Ein paar Worte zu... Renee Knight - Deadline


Einen wunderschönen guten Abend, ihr Lieben! 
Ich habe diesen Monat endlich mal ein Buch beendet, herrgottszeiten! Es ist ja nicht so, als würde der neue Monat nicht schon in sieben Tagen beginnen, aber irgendwie hinkt es im August ganz schön mit der Lesezeit. Das liegt vor allem daran, dass ich so viel mit dieser Referendariatskiste zutun habe - Erwachsenenkrams, ich will euch damit nicht langweilen. Dennoch: Auf Renee's Knights Deadline aus dem Goldmann-Verlag habe ich mich trotzdem sehr gefreut, vielen lieben Dank an dieser Stelle auch an das Bloggerportal für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars. Denn der Klappentext klang wirklich vielversprechend. 
So schockierend und spannend, dass es einem den Atem nimmt.
Diesen einen Tag vor zwanzig Jahren wird Catherine nie vergessen. Was damals geschah, sollte für immer ein Geheimnis bleiben, bis zum Ende ihres Lebens. Doch dann hält sie plötzlich diesen Roman in den Händen, in dem ihre geheime Geschichte bis ins Detail erzählt wird. Bestürzt blättert sie eine Seite nach der anderen um. Wer kann so genau von den damaligen Ereignissen wissen, und was will der mysteriöse Verfasser des Buches von ihr? Als sie die letzte Seite aufschlägt, findet sie die grausame Antwort: Die Geschichte endet mit ihrem gewaltsamen Tod. Catherine gerät in Panik – und das ist genau das, was Stephen Brigstocke gewollt hat. Er kennt Catherine nicht, aber er weiß von ihrem Geheimnis. Und er hat sich geschworen – sie soll büßen für das, was sie getan hat, bis zu ihrem letzten Atemzug …
Auf dem sehr erhabenden Cover (toll für diejenigen, die es gerne haptisch mögen!) steht ja Psychologischer Spannungsroman und auch der Klappentext deutet für mich eigentlich darauf hin, dass der Angstschweiß vorprogrammiert sein muss - immerhin zählen viele Buchgeschäfte Deadline auch als Tipp des Monats. Leider muss ich sagen, dass mich die Geschichte als solche so gar nicht überzeugen konnte. 

Die Geschichte wird aus Sicht einer dritten Person erzählt, welche fortwährend dann immer neue Blickwinkel anderer Personen einnimmt. Wir beginnen mit Catherine und werden in dem Moment in die Geschichte entlassen, als sie dieses Buch in den Händen hält, welches über ein Ereignis erzählt, was vor etwa zwanzig Jahren geschehen ist. Nur erscheint dies schon fast unmöglich, denn eigentlich weiß niemand über das, was Catherine getan hat oder was ihr widerfahren ist. Und auch die Leser wissen nur darüber, dass ETWAS geschehen ist, aber nicht was genau. Dies klärt sich erst so nach und nach im Roman auf, auch unter Einbeziehung der verschiedenen Perspektiven. 

Diese verschiedenen Perspektiven machten es mir aber zu Beginn des Buches ganz schön schwer, in die Geschichte reinzukommen und mich angemessen zu verorten. Hier gilt vor allem achtsames Lesen, insbesondere die Überschriften. Denn es werden nicht nur verschiedene Perspektiven eingenommen, nein, wir haben es auch noch mit Zeitsprüngen zutun. Sommer 1993, Sommer 2013, Frühsommer 2013, Spätsommer 2013 ... Manchmal musste ich inne halten und mich fragen:"In welchem Jahr befinde ich mich jetzt und aus wessen Perspektive lese ich?!" Das empfand ich mitunter schon ganz schön anstrengend, weil es den Lesefluss als solchen, der ja für einen Thriller (oder wie sie es hier nennen: Spannungsroman) ungeheuer wichtig ist, gestört hat. 

Auch lebt ein Spannungsroman von eben diesen Spannungen und die kamen bei mir leider so gar nicht auf. Ich hatte nicht das Gefühl einen waschechten Pageturner in den Händen zu halten, weil es mir auch eindeutig an Psychospielchen unter den jeweiligen Figuren, aber auch an Psychospielchen mit der Leserschaft gefehlt hat - warum scheuen sich denn so viele neue Thriller-Autoren vor der wahren Irreführung? Ich meine zwar, dass die Autorin zumindest versucht hat, mit diesem Stilmittel zu spielen, aber das ist ihr meiner Meinung nach nur kaum gelungen. Stattdessen wurden viele Thriller-Szenarien, quasi Basis-Steine, mit eingeflochten: zum Beispiel eben, dass eine Frau darüber erfährt, wann sie wo wie sterben wird - das ist nicht neu, aber durchaus ein Punkt, den man besser hätte ausbauen können, denn wo hatte Catherine denn mal so richtig Dreck am Stecken? Dann geht es auch thematisch ein Stück weit um vereinsamte Männer, verkappte Existenzen, um den Verdacht der Pädophilie (das hat mich auch SEHR irritiert), um Strategien der Opfer-Einschüchterung; aber es wird nie dieser Punkt erreicht, wo sich der Leser denkt: AHA! oder aber Ach was, darüber hatte ich bisher noch gar nicht nachgedacht - dramatische Überraschungen? Fehlanzeige, leider. Vor allem konnte ich aber auch viele Beweggründe der einzelnen Figuren wenig nachvollziehen. Gerade Catherine und ihr ganzes Sein war für mich sehr befremdlich. Auch hier wird zwar am Ende ein wenig Aufklärungsarbeit betrieben, aber dieser Plot-Twist hat mich nicht überzeugt. Die Geschichte lässt sich gut weglesen, aber es gab auch viele Beschreibungen aus Catherine's Sicht, die mich wirklich den Kopf schütteln ließen, weil sie so ekelerregend und einfach unpassend geschrieben sind. Ekel ist ja an sich nichts schlechtes, aber es hat nicht zum üblichen Jargon der Autorin gepasst.

Letztlich geht es darum, zumindest ist das die Message, die ich aus der Geschichte für mich ziehe, genau hinzusehen. Nichts ist so, wie es auf dem ersten Blick scheint. Fotografie spielt hier auch eine übergeordnete Rolle, das war definitiv ein Pluspunkt, auch in Ansätzen gut überlegt. Das genaue Hinsehen erinnert ein wenig an Girl on The Train, nur dass Girl On The Train von Paula Hawkins hier eindeutig besser abschneidet, was das anbelangt. 

Auch finde ich, dass weder englischer Titel (Disclaimer) noch deutscher Titel angemessen für die Geschichte sind. Deadline noch viel weniger als Disclaimer, das erfährt man aber erst gen Ende der Geschichte. Eine Deadline gibt es hier für mich nicht, es gibt keinen Stichtag, es gibt maximal irgendeinen Tag im Herbst, an dem die Wahrheit an's Licht kommt. Aber das hat mit Deadline meiner Meinung nach nur sehr wenig zutun, was mich auch ein bisschen traurig stimmt. 

Insgesamt habe ich mir sehr viel mehr von der Geschichte erhofft, vor allem weil sie bestimmt auch das nötige Potenzial gehabt hätte, der Klappentext verspricht leider etwas vollkommen anderes. Leider ist Deadline von Renee Knight auch kein Must Read für mich. Wer Psychologie, Spannung, und Angstschweiß sucht, wird hier meiner Meinung nach nur wenig zufrieden gestellt zurückgelassen und stattdessen mit sehr viel Verwirrung und Irrung konfrontiert. Leider kann ich aus diesen Gründen nicht mehr als 2 Sterne für die Geschichte vergeben. 

Hier findet ihr das Buch nochmal auf der Verlagsseite. Außerdem verlinke ich euch hier nochmal ein Interview mit der Autoren Renee Knight

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche, ihr Lieben! Wir lesen uns hier am Mittwoch wieder. 

Kommentare

  1. Das Buch lese ich gerade, daher habe ich nur kurz überflogen. Bin gerade auf den ersten 30 Seiten und bis jetzt hat es mich noch nicht gepackt. Mal gucken.

    Herzliche Grüße

    Lenchen vom Testereiwahnsinn

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    1. Hallo liebes Lenchen :)

      Ich hoffe, dass wenigstens du von der Geschichte gepackt wirst.

      Ganz lieben Dank für deinen Kommentar und viele liebe Grüße an dich,
      Patrizia :)

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  2. Hallo

    Auweia. Das hört sich gar nicht gut an. Ich habe das Buch auch und möchte die Tage damit anfangen. Bin gespannt.
    Eine gute Rezi und ein toller Blog, dem ich ab jetzt gerne folge.

    Liebe Grüße, Gisela

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    1. Hallo liebe Gisela :)

      Ich hoffe, dich kann die Geschichte mehr packen :/

      Viele liebe Grüße und dankedankedanke für's Blog verfolgen :) Das freut mich sehr!

      Patrizia <3

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