann ihr Glück kaum fassen, als Damir plötzlich in ihr Leben zurückkehrt, obwohl er doch eigentlich den Bund des Schwertes mit einer anderen eingegangen ist. Dass ihre Treffen zunächst geheim bleiben müssen, nimmt Sara in Kauf. Es ist La Loba, bei der sie sich auf eine Aufnahme in den Geheimbund der Diamantkrieger vorbereitet, die erkennt, dass hier etwas nicht stimmen kann. Sara wird auf eine schwere Probe gestellt: Welche Rolle kann und will Damir in Zukunft in ihrem Leben spielen? Und ist sie in der Lage, ihre dunkle Vergangenheit hinter sich zu lassen?

Wie hat es mir gefallen?

Wie immer vorab: Da es sich hierbei schon um den zweiten Band der Trilogie handelt, kann ich dir keine gänzlich spoilerfreie Besprechung garantieren. Und ich will dir ja keine Details vorwegnehmen, daher verweise ich dich freundlich auf meine Rezension zu Band 1 :-)
 
Bettina Belitz hat mich Mitte März 2016 ganz schön neugierig zurückgelassen, denn da erschien der erste Band zur Diamantkrieger Saga-Trilogie: Damirs Schwur. Ein paar Kritikpunkte hatte ich (hier geht es zur Rezension), überzeugt war ich aber restlos von Belitz' Schreibstil und die Aussicht auf die Folgebände war auch vielversprechend, sodass ich dem ersten Band wohlwollend noch eine mittlere Bewertung gegeben habe, eben mit der Erwartungshaltung, dass die kommenden Bände an Dynamik zunehmen würden. 
 
Gut ein halbes Jahr später hielt ich dann auch schon den zweiten Band in den Händen. Auch hier wieder ein großes Lob an die Covergestaltung, so muss doch mal ein ansprechendes Jugendbuch aussehen! Doch die schönste Verpackung der Welt bringt nicht viel, wenn der Inhalt hinkt. So war es leider für mich beim Lesen von La Lobas Versprechen
 
Die Geschichte beginnt gewohnt düster, Sara erfährt von Goldwasser mehr über ihre eigene Vergangenheit und auch über ihre Mutter. Nur so viel: eine rosige Kindheit sieht gewiss ganz anders aus. Daher hatte ich schon auf den ersten fünfzig Seiten erwartet, dass mich diese Erkenntnis emotional mehr mitnehmen würde, aber leider schwappten Saras Empfindungen so gar nicht auf mich über. Ich konnte ihre Bestürzung nicht wirklich ernst nehmen, da hätte ich mir persönlich einfach mehr Tiefe gewünscht. Eventuell hätte man hier auch einfach mehr Raum öffnen können, denn gleich im nächsten Moment kommt Goldwasser dann ja mit der einer weiteren Hiobsbotschaft um die Ecke: er will sein Amt bei Sara niederlegen und verweigert ihr einen Auftrag. Dass seitens Sara dann die Fronten vollkommen verhärten, konnte ich ja noch ein Stück weit nachvollziehen, aber auch im weiteren Verlauf der Geschichte entwickelt sich diese Hauptfigur, ja eigentlich Schlüsselfigur, kaum merklich. 

Und das ist es, was man sich von einem Mittelband doch erwartet: eine Figur wächst mit ihren Aufgaben und davon hat La Loba ja so einige für Sara - deshalb auch der Untertitel. Vielleicht hatte ich aber auch einfach gänzlich andere Erwartungen, denn ich dachte, dass der zweite Band sehr viel aktionsreicher wäre, so im Sinne von einer kleineren Schlacht. Tatsächlich geht es aber bei der Diamantkrieger Saga ganz offensichtlich um Schlachten, die man tagtäglich selbst mit sich austrägt - oder habe ich dies falsch verstanden?
 
Sara begibt sich jedenfalls in die La Lobas Schule und wird ausgebildet, nur dass diese Ausbildung viel mehr im geistigen Sinne stattfindet. Sara soll ihre Wahrnehmung für sich selbst ändern und nicht nur eine, sondern viele Selbstoptimierungen vornehmen, um zu der Sara zu werden, die sie eigentlich tief in ihrem Inneren ist. Sara hingegen, auf dem höchsten Punkt der Pubertät angekommen (so schien es mir), fährt ihre eigenen Mauern, die dem Leser bereits aus dem ersten Band bekannt sind, so dermaßen hoch, dass hier kaum eine Weiterentwicklung stattfinden kann. So las sich auch gut die Hälfte des Buches für mich einfach langweilig. Handlungstechnisch erwartet den Leser hier nicht viel, stattdessen folgt Dialog um Dialog, oder auch Monolog um Monolog. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, in dem so viel geredet wird. Ob nun Sara mit La Loba, oder Sara mit sich selbst. Und all diese Fragezeichen, ... puh!
 
Das ganze wird durch die Autorin so weit ausgereizt, dass ich irgendwann gar keine Lust mehr hatte, der Geschichte zu folgen, denn Saras Gedanken kreisen vor allem immer nur um einen Menschen: Damir. Ich mag es in der derweiligen Jugendliteratur einfach nicht, wenn weibliche Protagonisten sich so von einer männlichen Figur abhängig machen. Jede Handlung die Sara vollzieht, macht sie nur, weil sie sich etwas von Damir erhofft. Sie kommt gar nicht aus diesem Denkmuster heraus und das war mir auf Dauer als Leserin einfach zu anstrengend, auch wenn diese Abhängigkeit durch die Autorin gewollt ist. Sie erklärt sich dann in der Auflösung. Für mich waren diesen Passagen aber mit purer Langatmigkeit verbunden.
 
Für den eigentlichen Twist (auf den kam ich als Leserin übrigens sehr schnell und auch die vielen Enthüllungen gaben mir nichts) entwickelt sich Sara dann doch noch innerhalb weniger Seiten weiter, aber eigentlich hätte diese Entwicklung schon viel länger angebahnt werden müssen, um wirklich authentisch zu wirken. Ich war jedenfalls nicht sehr überzeugt davon, dass Sara bereits eine vollwertige Kriegerin ist, die für den ein oder anderen (inneren) Kampf gewappnet ist und mit eingeübten Skills überrascht. Aber es musste nun so sein, sonst würde der Plot ja auch nicht aufgehen, schien mir. Das Buch erreicht trotzdessen an dieser Stelle auch nochmal so etwas wie einen Spannungsbogen, hier hatte ich dann auch wieder Freude am Lesen, selbst wenn das große "Finale" eben ruhig ist und nur in Gedanken vollzogen wird. Krasse Kämpfe mit klirrenden Schwertern kann man hier nicht erwarten, alles findet nur im Kopf statt. It's all in your head! 
 
Der Mittelband dieser Saga endet dann mit einem brutalen Cliffhanger, der von seiner Gewaltsamkeit her wieder stark an den ersten Band Damirs Schwur erinnert und in mir schon das Gefühl auslöste, weiterlesen zu wollen. Dies hat nun zur Folge, dass ich nicht wirklich weiß, ob ich die Trilogie nun auch tatsächlich beenden will. Einerseits überwogen in La Lobas Versprechen vor allem die langatmigen Gespräche, viel BlaBla um Nichts, andererseits schaffte es Bettina Belitz dann zum Ende hin doch noch das Steuer rumzureißen und ich konnte viele Entscheidungen sehr viel besser nachvollziehen und fand auch die Idee des Inneren Kampfes gar nicht mal so schlecht. Ich könnte es für den dritten Band aber echt nicht über mich bringen, wenn da schon wieder so viel Vorgeplänkel stattfindet. Da müsste es nun Seite um Seite knallen und feuerwerken. Am Schreibstil habe ich weiterhin nichts auszusetzen, der war, mal abgesehen von den vielen Fragen, wieder makellos.
 
Die Diamantkrieger Saga hat ihr Für und Wider, die Erwartungen die ich an den zweiten Band La Lobas Versprechen hatte, wurde nur zum Teil erfüllt. Ob ich weiterlesen werden, muss ich mir wirklich stark überlegen, wobei ich halbfertige Dinge eigentlich nur ungern liegen lasse. Wahrscheinlich werde ich das Cover zum Buch sehen (wird es wohl grün sein?) und dann sowieso danach greifen, allerdings mit einem hohen Anteil von Skepsis. Ich habe 3 von 5 Sternen vergeben. 

Lieblinks

Hier findet ihr das Buch auch nochmal auf der Verlagswebsite. Und hier verlinke ich euch die offizielle Website der Autorin Bettina Belitz. Mittlerweile ist diese auch sehr auf Instagram aktiv, also auch gerne mal dort vorbeischauen!

Ein riesiges Dankeschön auch an das Team von cbj für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars - ihr seid spitze!



 Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Tag :-)

Kommentare

  1. Liebe Patrizia

    Ich habe - damit ich nicht gespoilert werde - nur ganz schnell quergelesen und bin dann sofort zu deinem Fazit gesprungen, das ja eher gemischt ausfällt. Nun bin ich mir unsicher. Die Autorin habe ich mir aber vorgemerkt, da ich definitiv einmal ein Buch von ihr lesen will.

    Einen schönen Sonntag dir
    Livia

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    1. Hallöchen meine Liebe :)

      Ich habe gelesen, dass "Splitterherz" ganz gut sein soll, das liegt auch noch auf meinem SuB. Am Schreibstil ist nichts auszusetzen, das passt schon, nur die Inhalte ... naja. Vielleicht ist es in anderen Büchern besser :)

      Viele liebe Grüße an dich,
      Patrizia :)

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