Ein paar Worte zu... Cody McFadyen - Die Stille vor dem Tod (Smoky Barrett #5)

Thriller | Hardcover, 480 Seiten | Bastei Lübbe | Preis: 22,90€  | erschienen am 26. September 2016 | ISBN: 9783785725665 | Hier bestellen: Thalia eBook *amazon

Worum geht es?

Smoky Barrett ist zurück
An einem kalten Oktobertag werden Smoky Barrett und ihr Team nach Denver, Colorado, gerufen. Im Haus der Familie Wilton ist Schreckliches geschehen: Die gesamte fünfköpfige Familie wurde ermordet, und der Täter hat durch eine mit Blut geschriebene Botschaft Smoky mit der Lösung des Falles beauftragt. Doch das Unheil ist weit größer, denn die Wiltons sind nicht die einzigen Opfer. Insgesamt drei Familien wurden in der gleichen Nacht und in unmittelbarer Nähe voneinander getötet. „Komm und lerne“, lautet die Botschaft an Smoky. Es wird ein grausamer Lernprozess, das Böse in seiner reinsten Form, in seiner tiefsten Abgründigkeit  zu spüren. Smoky gelangt an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Und weit darüber hinaus.

Wie hat es mir gefallen?

Puh, ich habe mich nun eine ganze Weile vor dieser Buchbesprechung gedrückt, denn ich kann leider kaum etwas Positives zum Thriller-Comeback des Jahres sagen. Wenn Cody McFadyen mir mit seiner Smoky Barett-Reihe nicht schon seit jeher imponiert hätte, wäre diese Schwierigkeit vielleicht gar nicht erst vorhanden. Leider ist diesem aber nicht so und nicht zuletzt hatte ich mich auch noch wahnsinnig auf dieses Buch gefreut. Denn der Veröffentlichung standen vor allem gesundheitliche Einschränkungen seitens des Autors im Wege, bis zuletzt hieß es sogar noch, McFadyen könne das Buch nich fertig schreiben, so krank sei er. Dass Die Stille vor dem Tod noch veröffentlicht wird, damit hatte wohl keiner gerechnet und noch weniger rechnete man wohl damit, dass der Autor sich sogar auf der Frankfurter Buchmesse 2016 die Ehre geben würde. Bis dato hatte ich das Buch noch gar nicht beendet, irgendwie kam ich in der Geschichte so gar nicht vorwärts. 
Diese beginnt zu Anfang sogar noch recht vielversprechend, ich dachte mir:"Ohja, endlich mal wieder ein Pageturner!" Das Gefühl hielt leider nicht lang an, der Pageturner-Gedanke musste zunehmender Verwirrung weichen. Da gab es einfach so viele Konstruktionen, die mir vollkommen unauthentisch erschienen. Nur um mal ein Beispiel von vielen zu nennen: Smoky Barrett, die harte Sau beim FBI, dem ist man sich nach Band eins bis vier bereits bewusst. Aber dass sie, als wirklich gefürchtete Agentin hochschwanger Verbrecher jagt, empfand ich eindeutig überzogen. Mir ist schon klar, dass man sich im 7. Monat einer Schwangerschaft durchaus beruflich austoben kann, aber in diesem Kontext, den McFadyen hier über Jahre hinweg schafft, hat es schlichtweg nicht gepasst. Smoky ist diejenige, die die richtig bösen Kerle jagt - zeitgleich aber auch so viel Hass auf sich zieht, dass sie selbst zur Gejgaten wird, und zwar ständig. Ein bisschen zu viel Risiko, wenn ihr mich fragt. 
Das Authentizität und Fiktion nicht immer Hand in Hand gehen, ist mir natürlich auch bewusst, aber bei einem Thriller erwarte ich für mich immer eine nah an der Realität entworfene Geschichte. Es muss so sehr am Vorstellbaren dran sein, dass es mich schüttelt. Bei Smoky Baretts fünftem Fall waren die meisten Buchseiten leider unvorstellbar langweilig, an den meisten Stellen wenig Emotion schürend und vor allem nah an der Grenze zur Pietätslosigkeit - den historischen Aspekt, der da aufgezogen wird, habe ich vor lauter Frust gar nicht mehr überprüft. Das Motiv Der Mensch ist des Menschen Wolf ist wahrhaftig nicht neu, aber hauptsache man wirft eine Abartigkeit nach der anderen in den Mixer, um daraus den Cocktail mit dem besonders hohen Ekelfaktor zu machen - Sinnhaftigkeit? Nicht vorhanden.  
Ich weiß nicht, was Cody McFadyen mit diesem Buch verarbeitet hat oder gar aussagen wollte. Aber die Message ist bei mir irgendwie nicht angekommen, genauso wenig wie der große Coup. Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr ein paar Seiten lest, dann passiert plötzlich etwas und ihr könnt eins und eins nicht zusammenzählen? So erging es mir eigentlich ständig auf gut 400 Seiten. Zunehmend hatte ich das Gefühl, ich hätte die Zusammenhänge nicht sinnentnehmend genug gelesen, teilweise habe ich sogar zurückgeblättert, um meinen Verdacht zu überprüfen. Nix, nada, niente. Da werden Sprünge gemacht, die gefühlt von hier bis zum Mond reichen, aber in Lichtgeschwindigkeit, so schnell können die Synapsen gar nicht schalten. Bei mir tat sich am Ende kein Überraschungsmoment auf, noch war ich besonders schockiert. Gleichgültigkeit hinsichtlich der Auflösung beschreibt es wohl am ehesten. Und wo war da jetzt bitte der rote Faden?
Wenn ich dann so Standardklappentextsprüche wie "Packender Thriller" oder "Gruseliger Stoff für starke Nerven" lese, frage ich mich ernsthaft, ob wir dasselbe Buch gelesen haben. Die starken Nerven will ich aber nicht absprechen, denn die braucht man tatsächlich, um hier durchzuhalten. 
Viele Rezensenten argumentieren ja damit, dass man die Figur der Smoky einfach nochmal besser kennenlernen würde, da sie nebenher noch einige Ereignisse aus der Vergangenheit aufarbeitet. Dem würde ich widersprechen, denn in allen bisherigen Smoky Barett-Büchern arbeitet selbige ihre Vergangenheit auf. Man erfährt hier keinen neuen tiefen Abgründe. In Die Stille vor dem Tod erscheint diese Aufarbeitung meiner Meinung nach nur als eine Aneinanderreihung von bereits bekannten Katastrophen, die sie erlebt hat. Letztlich gab dies dann einen prima Katalysator dafür ab, dass ich die Hauptfigur zunehmend hinterfragt habe und ihr sogar den gesunden Menschenverstand absprach. Ohne Mist, wenn man mal diese ganzen inneren Monologe, die Smoky da mit sich führt, liest, kann man nur zu dem Fazit kommen, dass sie irre ist. 
Die letzten 150 Seiten habe ich dann gar nicht mehr eigenständig lesen können, so ermüdend fand ich die Geschichte. Also beschloss ich mir vorlesen zu lassen. Franziska Pigulla, unter anderem Synchronsprecherin von Agent Dana Scully aus Akte X, konnte es aber leider auch nicht reißen. Ich bin mehrmals bei Kapitel 20 eingenickt. 

Ich kann hier wirklich keine Leseempfehlung aussprechen, da das Buch augenscheinlich mit viel Dichte daher kommt, letztlich aber doch nur eine leere Hülle ist. Diese 23€ wären wohl diesmal besser investiert gewesen.

Lieblinks

Hier findet ihr das Buch auch nochmal auf der Verlagswebsite. Weitere Informationen und alle erschienenden Bücher des Autors findet ihr hier



 Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Tag :-)

Die Aussortierten #3: Sarah J. Maas - Throne Of Glass - Auslosung!

 Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Anlässlich meines überquellenden Bücherregals gebe ich nun in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Bücher zur Adoption frei. Ich hoffe, dass die Bücher auf diesem Weg noch einmal ordentlich Liebe bekommen, denn zum einfachen Aussetzen sind sie dann doch zu schade.  Letzte Woche konntet ihr für Sarah J. Mass' Throne of Glass in den Lostopf springen.

Und gewonnen hat... 

... die liebe Sas :-) 

Herzlichen Glückwunsch an dich, eine Email mit allen weiteren Informationen ist bereits an dich raus. 

Und an alle anderen: Nicht traurig sein, nächsten Samstag wird ein letztes Mal in diesem Jahr aussortiert, diesmal im Erotik-Genre :-) 


Habt noch einen wunderschönen Sonntag, startet gut in die neue Woche. Wir lesen uns hier am Dienstag wieder :-)

 

Gemeinsam lesen #94: Justin Cronin - Die Spiegelstadt / Sarah Kuttner - Mängelexemplar (again!)

Hallo, hallo, hallo ihr Lieben! 
Auch im neuen Jahr weiterhin dabei - heute nehme ich bereits zum 94. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil.  Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen! 
Und nun zu den Fragen für diese Woche:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese immernoch an Die Spiegelstadt, der finale Band der The Passage-Trilogie, von Justin Cronin und bin aktuell auf Seite 433 (von 990 Seiten). Außerdem mache ich noch immer einen ReRead in Hörbuchform mit Sarah Kuttners Mängelexemplar, hier bin ich aktuell beim 12. Kapitel

Darum geht's in Die Spiegelstadt:  
Die Zwölf – Wesen der Dunkelheit, Todfeinde der Menschen – sind vernichtet, ihre hundertjährige Schreckensherrschaft über die Welt ist vorüber. Nach und nach wagen sich die Überlebenden aus ihrer eng ummauerten Zuflucht, Hoffnung keimt auf. Auf den Ruinen der einstigen Zivilisation wollen sie eine neue, eine bessere Gesellschaft aufbauen: der älteste Traum der Menschheit.

Doch in einer fernen, verlassenen Stadt lauert der Eine: Zero. Der Erste. Der Vater der Zwölf, der den Ursprung des Virus in sich trägt. Einst ein hochbegabter Wissenschaftler, der, seit er seine große Liebe verlor, nur noch von Rachedurst und Wut erfüllt ist. Sein Ziel ist es, die Menschheit endgültig auszulöschen. Seine Truppen sind bereit. Und der Zeitpunkt ist gekommen.

Nur Amy vermag ihn jetzt noch aufzuhalten, das Mädchen aus dem Nirgendwo, die einzige Hoffnung der Menschheit. Und so treten sie und ihre Freunde an zum letzten großen Kampf zwischen Licht und Dunkelheit ...
(via randomhouse
Darum geht's in Mängelexemplar:
Karo lebt schnell und flexibel. Sie ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, selbstironisch und liebenswert. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den Füßen. Plötzlich ist die Angst da. Als auch die cleversten Selbsttäuschungen nicht mehr helfen, tritt sie verzweifelt und mit wütendem Humor ihrer Depression entgegen.
 
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite/im aktuellen Hörkapitel?

Die Spiegelstadt: "Der Opossum-Mann war verschwunden."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Ja, ein drittes Mal Die Spiegelstadt (der Lesungsbericht an dieser Stelle). Ich habe keine Leseflaute, nein nein. Ich bin nur gerade gut ausgelastet, was die letzten Tage im Ref-Dasein angeht. Am kommenden Freitag habe ich meinen letzten Unterrichtsbesuch in meinem Zweitfach und das will gut vorbereitet sein. So verbringe ich also meine Nachmittage und Abende damit, Material für die Kids zu erstellen, zu drucken, zu laminieren, Spielchen herzustellen etc. pp. Da kommt das Lesen derzeit etwas kurz (der Sport übrigens auch! Es sei denn Laminiergerät anfeuern und Druckerpatronen austauschen ist auch sportlich?). Aber am Freitag ist es geschafft und dann eröffnet sich wieder ein kleines Zeitfenster von ein paar Tagen, bevor es dann nochmal ins Hamsterrad geht.  

Nichtsdestotrotz gefällt mir die Geschichte noch immer sehr, und diese wöchentlichen Updates zum Lesefortschritt eignen sich dann auch gut für die abschließende Rezension. Mittlerweile befinden wir uns nicht mehr in der Zeit vor den Virals, sondern bewegen uns schon insofern auf das Finale zu, als dass nun angedeutet wird, was hinter all dem steckt. Aber das Buch hat noch etwas mehr als die Hälfte vor sich, deshalb bin ich nun umso gespannter, was Justin Cronin noch in die Geschichte eingeflochten hat. 
Sarah Kuttners Mängelexemplar ist auch nicht weiter vorangeschritten, wobei Kapitel 12 immernoch besser ist, als Kapitel 3. Auch hier gefällt mir nach wie vor der Erzählstil und obwohl ich die Geschichte ja eigentlich schon kenne, ist es trotzdem schön, sie noch einmal zu hören :-) 

4. Wünscht ihr euch Bücher zu Weihnachten? Wenn ja, welche?
Nein. Aber ich wünsche mir generell keine Bücher, wobei dies wahrscheinlich für alle Parteien sehr viel einfacher wäre, denn dann läuft niemand Gefahr, mir etwas doppelt zu kaufen! Ich lebe mittlerweile tatsächlich in dem Luxus, so viele Bücher zu besitzen, dass ich mit dem Lesen schlicht und ergreifend gar nicht hinterher komme. Ich freue mich dennoch über jedes Buch, (hey, es sind ja schließlich Bücher!), aber ein bisschen Zähneknirschen ist bei all der Freude auch dabei, denn der SuB wächst, wächst und wächst. Ich hoffe, das kommt nun nicht undankbar rüber. So ist es nämlich keinesfalls, aber ihr versteht sicher, wie ich es meine, denn ich bin sicherlich nicht die Einzige, der es mit dem Endlos-Lesestoff so ergeht :-) 
 
http://maaraavillosa.blogspot.de/2016/11/die-aussortierten-3-sarah-j-maas-throne.htmlP.S. Ich habe mal wieder Bücher aussortiert und diese Woche könnt ihr für "Throne Of Glass #1" von Sarah J. Maas in den Lostopf hüpfen :-) Einfach mal auf den Banner links klicken! 

 Und was steht auf eurem buchigen Weihnachtswunschzettel? Und überdies: Welches Buch begleitet euch in dieser Woche? Schreibt es mir in die Kommentare! :-)

Ich wünsche euch einen superguten Tag! 


Die Aussortierten #3: Sarah J. Maas - Throne of Glass #1 - Verlosung!

 Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Mein Bücherregal platzt bald aus allen Nähten und nicht jedes Buch in eben diesen hat mir so gut gefallen, dass ich es unbedingt behalten möchte. Andere Bücher wiederum waren sehr unterhaltsam, ich werde sie womöglich aber nicht noch einmal lesen. Warum sollen sie also bei mir daheim einstauben? Viele Bücher werden in den öffentlichen Bücherschrank gelegt, damit sie ein neues Zuhause finden. Und einige Bücher möchte ich wiederum an euch zur Adoption freigeben und wie ginge das besser, als mit einer kleinen Verlosung? :-) In den kommenden Wochen wird es auf diesem Blog also immer mal wieder die Rubrik Die Aussortierten geben, in der ihr für ein Buch in den Lostopf springen könnt. Ich hoffe, dass die Bücher auf diesem Weg noch einmal ordentlich Liebe bekommen, denn zum einfachen Aussetzen sind sie dann doch zu schade.

Disclaimer: Die Bücher sind bereits von mir gelesen, aber der Zustand ist noch so gut, dass ich sie guten Gewissens an euch verlosen kann - Alterserscheinungen, wie zum Beispiel ein gelblicher Buchschnitt oder eine Rundung im Buchrücken gebe ich euch selbstverständlich in der Beschreibung an! 

Und nun zum Buch, das ihr diese Woche adoptieren könnt :-) 

Sarah J. Maas - Throne Of Glass (Bloomsbury - englische Ausgabe 2012


Worum geht es?
Meet Celaena Sardothien. Beautiful. Deadly. Destined for greatness.
In the dark, filthy salt mines of Endovier, an eighteen-year-old girl is serving a life sentence. She is a trained assassin, the best of her kind, but she made a fatal mistake. She got caught.
Young Captain Westfall offers her a deal: her freedom in return for one huge sacrifice. Celaena must represent the prince in a to-the-death tournament - fighting the most gifted thieves and assassins in the land. Live or die, Celaena will be free. Win or lose, she is about to discover her true destiny. But will her assassin's heart be melted?

"Dieses Buch bedarf eigentlich keiner Rezension, kauft es euch einfach so!", schrieb die liebe Inka vor gut einem Jahr in ihrer Rezension zu Throne of Glass #1 und schwärmt weiter:
"Der Inhalt des Buches ist absolut genial. Brutale Kämpfe wechseln sich mit witzig-ironischen Schlagabtauschen zwischen den Protagonisten ab. Besonders gut gefiel mir die erst sanfte und später mächtige Einbindung von Magie in das Universum. (...) Wem das noch nicht reicht als überzeugendes Argument (...), dem sei gesagt: es gibt eine wundervolle, emotionale und schier auswegslose Liebesgeschichte. Eine leidenschaftliche brutale Mörderin trifft auf zwei stattliche Männer, die beide ihre Vorzüge haben."  

Nun habt ihr die Chance Throne of Glass #1 von Sarah J. Maas in der Originalausgabe, also in englischer Sprache, zu gewinnen. Das Buch ist im Prinzip ungelesen. Es hat keinen rundgelesenen Rücken, keine Leserillen, keine Eselsohren. Ich hatte lediglich die ersten 20 Seiten begonnen und mich dann doch für die deutsche eBook-Version entschieden! Vielleicht findet es ja bei dir ein neues Zuhause? :-)

Die Teilnahmebedingungen

  • Keine Verlosung ohne Kommentarfrage, ist ja logisch und das geht auch anonym :-) Welches Buch würdest du aktuell deiner besten Freundin ausleihen, und warum? 
  • Ihr werdet bei einem möglichen Gewinn per Email kontaktiert, daher brauche ich auch eine gültige Emailadresse von euch (wer keine Emailadresse hinterlässt, kann bei einem möglichen Gewinn nicht kontaktiert werden!). 
  • Wenn ihr teilnehmen wollt, allerdings noch keine 18 Jahre alt seid, braucht ihr bei einem möglichen Gewinn unbedingt die Einverständniserklärung eurer Eltern.
  • Die Verlosung läuft bis nächste Woche Samstag, den 26. November 2016, bis 23.59Uhr. Dann wird die Kommentarfunktion ausgeschaltet und die Gewinner via Zufallsgenerator ausgelost. Die Gewinner werde ich dann am Sonntagabend, den 27. November 2016, hier auf dem Blog bekannt geben und natürlich auch per Email kontaktieren! (mit Abschicken des Kommentars erklärst Du dich also damit einverstanden, dass ich deinen Vornamen hier auf dem Blog veröffentliche. Alle anderen persönlichen Daten, Adresse etc., werden selbstverständlich nach Beendigung des Gewinnspiels gelöscht!).
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
  • Teilnehmen dürfen alle mit einem Wohnsitz in Deutschland, Luxemburg, Österreich und Schweiz :) 
  • Die Gewinn wird unversichert verschickt.

Ich hoffe, ich kann euch mit dieser neuen Rubrik eine kleine Freude machen und somit auch mein Bücherregal ein wenig entlasten. Ich drücke euch alle Daumen und wünsche ganz viel Glück! :-)

 

Gemeinsam lesen #93: Justin Cronin - Die Spiegelstadt / Sarah Kuttner - Mängelexemplar

Hallo, hallo, hallo ihr Lieben! 
Auch im neuen Jahr weiterhin dabei - heute nehme ich bereits zum 93. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil.  Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen! 
Und nun zu den Fragen für diese Woche:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade Die Spiegelstadt, der finale Band der The Passage-Trilogie, von Justin Cronin und bin aktuell auf Seite 301 (von 990 Seiten). Außerdem mache ich gerade einen ReRead in Hörbuchform mit Sarah Kuttners Mängelexemplar, hier bin ich aktuell beim dritten Kapitel

Darum geht's in Die Spiegelstadt:  
Die Zwölf – Wesen der Dunkelheit, Todfeinde der Menschen – sind vernichtet, ihre hundertjährige Schreckensherrschaft über die Welt ist vorüber. Nach und nach wagen sich die Überlebenden aus ihrer eng ummauerten Zuflucht, Hoffnung keimt auf. Auf den Ruinen der einstigen Zivilisation wollen sie eine neue, eine bessere Gesellschaft aufbauen: der älteste Traum der Menschheit.

Doch in einer fernen, verlassenen Stadt lauert der Eine: Zero. Der Erste. Der Vater der Zwölf, der den Ursprung des Virus in sich trägt. Einst ein hochbegabter Wissenschaftler, der, seit er seine große Liebe verlor, nur noch von Rachedurst und Wut erfüllt ist. Sein Ziel ist es, die Menschheit endgültig auszulöschen. Seine Truppen sind bereit. Und der Zeitpunkt ist gekommen.

Nur Amy vermag ihn jetzt noch aufzuhalten, das Mädchen aus dem Nirgendwo, die einzige Hoffnung der Menschheit. Und so treten sie und ihre Freunde an zum letzten großen Kampf zwischen Licht und Dunkelheit ...
(via randomhouse
Darum geht's in Mängelexemplar:
Karo lebt schnell und flexibel. Sie ist das Musterexemplar unserer Zeit: intelligent, selbstironisch und liebenswert. Als sie ihren Job verliert, ein paar falsche Freunde aussortiert und mutig ihre feige Beziehung beendet, verliert sie auf einmal den Boden unter den Füßen. Plötzlich ist die Angst da. Als auch die cleversten Selbsttäuschungen nicht mehr helfen, tritt sie verzweifelt und mit wütendem Humor ihrer Depression entgegen.
 
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite/im aktuellen Hörkapitel?

Die Spiegelstadt: "Wir saßen im Taxi."

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Zu Die Spiegelstadt habe ich ja bereits letzte Woche ausreichend erzählt, die Lesung verlinke ich trotzdem noch einmal an dieser Stelle. Ein paar Tage später, und mit etwas mehr organisierter Lesezeit bin ich aktuell nun richtig in der Geschichte angekommen. Nicht zuletzt aber auch, weil Cronin dem Protagonisten Fanning aka Zero so viel Raum in der Geschichte gegeben hat. Fanning bekommt seine eigene Stimme und erzählt seinen Werdegang vom einfachen Biochemie-Studentin hin zu einem renommierten Wissenschaftler und Dozenten, bis ein ausschlaggebendes Ereignis ihn zu dem Monster macht, dass uns Cronin dann nach den Virals präsentiert. Eine Biografie in der Menschheitsbiografie, großartig! 
 
Sarah Kuttners Mängelexemplar ist wie gesagt ein ReRead, ich hatte das Buch bereits vor sechs Jahren gelesen und geliebt. Seit 180° Meer denke ich mir jedoch die ganze Zeit, dass ich auch nochmal die buchigen Vorgänger lesen wollte. Da aber gerade so viel auf meinem to read-Zettel steht, kam mir das Hörbuch gerade recht. Die Geschichte wird ungekürzt selbst von Sarah Kuttner gelesen und sie ist nicht nur eine tolle Schreiberin, sondern auch eine sympathische Sprecherin. 

4. Würdest du mit deinem aktuellen Protagonisten gerne die Rollen tauschen?
Fanning hat es in Die Spiegelstadt ja echt nicht einfach. Aber er wird getrieben und getragen durch inbrünstige Loyalität, das ist es, was ihn vorwärts bringt. Ich würde vielleicht nicht mit ihm tauschen wollen, aber ich mag eben gerade diese Charaktereigenschaft gerade sehr an ihm - das würde ich also tauschen.
Mit Karo aus Mängelexemplar würde ich wohl nicht gern die Rollen tauschen wollen, aber auch einfach nur vor dem Hintergrund, als das Depressionen einfach mal nicht so knorke sind. Keinesfalls will Sarah Kuttner mit dem Buch diese Erkrankung salonfähig machen, eher wachrütteln, dass wir da echt ein gesellschaftliches Problem heranzüchten. Auch sechs Jahre später sind Depressionen und Burnout nicht weniger Tabuthemen. Daher finde ich es umso stärker, dass Karo im Buch so schön flapsig daher kommt und trotzdem versucht, einen aufrechten Gang zu wahren. Das kann man sich dann wohl durchaus mal abgucken.

Und wie ist das bei euch? Würdet ihr mit eurem aktuellen Protoganisten die Rollen tauschen wollen? Und überdies: Welches Buch begleitet euch in dieser Woche? Schreibt es mir in die Kommentare! :-)

Ich wünsche euch einen superguten Tag! 


Die Aussortieren #2: Michael Hübner - Stigma - Auslosung!

 
Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Anlässlich meines überquellenden Bücherregals gebe ich nun in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Bücher zur Adoption frei. Ich hoffe, dass die Bücher auf diesem Weg noch einmal ordentlich Liebe bekommen, denn zum einfachen Aussetzen sind sie dann doch zu schade.  Letzte Woche konntet ihr für Michael Hübners Stigma in den Lostopf springen.

Und gewonnen hat... 

... die liebe Lisa :-) 

Herzlichen Glückwunsch an dich, eine Email mit allen weiteren Informationen ist bereits an dich raus. 

Und an alle anderen: Nicht traurig sein, nächsten Samstag wird wieder aussortiert, diesmal im Fantasy/Jugendbuch-Genre :-) 


Habt noch einen wunderschönen Sonntag, startet gut in die neue Woche. Wir lesen uns hier am Dienstag wieder :-)

 

Ein paar Worte zu... Nicole Boyle Rodtnes - Wie das Licht von einem erloschenen Stern

 Nicole Boyle Rodtnes Wie das Licht von einem erloschenen Stern 
Jugendbuch | Hardcover, 243 Seiten | Beltz Verlagsgruppe | Preis: 14,95€  | erschienen am 29. April 2016 | ISBN: 9783407821041 | Hier bestellen: Thalia eBook *amazon

Worum geht es?

Vega wird aus ihrem Teenagerleben gerissen, als sie nach einem Unfall nicht mehr sprechen kann. Die 17-Jährige kämpft wütend und frustriert mit ihrem Schicksal, das sie immer mehr zu einer sprachlosen Außenseiterin macht. Ein ergreifender Roman, emotional und packend geschrieben. Seit Vega bei einer Feier gestürzt ist, leidet sie an Aphasie. Sie kann nicht sprechen, kaum lesen und mit noch größerer Mühe schreiben. Auch die Beziehung zu ihrer besten Freundin Ida und ihrem Freund Johan gibt ihr keinen Halt, denn sie kommen mit ihrer Krankheit nicht zurecht. Vega fühlt sich innerlich wie tot und zieht sich immer mehr zurück. Bis sie Theo trifft, der ebenfalls an Aphasie leidet und beide merken, dass sich zusammen leichter ein Weg in ein neues Leben finden lässt.

Wie hat es mir gefallen?

Wie das Licht von einem erloschenen Stern habe ich mit der Lovelybox von Lovelybooks zum Thema Junge Helden zugesandt bekommen. Auf das Buch selbst bin ich aber schon durch die liebe Nicole aufmerksam geworden, denn die hatte nur wenige Wochen zuvor bereits eine positive Besprechung veröffentlicht (diese habe ich euch unten in den Lieblinks verlinkt) und somit landete das Buch ohnehin auf meiner Wunschliste. 

Auf nur 243 Seiten hat Nicole Boyle Rodtnes eine Geschichte zu Papier gebracht, die inhaltlich unglaublich viel Dichte mit sich bringt, sprachlich aber ganz beim jugendlichen Stil bleibt. Trotzdem (oder gerade deshalb) schafft es die Autorin aber keines der Themen im Buch nur oberflächlich anzureißen. Jedem Aspekt wird ausreichend Platz geschaffen. Besonders ergriffen hat mich in der Tat die Sprachlosigkeit Vegas, die Aphasie. Also die starke Beeinträchtigung der bereits erworbenen Sprache durch eine Schädigung, beispielsweise einem Schlaganfall, Thrombose oder einem Schädel-Hirn-Trauma. Letzteres trifft auf Vega zu. Während einer Party fällt sie in den Pool und schlägt mit dem Hinterkopf auf den Boden des Beckens auf. Die Folge ist eine Schädigung ihres Sprachzentrums.

Einst eines der beliebtesten Mädchen der Schule, fest integriert in einer hippen Clique und mit einem politisch-engagierten Jungen zum Freund wird Vega aus ihrem doch sehr sozialen Leben in nur einer Nacht hinaus katapultiert. Ihre sprachliche Beeinträchtigung wird zu einer sprachlichen Barriere, mündliche Kommunikation scheint nicht möglich. Von Normalität kann da keine Rede mehr sein, doch was ist schon normal und wer bestimmt das eigentlich? Normalität ist eine gesellschaftlich gesetzte Konvention. Überraschung: wir bestimmen tagtäglich mit unserem Tun, was als normal gilt und was nicht. Wie das Licht von einem erloschenen Stern zeigt daher an nicht gerade wenigen Stellen auf, wie Vega durch ihre Umwelt behindert und zum "sprachlichen Krüppel" gemacht wird. 
Früher ist mir das [Sprechen] nie schwergefallen. Ich konnte über alles und nichts reden, aber wenn man drei Monate lang zuhören muss, nur zuhören, dann stellt man fest, wie viele belanglose Dinge gesagt werden. Und ich will um nichts in der Welt etwas Belangloses sagen. (S. 180)
Direkt nach ihrem Unfall besuchen ihre beste Freundin Ida und ihr Freund Johan sie noch relativ regelmäßig, doch der unkontrollierte Buchstabenwasserfall, der Vega entweicht verunsichert gerade die beiden Personen, die im Leben eines jungen Teenagers wohl am Wichtigsten sind: Freunde. Und so kommt es, dass die Besuche immer weniger werden und für Vega alles ungesagt bleibt. Selbst körperliche Nähe bringen Vega und Johan nicht mehr einander näher. 
Als ich das Schweigen nicht mehr ertragen kann, beuge ich mich vor und küsse ihn. (...) Ich schließe die Augen und genieße es, dass es Dinge gibt, die selbst dann möglich sind, wenn man nicht sprechen kann. Wir haben nie so viel Sex gehabt wie seit meinem Unfall. Nur dabei komme ich mir noch immer normal vor. Nur dabei enttäusche ich ihn nicht. (S. 23)
Und so leben Vegas Freunde weiterhin ihr Leben, fahren auf Klassenfahrt, feiern Parties und posten Bilder davon bei Facebook, während Vega zuhause ihre Mauern weiter hochzieht und versucht die Sprache wiederzufinden - eine Suche, die vor allem durch viele unerträgliche Misserfolge geprägt ist. Von ihrer Mutter, die unendlich viel Kraft braucht, um ihre Tochter zu unterstützen, lässt sie sich zäh dazu überreden, einen Sprachworkshop der Selbsthilfeorganisation zu besuchen. Erst dort trifft sie auf jemanden, dem es genauso ergeht wie ihr: Theo. Einer, der ihr Leben ein kleines bisschen besser macht, aber nicht weniger unnormal behandelt wird. 
Und so sitzen wir hier, zwei mit Gehirnschaden, zwei, die beide fallengelassen worden sind. (...) Und als es passiert ist, konnte sein Ego [Johans] die Vorstellung nicht ertragen, dass er eine Kranke verlassen würde. (S. 127)
Mit der Annäherung zwischen Theo und Vega verschiebt sich auch der Fokus der Geschichte. Wohingegen sich die ersten hundert Seiten vor allem auf Vega und den Umgang mit ihrer Beeinträchtigung beziehen, werden in der weiteren Hälfte des Buches mehr Details offenbart. Denn Vega hat auch noch eine kleinere Schwester, die ganz besonders unter dem Sprachdefizit zu leiden scheint. In stetigen Flashbacks wird außerdem eine verschwommene Erinnerung Vegas beschrieben, die nach und nach mehr von der Unfallnacht erzählt.  Der Höhepunkt des Ganzen und somit auch die Auflösung der Geschichte traf mich gänzlich unerwartet, hat mich daher aber auch nachwirkend beeindruckt. 

Insgesamt halte ich Wie das Licht von einem erloschenen Stern von Nicole Boyle Rodtnes gerade deshalb als besonders lesenswert, weil eine Beeinträchtigung hier nicht nur als Mittel zum Zweck genutzt wird - die sogenannte Betroffenheitskeule. Tatsächlich wird hier ganz klar Vielfalt nicht nur als solche thematisiert, sondern auch wertgeschätzt. Quasi ein Sprachrohr für all jene, die sich nicht äußern können, die täglich mit solchen Barrieren kämpfen müssen und kilometerweite Seen durchschwimmen, um das Beste aus ihrem Zustand zu machen - mit all ihren Misserfolgen. Das passt wiederum auch zur Schreibmotivation der Autorin, denn Nicole Boyle Rodtnes hat selbst einen Aphasie-Patienten in ihrer Familie und wollte aufzeigen, wie eine Person unsichtbar wird, wenn ihr die Worte für alles fehlen. Dieser Fingerzeig ist ihr sowohl stilistisch als auch inhaltlich mehr als gelungen und ich habe fünf von fünf Sternen vergeben. 

Lieblinks

Hier findet ihr das Buch auch nochmal auf der Verlagswebsite. Und hier verlinke ich euch die Buchbesprechung von Nicole (Nicoles Bibliothek), falls ihr noch eine andere Buchmeinung lesen wollt.  



 Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Tag :-)

"I know the punchline!" - Justin Cronin live in Dortmund

Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Wenn sich der brilliante Autor (er ist es wirklich, auch wenn er selbst mit einem lässigen "Ach was!" abwinkt) Justin Cronin die Ehre gibt und in Dortmund sein episches The Passage-Finale Die Spiegelstadt vorstellt, kann ich nicht daheim sitzen und Däumchen drehen. So machte ich mich also am vergangenen Montagabend mit 4000 Seiten Kulturgut (die gesamte Trilogie plus das Gewinnerbuch der lieben Franzi) auf den Weg in die Mayersche Buchhandlung. Schon vor Ort konnte ich einige Unterhaltungen mit anhören, die davon berichteten, dass dieses Sci-Fi/Endzeit-Genre ja eigentlich gar nicht ihres sei, sie aber diesen Epos um das Mädchen aus dem Nirgendwo, Amy Bellafonte, gerade zu verschlungen hätten. Innerlich musste ich nur grinsend nicken, denn mir ging es im letzten Jahr beim Entdecken dieser Geschichte ja ganz genauso. Manchmal lohnt es sich eben doch, etwas vollkommen Neues auszuprobieren und es spricht nur für Justin Cronin, wenn er auch den nicht für dieses Genre typischen Leser ansprechen und in seinen Bann ziehen kann. Nur als kleiner Anstoß für all jene, die ihr immernoch mit dem Gedanken hadert, seine Bücher zu lesen ;-) Nun aber zum Event selbst: Die deutsch-amerikanische Lesung wurde wieder ganz wunderbar von der lieben Margarete von Schwarzkopf moderiert, ich hatte bereits zur Mhairi McFarlane-Lesung von ihr geschwärmt.  Außerdem war der Schauspieler Heio von Stetten mit von der Partie, er übernahm quasi den deutschen Lesepart. 
von links nach rechts: Heio von Stetten, Justin Cronin und Margarete von Schwarzkopf
Trotz Jetlag (Cronin reiste direkt aus Texas an) und nur drei Stunden Schlaf wirkte the master of storytelling himself wie frisch aus dem Ei gepellt. Immer ein Lächeln auf den Lippen und einen lockeren Spruch aus dem Ärmel schüttelnd. Auch die starlight-Beleuchtung der Mayerschen nahm er mit Humor. So mag ich ja Lesungen! 
Bitte einmal den zweiten Scheinwerfer regulieren, thanks!
Bevor es inhaltlich explizit um den finalen Band Die Spiegelstadt ging, läutete Frau von Schwarzkopf die Lesung mit einem Rückblick ein. Zehn Jahre sind nun vergangen, seit Cronin dem Wunsch seiner Tochter nachkam, endlich mal ein spannendes Buch zu schreiben, und er die ersten Worte dieses 3000 Seiten-Werks getippt hat und schon damals wusste er ganz genau wie die Geschichte ausgehen wird. In Der Übergang leitet er direkt mit folgenden Worten ein:
Bevor sie das Mädchen von Nirgendwo wurde - das Mädchen, das plötzlich auftauchte, Die Erste Und Letzte Und Einzige, die tausend Jahre lebte -, war sie nur ein kleines Mädchen aus Iowa und hieß Amy. Amy Harper Bellafonte. (S. 11)
Justin Cronin sieht das Bücher schreiben wie einen Handschlag mit dem Leser, ähnlich wie einen Vertrag, "I have a theory, I know this whole thing and I know the punchline!". Man muss seine Geschichte als Autor in- und auswendig kennen,  dem Leser am besten schon zu Beginn eines Buches ein Versprechen geben, eine Garantie. Auf The Passage bezogen machte er dem Leser das Versprechen, dass Amy Großes tun wird. Und dies hält er auch zehn Jahre später ein. Er ist der Autor und er hat, Achtung Wortwitz, die authority und nicht etwa seine Figuren. Cronin bestimmt von Beginn an, was getan wird und lässt sich nicht, wie viele andere Autorenkollegen (Namen wollte er keine nennen), von Figuren oder der aktuellen Wetterlage beim Schreiben leiten. Er hat schon viele Bücher gelesen, die einen sensationellen Start hinlegten, in Teil zwei oder Teil drei dann aber die Kellerstufen runterpurzelten, weil plötzlich ein Plot-Loch da war, dass der Autor nicht von vornherein mitbedacht hat. Cronins folgender Vergleich wirkt zwar beim ersten Hinhören etwas plump, aber eigentlich hat er ja recht! Denn als Autor erzählst du einen Witz und du musst einfach die Pointe kennen, sonst ist der Witz dahin und keiner lacht (oder/und applaudiert im besten Fall über deinen genialen Genie-Streich!). Daher braucht es auch oftmals so lange und es bedarf auch mehrerer Versionen einer Geschichte, um ein wirklich gutes Buch auf den Markt zu bringen. Wobei die Originalfassung der Trilogie "nur" um 500 Seiten gekürzt werden musste, wie mir Justin Cronin später selbst verriet.
Heio von Stetten warf daraufhin ein, dass dieser Weitblick eben auch das Besondere bei Justin Cronin als Autor an sich sei. Er steht nicht nur unterhalb eines Genres, sondern eindeutig darüber! Und somit war dann auch der Übergang zur Die Spiegelstadt geschaffen und Herr von Stetten las mit charismatischer Stimme aus den ersten Seiten des finalen Bandes, die wiederum wieder von Rainer Schmidt übersetzt wurden - sprachlich eine ganz hervorragende Arbeit! Das Hörbuch wird übrigens nicht von Herrn von Stetten eingesprochen, sondern von David Nathan - soll aber auch gut sein. Natürlich lies Justin Cronin es sich nicht nehmen, und las später auch nochmal ein paar Seiten in Originalsprache.
Was Frau von Schwarzkopf besonders interessierte, war natürlich die Rolle der Amy und ab da nahm die ohnehin schon spannende Lesung nochmal einen ganz anderen, aber ebenso interessanten Lauf. Zunächst, und das hatte ich noch gar nicht so auf den Schirm, meint Cronin über die The Passage-Trilogie, dass es sich hierbei eigentlich im Ursprung um ein Familiendrama handelt. Das erste Buch fokussiert sich auf die Kinder und die Beziehung zu ihnen - Amy ist dort schließlich selbst noch ein Kind. Der zweite Band hingegen beschreibt das sogenannte "midlife", wenn die Kinder aus dem ersten Band eigene Familien gründen. Der dritte Band steht laut Justin Cronin wiederum für das leere Nest. Die Trilogie beschreibt vorrangig die Entwicklung von Generationen, die Virals und die Endzeit, die absolute Apokalypse sind eigentlich nur Mittel zum Zweck (selbst wenn Cronin den "Bösewicht" Zero als charismatischen Verbrecher dargestellt hat, der vor allem eines kann - seine Opfer durch Sprache betören). Vielmehr geht es darum, eine fiktive Welt zu schaffen, und Menschen dabei zu beobachten, wie sie unter bestimmten Umständen lernen zu überleben, wie sie Strategien entwickeln, ihre Sorgen und Probleme zu bewältigen. Nachdem ich ja nun bereits zwei Drittel der Trilogie gelesen habe, kann ich dem eigentlich nur zustimmen, denn klar sind diese Virals einerseits furchteinflößend und die Szenen nicht unbedingt immer für Zartbesaitete geschrieben. Aber andererseits stehen diese Szenen niemals so sehr im Vordergrund, wie die Dramatik des Buches an sich.
Amy wiederum steht für "the extension of my will", wie Cronin ganz besonders philosophisch formulierte - sie hat die Gabe, Dinge zu sehen, die die Welt nicht mehr sehen kann (beispielsweise durch Engstirnigkeit oder zunehmenden Egozentrismus). Er wollte vor allem eine Figur und letztlich insgesamt viele Figuren haben, die die komplette Bandbreite der weiblichen Stärke symbolisieren. Ab dem ersten Band ist dies natürlich vor allem Amy, die laut Cronin für das Geistige steht, für die Retterin der Welt in 1000 Jahren. Denn Justin Cronin glaubt, dass die Welt nur von Frauen gerettet werden kann, wenn sie sich mal in Richtung Abgrund bewegt - und das meinte er ernst! Aber da das Geistige nicht reicht, hat er vor allem ab den zweiten Band den weiblichen Figuren Eigenschaften wie die Kriegerin (Alicia) oder die Mutter (Sara) zugetragen - vermutlich auch, um den Bild der Über-Frau auszuweichen und möglichst viele Facetten durch unterschiedliche weibliche Personen hervorzuheben.
Und ja: die weiblichen Hauptfiguren in The Passage sind wirklich unglaublich stark in all ihrem Tun, da kommen die Männer ja schon beinahe zu kurz in ihren Eigenschaften. Natürlich sind all diese Ausführen stark an den Glauben gekoppelt, Cronin wollte auch den Beginn eines neuen Glaubens beschreiben, deshalb lesen sich viele Passagen in den Büchern auch wie die Schöpfungsgeschichte, haben mit der Kirche aber nur wenig gemein. Cronin meint damit aber auch keinen kirchlichen Kosmos, sondern einen allgemeinen,  die Frage nach dem Sinn des Lebens - wie werde ich mit all dem fertig, was mich tagtäglich umgibt und warum ist das eigentlich so? - "There will be a point in your life where you do want to know!". 

Ihr lest es schon, diese Lesung ist inhaltlich echt beeindruckend gewesen, ohne dass man sich in einem Esoterik-Kurs wähnte und man kann, sofern man denn will, so viel aus dieser einen apokalyptischen Geschichte ziehen.
Cronin ist nun am Ende einer langen Reise angekommen, und er beschrieb dieses Gefühl mit den Worten: "I've finished the book and there was this giant sucking sound and then there was just emptiness." Ich fragte ihn später, ob er bereits an neuen Projekten arbeiten würde. Dies verneinte er. Er ist nun schon eine ganze Weile quer über den Globus gereist, um Lesungen wie diese am Montag zu machen und er freut sich nach über 50 Städten weltweit nun auf sein Zuhause. Wenn er dort angekommen ist, dürfen die Ideen wieder kitzeln. 

Und noch ein paar weitere Fun Facts, die nun ganz für sich stehen können, nachdem ich das für mich Wichtige aufgeschrieben habe:
  • Momentan steht es zur Diskussion, ob die Trilogie nicht als TV-Serie verfilmt werden soll. 
  • Justin Cronin hat nie Harry Potter gelesen, Elfen sind ihm suspekt. 
  • Er liebt Nonnen! Besonders gläubig ist er aber nicht, da seine Mutter die Sonntagsmesse aus Angst vor erhöhtem Verkehr immer früher verließ.
  • Die The Passage-Trilogie beinhaltet nebst vieler Shakespeare-Referenzen auch einige Anspielungen zu The Wizard of Oz
  • Eine absolute Buch- und Filmempfehlung von Justin Cronin (aber auch von Frau von Schwarzkopf) ist On the Beach, ein Buch/Film aus den späten 50ern, welches erstmals die Auswirkungen einer nuklearen Weltkatastrophe beschrieb, und somit insgesamt für die Literatur federführend war. 
Natürlich stand Justin Cronin abschließend für vielevieleviele Signaturen und Fotos bereit und war dabei immernoch wie ... frisch aus dem Ei gepellt! Spitzen-Lesung :-)

Lieblinks

Hier findet ihr die Trilogie auch nochmal auf der Verlagsseite. Weiterhin verlinke ich euch an dieser Stelle auch die offizielle Homepage zu The Passage. Justin Cronin ist außerdem auch auf Instagram und Facebook zu finden. 


Ich wünsche euch noch einen schönen Tag, wir lesen uns hier am Freitag wieder :-)