Gemeinsam lesen #122: Dan Brown - Origin

 Hallo, ihr Lieben!
Heute zum 122. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil. Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen!


Und nun zu den Fragen für diese Woche:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lasse mir gerade mal wieder vorlesen und höre Origin von Dan Brown. Aktuell bin ich nicht mehr im fünften, sondern schon im 12. Kapitel. 

Darum geht's: 
Die Wege zur Erlösung sind zahlreich. Verzeihen ist nicht der einzige. Als der Milliardär und Zukunftsforscher Edmond Kirsch drei der bedeutendsten Religionsvertreter der Welt um ein Treffen bittet, sind die Kirchenmänner zunächst skeptisch. Was will ihnen der bekennende Atheist mitteilen? Was verbirgt sich hinter seiner „bahnbrechenden Entdeckung“, das Relevanz für Millionen Gläubige auf diesem Planeten haben könnte? Nachdem die Geistlichen Kirschs Präsentation gesehen haben, verwandelt sich ihre Skepsis in blankes Entsetzen. Die Furcht vor Kirschs Entdeckung ist begründet. Und sie ruft Gegner auf den Plan, denen jedes Mittel recht ist, ihre Bekanntmachung zu verhindern. Doch es gibt jemanden, der unter Einsatz des eigenen Lebens bereit ist, das Geheimnis zu lüften und der Welt die Augen zu öffnen: Robert Langdon, Symbolforscher aus Harvard, Lehrer Edmond Kirschs und stets im Zentrum der größten Verschwörungen.
 
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Schön, dass er geblieben ist."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Ich weiß gar nicht, warum ich die Bücher von Dan Brown nach Sakrileg nicht mehr verfolgt habe? Illuminati habe ich damals mit 13 oder 14 gelesen, Sakrileg muss ziemlich schnell danach gefolgt sein, auch Meteor zog noch ein, angerührt wurde es jedoch nicht mehr. Bei meinem Umzug nach Erfurt im Jahr 2010 habe ich massig Bücher aussortiert - unter anderem auch die von Dan Brown. Bei meiner weekly vlog-Rundschau auf YouTube bin ich dann bei Consider Cologne doch wieder in Dan Brown-Ekstase verfallen, die zwei Mädels haben nämlich einen 2-Tages-Trip nach Barcelona gemacht und sich die Buchorte zu Origin näher angeschaut. Ich hatte noch ein audible-Guthaben übrig und nun ist Origin mein neuer Ohrenschmaus. Leider bin ich noch nicht so weit vorangeschritten, aber das wird sich sicherlich in den nächsten Tagen noch ergeben. Gewöhnungsbedürftig finde ich leider den Sprecher Wolfgang Pampel, auch wenn er sich wirklich alle Mühe gibt. In 200 Kapiteln bin ich hoffentlich mit ihm warm geworden. Nichtsdestotrotz verspricht das bisher Gehörte eine interessante Geschichte und ich bin äußerst gespannt, was es denn nun mit dieser ominösen Bekanntmachung auf sich hat!
 
4. Von welchem Autor/in, von dem lange nichts mehr erschienen ist, wünscht du dir ein neues Buch?
Also ich persönlich finde ja, dass Benedict Wells ruhig mal wieder einen Roman veröffentlichen könnte. 2016 ist in meiner Welt schon viel zu lange her, haha!

 Von welchem Autor wünschst du dir ein neues Buch? Und überdies: was lest ihr in dieser Woche? Schreibt es mir in die Kommentare! :-)

Ich wünsche euch einen superguten Tag! 


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Gemeinsam lesen #121: iO Tillett Wright - Darling Days

 Hallo, ihr Lieben!
Heute zum 121. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil. Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen!


Und nun zu den Fragen für diese Woche:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade Darling Days von iO Tillett Wright und bin aktuell auf Seite 141. 

Darum geht's: 
Als eine Gruppe Jungs im Central Park die sechsjährige iO ausgrenzen, ist die Entscheidung gefallen: iO ist jetzt ein Junge. Die Mutter unterstützt den Schritt, schließlich leben die beiden in einem Brownstone, in dem Anderssein gelebt wird, in dem ungarische Filmemacher, alt gewordene Pornostars und Künstler zusammen mit all den anderen Freaks die Gegenkultur feiern. Für iO beginnt ein Leben zwischen den Geschlechtern, befreit von starren Kategorien, am Rande des Chaos und an der Seite einer Mutter, deren Fürsorge außer Kontrolle gerät …
 
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Der zappelige Italiener von der Hausverwaltung hatte recht."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Dieses Buch lief mir rein zufällig über den Weg, als ich vergangenen Freitag kurz vor meinem Yoga-Kurs nochmal in der Buchhandlung Richters reinschaute, um natüüürlich nur zu gucken. Erst kürzlich hatte ich mir eine Reportage über Geschlechteridentität bei Kindern und Jugendlichen angesehen. Vielleicht bin ich deshalb an dem Buch hängengeblieben, und auch weil es sich hierbei um einen Tatsachen-Bericht handelt. Bisher ist die Geschichte interessant erzählt, wobei man schon sagen muss, dass die ersten hundert Seiten sehr ausladend beschreibend daher kommen. Es geht viel um das soziale Milieau, in dem iO aufwächst. Vorteil hierbei ist, dass man so schon ein ziemlich genaues Bild des Amerikas der 80er und 90er Jahre vor die Augen gesetzt bekommt, vor allem was die Brownstones angeht. Ich bin gespannt, wohin sich die Geschichte noch entwickelt und ob ich euch dann eine Leseempfehlung aussprechen kann.
 
4. Rezensierst du jedes Buch? Oder nur Rezensionsexemplare oder Bücher, die du unbedingt mit anderen teilen möchtest?
Himmelherrje, nein. Ich rezensiere schon lange nicht mehr jedes gelesene Buch. Den Anspruch hatte ich mal vor vier Jahren, mittlerweile bin ich da alleine schon vom zeitlichen Aspekt von abgekommen. Meine Besprechungen umfassen so viele Gedanken, die nicht auf 200 Wörter zu kürzen sind (wobei mich diese "Besprechungen" sowieso immer skeptisch stimmen). Dementsprechend lange sitze ich dann auch an einem Beitrag. Nicht auszudenken, ich würde das für alle durchschnittlichen Bücher so machen. Ich sortiere da mittlerweile relativ hart aus. Rezensionsexemplare sind da zum Beispiel für mich eine Selbstverständlichkeit, wobei ich mich auch hier in den vergangenen Monaten fast schon ein bisschen befreit habe, weil ich kaum noch Bücher anfrage und schon vorher kaum angefragt habe. Ich persönlich mag eben den Gang in die Buchhandlung und anschließend mein Buchtütchen mit nach Hause tragen. Wenn ein ReziEx dann aber doch mal einzieht, weil ich es selbst angefragt habe, so wird es rezensiert, egal wie gut oder schlecht ich es fand. Unangefragt zugesandte Leseexemplare haben keine hohe Priorität. 3 Sterne-Bücher bespreche ich wenig, weil sie eben den Durchschnitt repräsentieren. Da fallen mir meist wenig neue Floskeln ein, die 08/15 schön reden. Dann lieber Bücher die polarisieren, das neue Buch eines Lieblingsautors oder eben Bücher, die so stark beworben sind, inhaltlich aber grottig oder genau umgekehrt. Gerne räume ich auch mit meinen eigenen Vorurteilen auf, so geschehen bei Beautiful Liars ;-) 

 Wenn ihr rezensiert, wie haltet ihr es denn mit den Buchbesprechungen? Und überdies: was lest ihr in dieser Woche? Schreibt es mir in die Kommentare! :-)

Ich wünsche euch einen superguten Tag! 


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Ein paar Worte zu... Robert Kirkman: The Walking Dead - Gute alte Zeit (#1-6)

 Robert Kirkman The Walking Dead - Gute alte Zeit
Comic | Softcover, 144 Seiten | Cross Cult | Preis: 8,99€  | 26. Mai 2016 | ISBN: 9783959812160 | Direkt bei Cross Cult bestellen


Worum geht es?

Wie viele Stunden hat ein Tag, wenn man nicht die Hälfte davon vor dem Fernseher verbringt? Wie lange ist es her, dass wir uns WIRKLICH anstrengen mussten, um etwas zu bekommen, das wir wollten? Wie lange ist es her, dass wir etwas WOLLTEN, das wir wirklich BRAUCHTEN? Die Welt, die wir kannten, ist Vergangenheit. Die Welt des Kommerzes und der Dekadenz ist einer Welt der Verantwortung und des Überlebens gewichen. Eine Epidemie apokalyptischen Ausmaßes lässt rund um den Globus die Toten auferstehen, die sich an den Lebenden schadlos halten. Nach ein paar Wochen ist die Gesellschaft am Ende. Es gibt keine Regierung mehr. Keinen Supermarkt. Kein Internet. Kein Kabelfernsehen. In einer Welt, die von den Toten regiert wird, sind wir gezwungen, endlich unser Leben selbst in die Hand zu nehmen. 

Als der Cop Rick Grimes aus dem Koma erwacht, ist nichts mehr wie es war. Zombies bevölkern Nordamerika, vielleicht sogar die ganze Welt. Ursache: unbekannt. Das komplette wirtschaftliche und soziale Netz ist zusammengebrochen. Wer nicht zum lebenden Toten mutierte, befindet sich auf der Flucht. Die Großstädte sind völlig in der Hand der schleichenden, hungrigen Untoten. Nur auf dem Land ist es noch einigermaßen sicher. 'The Walking Dead' schildert die Odyssee Grimes durch ein völlig verändertes Amerika. Im ersten Band macht er sich auf die Suche nach Überlebenden - und findet etwas, das zu finden er nicht zu hoffen wagte.

Wie hat es mir gefallen?

Das Semester meiner Masterarbeit habe ich weniger damit zugebracht, auch tatsächlich an dieser zu schreiben, vielmehr wurde ich durch eine Kommilitonin auf die Serie The Walking Dead aufmerksam gemacht. Für Horror hatte ich schon immer sehr viel übrig. Ich kann mir selbst nicht erklären, warum dies so ist, aber wahrscheinlich geht das eng mit meiner Vorliebe zu Thrillern einher - den fiktiven Personen dabei "zuzusehen", wie sie an ihr Äußerstes gehen. Das Abgründige übt schon, das kann ich nicht leugnen, eine Faszination auf mich aus. So verhielt sich dies dann auch mit der auf einem Comic basierten Serie The Walking Dead, sodass ich in sehr kurzer Zeit die bis dahin veröffentlichten Staffeln wegsuchtete und auch jetzt im Oktober der Erstausstrahlung der mittlerweile 8. Staffel entgegen fieberte. Etwa zeitgleich entschied ich dann, mir den gleichnamigen Comic von Robert Kirkman vorzuknöpfen, einfach um mal den Vergleich zwischen dem Original und der TV-Serie zu haben. 

Mittlerweile ist die Comic-Reihe in sämtlichen Sammel-Ausgaben, also Hardcover, Softcover, Romanerzählung und nun auch als Groß-Sammelband unter dem Namen Kompendium zu haben. Mit Letzterem liebäugelte ich besonders, denn für 50€ gibt es 8 Sammel-Ausgaben in einem Band zusammengefasst (also insgesamt 48 Comic-Folgen), was in Anbetracht der Hardcover und Softcover-Preise schon ein Ersparnis ist, wenn man außerdem die Überlegungen anstellt, sich die Comic-Reihe einzeln zuzulegen. Letztlich habe ich mich dann aber erstmal gegen die Kompendium-Ausgabe entschieden und zur Softcover-Variante gegriffen, denn es könnte ja auch sein, dass mir der Comic als solches nicht gefällt. 
The Walking Dead - Gute alte Zeit, Softcover-Ausgabe, S. 11
Positiv empfand ich sogleich die einleitenden Worte Kirkmans und seine Beweggründe The Walking Dead zu kreiieren. Er schreibt: 

Was uns gute Zombiefilme zeigen ist doch, wie kaputt wir doch eigentlich sind. Sie bringen uns dazu, unseren Platz in der Gesellschaft zu hinterfragen, ebenso wie die Gesellschaft selbst. (...) Mit The Walking Dead will ich herausfinden, wie Menschen mit Extremsituationen umgehen und wie sie sich verändern. (...) Wenn Sie also irgendetwas erschreckt, dann ist das wunderbar, aber dies ist keine Horrorgeschichte. (...) Die Frage, wie sie [die Figuren] an einer gewissen Stelle angelangen, ist viel wichtiger als die Tatsache, dass sie dort angelangen. (...) Sinn und Zweck dieser Geschichte besteht eher darin zu sehen, wie Rick überlebt, als darin, dass plötzlich ein Zombie um die Ecke kommt und Ihnen einen Schrecken einjagt.  S. 4-5

Dieses Zitat komplettiert eigentlich meine Standardantwort auf die Frage, wie ich mir so etwas denn geben könne, bei diesen ganzen grauenhaften Zombies: Es geht nicht um die Zombies. Zumindest nicht primär. Letztlich sind sie nur ein Platzhalter für etwas, was unser Verstand vielleicht nicht greifen kann. Dies bedeutet aber nicht, dass ich schon so abgestumpft bin, dass mich die Szenen nicht erschrecken oder anekeln würden. Ganz im Gegenteil. 

Der Comic beginnt mit einem einseitigen Rückblick, verteilt auf 6 Panels. Der Polizist Rick und sein Kollege werden auf einer Art Highway gezeigt, im Feuergefecht mit einem ehemaligen Gefängnis-Insassen, der aufgrund der sich ausbreitenden Epidemie die Flucht ergriffen hat. Es kommt wie es kommen muss und Rick wird von einer Kugel getroffen und in ein Krankenhaus gebracht. Als er dort nach einiger Zeit aus dem Koma erwacht und sich aufmacht seine Familie zu finden, ist die Welt bereits nicht mehr so, wie er sie kannte. Diese ersten Szenen im Comic überzeugen vor allem durch eine dichte Atmosphäre,  die nicht zuletzt auch dem Illustrator Tony Moore zuzuschreiben ist. Die Zeichnungen sind so einfach gehalten wie möglich und so detailliert wie nötig. Es bedarf nicht viel Text, um zu erklären, was generell gerade vor sich geht, oder wie sich Rick und später auch weitere Personen fühlen. 

Neben den atmosphärischen Zeichnungen sind die Dialoge im Comic treffend formuliert und bestätigen Kirkmans Vorhaben, keinen Zombie-Comic der Zombies Willen zu erschaffen, sondern Szenarien zu erdenken, die Menschen an ihr Äußerstes bringen. So gibt es beispielsweise mehrere Szenen in denen moralische Vorstellungen der Vernunft weichen müssen und auch in der Gruppe diskutiert werden, zum Beispiel in Hinblick auf die Selbstverteidigung jedes Einzelnen, auch bei Kindern, im Falle eines Falles (inwiefern da jetzt Ami-Denken reinspielt, lockere Waffengesetze und so, will und kann ich jetzt nicht zu beurteilen). Sehr interessant fand ich auch die Darstellung der Rolle der Frau und wie einzelne weibliche Akteure trotz einer Situation apokalyptischen Ausmaßes ganz ausdrücklich davor warnen, nicht wieder in mittelalterliche Denkweisen zu verfallen: 

Ich verstehe einfach nicht, warum wir hier Wäsche waschen, während die jagen gehen. Ob wir wohl noch wählen dürfen, wenn das alles vorbei ist? S.63

Ich weiß gar nicht mehr, ob das Zitat auch so in der TV-Adaption übernommen wurde, aber ich glaube, es ist nicht zu viel verraten, wenn ich sage, dass Frauen generell häufig eine Art Leader-Funktion zugesprochen wird. Im ersten Comic-Band Gute alte Zeit ist diese Entwicklung noch nicht gänzlich zu erahnen (bis auf die Verteidigungssache), aber schon eine gewisse Unzufriedenheit, wieso um alles in der Welt, der Mann da jetzt den Jäger raushängen lassen muss, und Frau sich um das Lagerfeuer und die Wäsche kümmern soll.

Was die Erzählweise angeht, schafft es der Comic gleich mehrmals Höhepunkte herauszustellen und auch das Ende ist nicht als solches zu empfinden. Die mehrmaligen Höhepunkten sind so zu erklären, als dass der erste Band Gute alte Zeit als Sammelband für die ersten sechs Comic-Ausgaben zu verstehen ist. Ein Vorteil dieser Sammelausgaben, die Leserschaft wird gut bei der Stange gehalten. Durch die gewählten Darstellungsformen lässt sich so ein Comicband mit 144 Seiten zudem äußerst schnell lesen, ich habe nichtmal eine Stunde gebraucht. Atmosphäre und Emotionalität verlieren sich hierbei dennoch nicht. In TV-Serien-Zeit wäre die Geschichte, und wenn mein Gedächtnis sich nicht täuscht, passt folgende Angabe sogar, aber sicherlich auf drei bis vier Folgen á 45 Minuten erzählt worden. 

Ist die TV-Serie denn nun gleich dem Comic? In Teilen. Einige Figuren aus dem Comic tauchen in der TV-Serie erst sehr viel später in einem anderen Kontext auf, während für das Skript zur TV-Serie sogar Figuren hinzugedichtet wurden, weil man sich davon noch eine breitere Zielgruppe versprach. Aber der Grundplot bleibt. Ich würde sogar meinen, dass der erste Comic-Band mit wenigen Abweichungen komplett übernommen wurde. Was den Gewaltaspekt angeht, muss ich persönlich sagen, dass der erste Comic-Band schon heftig ist, ich die Serie aber als sehr viel heftiger und brutaler empfinde. Vielleicht nicht zuletzt durch das bewegte Bild. Aber so zweidimensional auf Papier hält sich der shocking-Faktor bei mir doch in Grenzen und was bleibt, ist die Möglichkeit sich auf künstlerische Art und Weise erzählen und darstellen zu lassen, wie Menschen versuchen zu überleben. Nichtsdestotrotz empfinde ich die Altersempfehlung 16+ als gut und wichtig, denn der Comic kommt nicht ohne Gewalt aus.

Insgesamt ist der erste Band The Walking Dead - Gute alte Zeit von Robert Kirkman ein solider Grundstein für einen apokalyptischen Epos, der definitiv Leselust auf mehr macht, selbst wenn man sich bisher nur mit der TV-Serie beschäftigt hat. Fans der Serie können guten Gewissens zum Original greifen, aber sie sollten dies eben auch in dem Wissen tun, dass der Comic zuerst da war und der Autor hier eine ganze andere Intention verfolgte, als die TV-Serie mittlerweile, finde jedoch auch, dass beide Formate ihre Vorzüge haben. Ich für meinen Teil werde nun zur Kompendium-Ausgabe wechseln, und bin außerdem gespannt, inwiefern sich der Zeichenstil entwickelt, denn Tony Moore wurde nach dem sechsten Comic-Heft durch Charlie Adlerd abgelöst. Ich habe vier Sterne vergeben.

Lieblinks



 Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Tag :-)
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Gemeinsam lesen #120: Antoine Laurain - Die Meldie meines Lebens

 Hallo, ihr Lieben!
Heute zum 120. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil. Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen!


Und nun zu den Fragen für diese Woche:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade Die Melodie meines Lebens von Antoine Laurain und bin aktuell auf Seite 31. 

Darum geht's: 
Ein Brief, der mit 33 Jahren Verspätung sein Ziel erreicht, stellt Alains ruhiges Leben auf den Kopf. Er ist Arzt und hat die fünfzig überschritten, seine Frau betrügt ihn, die Kinder sind längst aus dem Haus – trotzdem ist er eigentlich ganz zufrieden. Doch eines Morgens liegt in der Post ein Plattenvertrag für Alains Band The Hologrammes – von 1983. Alain wird zurückgeworfen in eine Zeit, als er und seine Band um ein Haar berühmt geworden wären, als noch alles möglich schien. Er macht sich auf die Suche nach den anderen Bandmitgliedern – und findet einen erfolgreichen, aber verbitterten Künstler, dessen Freundin Alain ein vieldeutiges Lächeln schenkt, einen Präsidentschaftskandidaten und einen populistischen Politiker. Nur die Sängerin, die schöne Bérangère, in die Alain heimlich verliebt war, scheint zunächst verschwunden …
 
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Eine Idee war in ihm aufgekeimt."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Es wird Zeit, dieses Buch vom SuB zu befreien, dabei liegt es dort noch gar nicht so lange. Zum Geburtstag haben mich die liebe Sharon und ihr Bloggermann nämlich beauftragt, jetzt wo ich sie erfolgreich mit dem Wells-Fieber angesteckt habe, mich mit Antoine Laurain zu beschäftigen. Der macht nämlich in genau zwei Wochen Halt in Dresden und ich soll zu der Lesung, haha! Mit dem Auftrag lag auch sein aktuelles Buch mit bei - Die Melodie meines Lebens. So eine schöne Schreibe! Mit Absicht habe ich nicht auf den Klappentext geschielt, einfach um mich mal überraschen zu lassen und "Melodie" trifft es hier äußerst. Zwar lässt es jetzt der ausgewählte Satz nicht vermuten, aber Antoine Laurain schreibt zusammenhängend Texte, die an eine Melodie erinnern, einfach schön zu lesen. Wenn heute die Pflichten in der Schule erledigt sind, wird weiter gelesen!
 
4. Gibt es eine übergeordnete Thematik, die du in Büchern besonders magst und bevorzugt liest?
Verschwörungstheorien finde ich ziemlich spannend (deshalb auch die Thriller-Liebe), Geschichten verkappte Existenzen ebenso. Aber ich mag auch Bücher, in denen sich jemand vom Nichts zum Jemand hocharbeitet. Je nach Stimmung also.

 Habt ihr in Geschichten ein bevorzugtes Schema? Und überdies: was lest ihr in dieser Woche? Schreibt es mir in die Kommentare! :-)

Ich wünsche euch einen superguten Tag! 


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Gelesenes der letzten Monate (Mai bis Oktober 2017)

  Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Kaum zu fassen aber wahr, der letzte Lesemonat liegt sechs Monate zurück. Das umfassende Warum? habe ich euch bereits Blog-Relaunch-Beitrag dargelegt. Nichtsdestotrotz bin ich ein Mensch, der auf Lückenlosigkeit sehr viel wert legt. Und da in diesen sechs Monaten keine Berge von gelesenen Büchern gelesen angesammelt haben, gibt es nun quasi die Langfassung der letzten Lesemonate - denn gelesen wurde, wenn auch nicht so viel wie sonst.

Mai

Bereits im Mai war ich in Sachen Umzugsorganisation im vollen Gange. Gelesen habe ich hier schon sehr wenig, und dann auch noch so mittelmäßige Lektüre. Ein Sommer am See wollte ich mir ursprünglich mal kaufen, bin dann aber doch ganz dankbar, dass ich mir das Buch in der Stadtbibliothek ausgeliehen habe. Meiner Meinung nach ganz nett illustriert, inhaltlich aber weniger aussagekräftig, daher drei solide Sterne für eine Graphic Novel für Zwischendurch. Auch Trust Again, der zweite Band aus der Again-Reihe war eher mittelprächtig. Kurz haderte ich mit mir, die Reihe zu beenden - es gab ebenfalls solide 3 Sterne.

Juni

Der Juni war der Monat des Hin- und Herpendelns, eigentlich eine perfekte Gelegenheit, um viele Bücher im Zug zu schmöckern, bei teilweise 7 bis 8 Stunden Fahrten. Gehört habe ich da aber lieber Musik, der Monat war insgesamt viel zu aufregend, als dass ich mich auf das gedruckte Wort hätte konzentrieren können. Ein Buch habe ich dann aber doch noch ausgelesene. Gott, hilf dem Kind wurde im Literaturquartett besprochen und so stark beworben, dass ich nicht umhin kam, mich mal näher mit der Geschichte zu beschäftigen. Der Kauf hat gelohnt, die Geschichte ist inhaltlich sehr intensiv und stellt den Rassismus und die damit verhinderte Integration gelungen dar, es gab 4 Sterne.

Juli

Im Juli kam dann die Erkenntnis, dass ich die wenige Zeit dann doch wieder mehr für die Bücher aufwenden will. Nur fehlte es an Lektüre, die mir die Gewöhnung erleichterte. Andreas Gruber wurde mir als genialer Autor vom Buchhändler im Wilden Westen mit den Worten empfohlen, der Ermittler Sneijder sei irgendwo zwischen Genie und Wahnsinniger zu positionieren. Recht hatte er damit. Die Seiten flogen nur so dahin. Es gab fünf Sterne. Dann stand noch die Veröffentlichung von Max Bentows Porzellanmädchen ins Haus. Das zog selbstverständlich sofort ein. Die Geschichte kam für mich zwar nicht an die Nils Trojan-Fälle heran, ist aber trotzdem ein guter Thriller, der für sich stehen kann. Ich habe 4 Sterne vergeben. 

August 

...gähnende Leere... stattdessen Umzug, Einleben, neuer Job!

September

Der September war dann endlich mal wieder ein Monat, in dem ich tatsächlich gelesen habe, ohne mich ständig auf dem Sprung zu fühlen. Da kamen dann auch wieder gewohnt mehr gelesene Seiten zusammen. Mit Todesurteil ging es für mich bei der Sneijder-Reihe weiter. Eine wirklich gute Fortsetzung, vor allem weil die in Ausbildung steckende Sabine Nemez nun auch etwas mehr in den Vordergrund tritt. Fall war spannend, Band 3 und 4 der Reihe durften sogleich einziehen. Andreas Gruber hat mich von seiner Schreibe überzeugt, 4 Sterne. Der Junge, der sich in Luft auflöste war eine Schüler-Ausleihe (die Vorteile, wenn man Deutschlehrerin ist, haha). Eine schöne kurzweilige Geschichte im Stil von Rico, Oskar und die Tieferschatten, nur eben in London spielend. Hat Spaß gemacht, 4 Sterne. Weiter ging es mit dem letzten Teil der Again-Reihe, Feel Again, der beste Band meiner Meinung nach - ich habe 5 Sterne vergeben.

Im September gab es auch wieder etwas auf die Ohren. Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt... ja, ich mir auch. Eigentlich mag ich die (Hör-)Bücher von Mhairi McFarlane wirklich gerne, aber mit dieser Geschichte hat sich wirklich nicht viel gerissen. Die anderen Bücher von ihr sind da inhaltlich stärker. Es gab nur 2 Sterne, schade. Zum Schluss dann noch ein unverhofftes Lesehighlight. Die ausführliche Rezension zu Beautiful Liars ist für euch bereits abgetippt. 4 Sterne!

Oktober

Der Oktober stand ganz im Zeichen des ersten Urlaubs nach etwas sechs Monaten. Da habe ich lieber das Meer genossen und weniger die Buchseiten. Dafür waren die gelesenen Bücher allesamt spitze! Vollendet hatte ich bei Laura Newman nur mal flüchtig gesehen, dann bei Audible entdeckt. Bin begeistert von der Reihe und höre gerade Band 2, eine außergewöhnliche Jugendbuch-Dystopie, sehr zu empfehlen - 5 Sterne. Rico, Oskar und die Tieferschatten war meine Lektüre mit meinen zwei Deutschklassen. Ganz tolle Geschichte um das Besondere, sowohl in Buch, als auch in Hörbuch-Form 5 Sterne, ganz klar! Nicht viele Worte zu QualityLand, außer: intelligent-kritische Satire über die zunehmende Digitalisierung - 4 Sterne!


Insgesamt waren dies über gut 6 Monate verteilt 5209 gelesene/vorgelesene Seiten, was pro Tag etwa 28 Seiten ausmachte. In meiner goodreads Reading Challenge hinke ich derzeit mit 4 Büchern meinem Leseziel 2017 von 40 Büchern hinterher. Aber ich will mir da so kurz vor Jahresende auch keinen Stress mehr machen. Andere Dinge waren sind und waren in diesem Jahr einfach so viel wichtiger und auch spannender. Da kann das Buch auch getrost mal warten, vor allem dann, wenn man das Glück hat zu wenigen, aber dafür zu guten lesenswerten Büchern zu greifen!

Wie sahen denn eure letzten Lesemonate aus? Was macht eure goodreads-Lesechallenge? Und da ich nun bei Audible rumhänge und noch ein Guthaben für November ausgeben darf: habt ihr aktuelle Hörbuchempfehlungen? Schreibt mir eure Tipps gerne in die Kommentare :-) 

Ich wünsche euch einen schönen Tag, macht's hübsch!

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