Gemeinsam lesen #70: Ich nannte ihn Krawatte/Die Liebe ist ein schlechter Verlierer

Hallöchen ihr Lieben! 
Auch im neuen Jahr weiterhin dabei - heute nehme ich bereits zum 70. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil.  Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen! 

Und nun zu den Fragen für diese Woche:
1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade zwei Überbleibsel aus dem Monat Mai: Ich nannte ihn Krawatte von Milena Michiko Flasar (Seite 112) und Die Liebe ist ein schlechter Verlierer von Katie Marsh (Seite 156).

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Ich nannte ihn Krawatte: "Und da war es wieder" 
Die Liebe ist ein schlechter Verlierer: "Hannah." 

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Ich bin heute mit zwei Büchern dabei: einerseits Ich nannte ihn Krawatte, das Buch des ARD-Lesekreises, welcher morgen schon mit einem neuen Buch startet, und andererseits meinem Leserundenbuch Die Liebe ist ein schlechter Verlierer, welches ich mit der lieben Livia zusammen lese. Ich nannte ihn Krawatte begleitet mich nun schon den ganzen Monat und ich konnte mich einfach nicht so schnell davon trennen. Es ist definitiv ein Buch, mit dem man gerne ein paar Seiten verweilt, mit dessen Worten man sich schon fast belohnen möchte. Mal hinsetzen und genießen, und nicht durchhetzen um der Statistik willen. Deshalb ist es auch kein Drama, wenn ich das Buch erst morgen beenden würde. Katie Marsh wird mich noch ein Weilchen begleiten, da Livia und ich ja in Leseabschnitten lesen. Und das ist auch gut so! Letzte Woche war ich bereits auf den ersten 48 Seiten emotional so stark ergriffen und diese Woche bin ich emotional total entrüstet über das Verhalten einer Buchfigur - man man man! Ein Auf und Ab ist dieses Buch, eine Talfahrt ist nichts dagegen. 
 


4. Fällt es dir leichter eine Rezension zu einem guten oder zu einem schlechten Buch zu schreiben?
Mal so, mal so. Es gibt Bücher, die haben mich so umgehauen, dass ich meine Begeisterung kaum in Worte fassen kann. Da sitze ich dann schonmal zwei Stunden vor dem Editor und bedenke jeden Satz. Und dann gibt es genauso oft Bücher, die mir nicht gefallen haben und mit deren Besprechung ich auch gut zwei Stunden verbringe, damit mir eben das Slutshaming, wie die liebe Heike von Umblättern es bezeichnet, nicht unterkommt. Denn ein Autor hat konstruktive negative Kritik ebenso verdient, wie überschwängliches Lob. Tatsächlich ist es aber auch so, dass ich überwiegend nur die Bücher rezensiere, die mir eben okay bis sehr gut gefallen haben, außer es handelt sich dabei um Rezi-Exen oder den Folgeband einer Reihe. 

Wie schaut es bei euch aus? Lassen sich Rezensionen zu guten Büchern besser schreiben, als zu schlechten? Und überdies, was lest ihr gerade? Schreibt es mir in die Kommentare!

Ich wünsche euch einen superguten Tag, wir lesen uns hier am Freitag wieder! 


Wie du mehr aus deinem (Buch-)Blog machen kannst! - Wir müssen über Fotos reden

Einen wunderschönen Sonntag, ihr Lieben! 
Gut zwei Wochen ist es nun her, dass der erste Beitrag zu Wie du mehr aus deinem (Buch-)Blog machen kannst online ging, und der Beitrag ist SO gut bei euch angekommen - vielen lieben Dank an euch für's Klicken, Kommentieren, Emails schreiben und Weitersagen!  Ich habe mich wirklich sehr gefreut, das ist der beste Lohn :-) Aber nun weiter im Text: Ich selbst würde mich niemals als absoluten Vollprofi in Sachen "Webdesign" bezeichnen. Vieles, was ich in Posts wie diesem hier mit euch teile, ist ganz bestimmt dem ein oder anderen bereits bekannt, andere werden den Kopf schütteln, weil sie womöglich effizientere Wege gefunden haben, um die eigene Internetpräsenz zu optimieren. Vielleicht ist da aber auch jemand, der wirklich absolut keine Ahnung hat, wie es gehen kann. Deshalb! Sharing is caring -  seht die Beiträge einfach als ein Teilen von Erfahrungen, die ich über die Jahre mit MySpace (wer erinnert sich noch an eines der ersten sozialen Netzwerke überhaupt?), LiveJournal (auch das waren noch Zeiten) und nun drei Jahren bei Blogger gemacht habe. Wenn damit jemandem sogar ein klitzekleines bisschen geholfen ist, freut mich das! Wenn ihr eure Tipps in die Kommentare schreibt, freut mich das ebenso - ich und du, wir lernen nie aus ;-)  

Nachdem es im letzten Beitrag vorrangig um das Blogdesign ging, kümmern wir uns heute um den Part der Fotografie und der Bildbearbeitung. Denn erst wenn wir diesen Part abgearbeitet haben, können wir uns tatsächlich um das Branding an sich kümmern. 

Ich werde dir in diesem Beitrag das Foto-Equipment zeigen, welches ich besitze und regelmäßig nutze. Wie schon im Beitrag zum Blogdesign generell: es ist einfach meine persönliche Macke, ich hege als Laie sehr viel Interesse für das Visuelle und investiere von Zeit zu Zeit eben in bestimmte Dinge, die meine Interessen vorwärts bringen. Dies bedeutet aber nicht, dass du genau dieses Foto-Equipment nun auch brauchst - ganz im Gegenteil! Ich möchte dir vielmehr zeigen, wie du das was du jetzt schon hast, optimal für dich nutzen kannst. Es braucht nicht immer eine Spiegelreflexkamera und ein 100€-Fotobearbeitungsprogramm. 
Diese Kameras kommen für den Blog regelmäßig zum Einsatz: meine Nikon D3200 mit einem Tamron AF 18-200mm Objektiv. Zum Nikon Starter-Kit gehörte damals noch das Standard-Objektiv mit einer Brennweite von 18-55mm dazu, das kommt aber seit dem Tamron kaum noch zum Einsatz. Außerdem habe ich aus Bequemlichkeit eine Nikon Kompaktkamera zugelegt, die Nikon Coolpix S6400. Bequemlichkeit deshalb, weil man das Gewicht so einer Spiegelreflexkamera mit dem jeweiligen Objektiv echt nicht unterschätzen sollte. Auf einigen Veranstaltungen ist eine Spiegelreflex für mich manchmal mehr hinderlich als fördernd und daher musste auch noch etwas Kompaktes her. Trotzdem gibt es genügend Lesungen, wo ich mit beiden Gerätschaften ausgestattet bin. Und trotzdem braucht es nicht immer eine Highend-Cam! Das obige Foto ist beispielsweise mit der Kamera meines Smartphones entstanden. 

Das richtige Equipment hast du womöglich schon, du musst nur lernen, es für dich zu nutzen

Deine Smartphone-Kamera und/oder deine Digi-Cam muss/müssen sich nämlich absolut nicht verstecken! So manch ein Smartphone ist mittlerweile ähnlich funktional ausgestattet, wie eine handelsübliche Kompaktkamera. Wichtig ist nur, dass du den Filter mal Filter sein lässt und wirklich im Kamera-Modus fotografierst. Das ist sicherlich kein neuer Tipp (oder #hack, wie man es neuerdings so sagt), aber hast du schonmal geschaut, welche Funktionen deine Smartphone-Kamera so mit sich bringt? Nebst einiger Vorab-Einstellungen kannst du hier genauso am ISO- oder Weißabgleich-Rädchen drehen, den Makromodus einstellen und Bildanpassungen vornehmen (was ISO und Weißabgleich bedeuten, kannst du hier nachlesen), bei den meisten Geräten sind die jeweiligen Funktionen sogar ziemlich gut erklärt. Probier es einfach mal aus und variiere je nach Tageszeit und Wetterlage, du wirst sehen, dass alleine das schon Wahnsinnsunterschiede macht. Stelle auch ein, dass die Auflösung deiner Smartphone-Fotos wenigstens bei 3264x2448 px liegt, 640x480 px ist dagegen eher nicht so optimal und tolle Details in deinem Bild werden von der Technik einfach "verschluckt". Selbiges gilt natürlich auch für die Digi-Cam.

Nachhelfen kann man immernoch! 

Wenn ich mit der Nikon D3200 fotografiere, gehe ich bei all den Einstellungen nicht anders vor. Zwar sind Spiegelreflexkameras mit einem Automatik-Programm ausgestattet, aber das ist eben nicht der Sinn bei solch Apparaten. Hier wird selbst gefuchtelt, eingestellt und gewerkelt - bis der richtige Schnappschuss dabei ist. Und selbst dann kann an der ein oder anderen Stelle noch nachgebessert werden, weil das Tageslicht eben nicht optimal war oder der Weißabgleich nicht richtig sensibilisiert wurde. Und da arbeite ich - oh Überraschung - nicht mit Photoshop! Ich bediene mich stattdessen kostenloser Programme, die ebenso ihr Bestes tun (was aber nicht ausschließt, dass ich nicht mit Photoshop liebäugle). 
Bildrechte unterliegen den jeweiligen Firmen
Diese Programme hier haben sich bisher immer für mich bewährt und sind darüberhinaus auch noch kostenlos, daher kann ich sie auch ausnahmslos an euch weiterempfehlen: PicMonkey, PhotoScape und Pixlr. Während PhotoScape ein Programm ist, welches ihr auf euren Laptop/PC fest installieren könnt, handelt es sich bei PicMonkey und Pixlr um sogenannte Online Image Editor. Das heißt, ihr ruft die jeweiligen Web-Adressen auf und bearbeitet eure Fotos und Designs online. Pixlr hat noch den Vorzug, dass es sich auch als kostenfreie App herunterladen lässt. PicMonkey arbeitet da noch dran, aber auch hier wird eine App in naher Zukunft folgen. Ich verwende alle drei Programme in Kombination, denn jedes Programm für sich allein reicht mir dann doch nicht. Diese Entscheidung beruht unter anderem auch auf den verschiedenen Benutzeroberflächen des jeweiligen Programms, denn im Prinzip können sie alle dasselbe (mit wenigen Abstrichen), aber Collagen und Weißabgleichkorrektur funktioniert für mich mit PicMonkey eben sehr viel besser, dafür kann ich aber mit PhotoScape meinen ganzen Branding-Kram erledigen. Pixlr fällt an dieser Stelle insofern raus, als dass sich der Einsatz hier vor allem auf Filteranpassungen beschränkt. Aber auch hier kannst du ebenso mit Licht und Kontrast spielen, Highlights setzen und mit Schriftarten arbeiten. Probieren geht über Studieren! 

Ein Beispiel 

Da es im Design-Beitrag zuvor weniger um das Wie?, als vielmehr um das Was&Wo? ging, verfahre ich für diesen Eintrag hier mal genau umgekehrt und zeige dir, wie ich beispielsweise ein Foto für den Blog optimiere und wie ein eher blasses Bild (links unten) wieder in den Originalfarben erstrahlt (rechts unten)!
Das obige Bild links ist eigentlich schon recht optimal, allerdings hat die Kamera das strahlende Gelb der Sonne geschluckt und ich musste doch nochmal ausbessern. Für solche Feinarbeiten ist PicMonkey optimal. 
Manchmal kann man schon einiges ausbessern, indem man mal den Weißabgleich überprüft. Und wenn der Blaustich erst einmal eliminiert ist und das Bild schon eher dem Tageslicht entspricht, hilft man dann bei der Farbsättigung nach. 
Das war eigentlich auch schon der ganze Zauber! Ich mag es, wenn die Farben so getreu wie nur möglich herausstechen, für dich muss das widerum nicht so sein. Aber selbst in einem S/W-Bild kann es tolle Effekte haben, wenn mal der Kontrastregler hochgeschoben wird! 

Wenn ich das bearbeitete Bild aus PicMonkey dann abgespeichert habe, geht es direkt zu PhotoScape und ich füge mein Logo über die Objekt-Oberfläche ein. Und das ist dann das fertige Bild für den Blog. Kein Teufelshandwerk, nur eine feine Optimierung! 

Die weiß gebeizten Dielen mit viel Flausch eines jeden Bloggers 

Noch ein paar Worte zur Bildkomposition und für mehr Realität beim Bloggen: Auch wenn ich es mir noch so sehr wünsche, nein, ich habe keinen tollen morschen Holzfußboden, der knarrende Geräusche von sich gibt, wenn ich darüber laufe. Das was ihr auf meinen Fotos als Hintergrund seht, ist eine Tapetenrolle in Holzoptik aus dem Baumarkt und mein tolles Flauschefell stammt aus dem IKEA. Die holzige Deko ist aus dem Nanu Nana, und ist keinesfalls von mir selbst zerhackstückelt. Lediglich die wöchentlichen Tulpen sind echt und bestimmt nicht aus Plastik, denn ich liebe Blumen. Worauf ich hinaus will: Trends gibt es in jedem Bereich, so auch im Bereich der Bildkomposition und es war noch nie so einfach, die Waldholzhütte zu sich nach Hause zu holen. Ob du da mitmachst, obliegt aber ganz deiner Entscheidung :-)

Wo du dir noch mehr Inspiration holen kannst

Die genannten Bildbearbeitungsprogramme sind selbstverständlich nur eine kleine Auswahl von vielen! So schwören viele YouTuber beispielsweise auf die Plattform Canva, die ähnlich wie PicMonkey oder Pixlr funktioniert. Ich habe mich dort schonmal umgeschaut, kann aber bisher noch nicht ganz so viel zur Handhabung sagen.

Außerdem ein weiterer Tipp in eBook-Form für all jene, die gerade erst begonnen haben zu bloggen oder überhaupt mit dem Gedanken spielen, einen Blog zu führen: Die liebe Tinka Beere hat mit dem Blogging Guide einen kleinen aber feinen Ratgeber zusammen gestellt, der sich vor allem mit dem großen WAS? des Buchbloggens beschäftigt. Von der Frage, welcher Bloganbieter optimal ist, bis hin zum Who is Who? im Social Networking findest du hier jede Menge Antworten auf die ersten Fragen des Buchbloggens und bekommst überdies auch noch weitere Nachlese-Tipps! Als Einsteiger ist der Blogging Guide ein toller Wegweiser im Blogland der vielen Möglichkeiten.

Auch in diesem Beitrag verweise ich wieder auf das Blogger-Projekt Blogger Alphabet, hier bekommst du von vielenvielenvielen Bloggern nicht nur zu Themen wie Designvorlagen jede Menge Hinweise. Auf Facebook findest du die Seite Richtig bloggen, ein Sammelsurium von Tipps&Tricks! Und die liebe Jule von Floral Heart hat ihre ganz eigene Rubrik Blogger ABC ins Leben gerufen, auch hier findest du viele hilfreiche Tipps, die mehr aus deinem Blog machen können :-) 

Ich hoffe, dir hat dieser Beitrag gefallen und konnte dir ein bisschen nützlich sein. Falls du weitere Tipps, einen ähnlichen Blogbeitrag verfasst oder einen anderen wissenswerten Hinweis hast, schreib ihn gerne in die Kommentare! 

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag, kommt gut in die neue Woche! 







*Die Bildrechte des gezeigten Covers obliegen dem Verlag. Diese Bildkomposition wurde zuvor zu Buchvorstellungszwecken bereits auf dem Blog veröffentlicht und dient in diesem Beitrag der Veranschaulichung eines Gestaltungsvorganges.

Ein paar Worte zu... Matt Haig - Ich & die Menschen / Die Menschen von A bis Z



Matt Haig Ich und die Menschen ; Die Menschen von A bis Z | Gegenwartsliteratur| Broschur, 352 Seiten | Preis: 9,95€| TB erschienen am 21. August 2015 | ISBN9783423216043 | 
Hier bestellen: Thalia  eBook  *amazon


Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Ich wusel mich weiter durch meinen SuB und bin nun bei Matt Haig hängen geblieben. Der Autor ist derzeit vor allem mit seinem neuen Werk Ziemlich gute Gründe um am Leben zu bleiben in aller Munde (hier könnt ihr euch eine Rezension von der lieben Inka durchlesen) und auch dieses Buch wird bald schon den Weg in mein Buchregal finden. Aber erstmal habe ich mir Ich und die Menschen vom SuB gezogen! 

Worum geht es?

In einer regnerischen Freitagnacht wird Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, aufgegriffen, als er nackt eine Autobahn entlangwandert. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Dieser neue Andrew ist nicht begeistert von seiner neuen Existenz. Er hat eine denkbar negative Meinung von den Menschen. Jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die ihn überkommen, wenn er Debussy hört oder Isobel, der Frau des Professors, in die Augen blickt?

Wie hat es mir gefallen?

Was ein Wahnsinnsbuch, das Matt Haig hier geschaffen hat! Einerseits ein Roman zum Nachdenken, andererseits gespickt mit vielerelei Elementen, die schon einem Krimi ähneln. 
In diesem Buch geht es darum, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Mit anderen Worten: In diesem Buch geht es um dich. Um all das Katastrophale, Sterbliche, Wunderbare, das dich ausmacht. (Klappentext)
Alleine die Idee sich vom Mensch-Sein so sehr zu entfernen, und die Erzählsicht eines Außerirdischen einzunehmen, um über das Mensch-Sein zu schreiben, ist klasse! Andrew Martin, ein grandioser Mathematikprofessor, ist nicht länger Andrew Martin. Ein anderes Wesen hat besitzt von ihm genommen, ein Wesen was evolutionstechnisch einen sehr viel höheren Rang inne hat, als der einfache Mensch. Es gab keine Textstelle, in der Haig dieses Umdenken in ein anderes Wesen nicht gelungen ist, es las sich tatsächlich so, als würde eine andere Spezies ein Urteil über unsere Menschheit fällen. Erst ein Urteil von oben herab, gerade zu beschämend...
Ich bin auf einem Planeten gelandet, wo die intelligenteste Lebensform immer noch selbst mit einem Auto fahren muss... (S. 24) 

Die menschlichen Schriftsprachen sind lächerlich simpel, denn sie bestehen fast ausschließlich aus Wörtern. Es gelang mir, aus dem ersten Artikel die gesamte Schriftsprache zu extrapolieren sowie einige grundlegende Informationen über den "Touch, der Ihre Stimmung und Beziehung aufpeppt" zu gewinnen. (S. 28) 
Ich als Leserin hatte auf der ein oder anderen Buchseite schon das Gefühl, vor den Kopf gestoßen zu werden. Träumen wir denn nicht tatsächlich schon seit Ewigkeiten davon, dass Autos fliegende Maschinerien sind? Und ja, ist der Orgasmus wirklich das einzig zentrale Thema, dass unser Dasein ausmacht? Wer nun denkt, bei dieser Geschichte würde es sich um einen Science Fiction-Roman handeln, der irrt. Vielmehr geht es eben um nichts anderes als das Mensch-Sein!

Denn der Nicht-Andrew gewöhnt sich so langsam an das Mensch-Sein und all die Eigenarten, die wir so pflegen ... auch die Eigenart des Kleidertragens. Er muss sich sogar ziemlich schnell daran gewöhnen, denn Nicht-Andrew hat einen wichtigen Auftrag für das Universum zu erledigen. Dies ist auch der einzige Grund weshalb er Besitz über den Körper des Profimathematikers ergriffen hat. Denn der wahre Andrew Martin gelangte zu einer sensationellen Erkenntnis! Eine solche, die die Menscheheit evolutionstechnisch gigantisch schnell vorwärts bringen würde. Doch dies weiß das Universum zu verhindern und schickt deshalb diese Nicht-Seele auf die Erde, die alles weitere "erledigen" soll. So viel zum Thema "Krimi", denn dieser Aspekt macht das Buch so spannend wie einen Kriminalfall. Gleichzeitig erzählt Haig stocknüchtern, denn alles Nicht-Irdische ist auf Emotionen nicht angewiesen. Es handelt, ohne Für und Wider. Nur bei Nicht-Andrew fällt so langsam die Fassade... 
Ich war nicht Andrew. Ich wusste, dass ich nicht Andrew war. Trotzdem begann ich mich selbst zu verlieren. Ich war ein Nicht-Jemand, das war das Problem. Ich lag im Bett mit einer menschlichen Frau, die mir inzwischen beinahe schön vorkam, ich spürte das willentlich herbeigeführte Brennen eines Desinfektionsmittels in meinen Wunden und dachte über ihre fremde, doch faszinierende Haut nach und über ihre Fürsorge. Niemand im Universum hatte sich je um mich gesorgt. Um mich gekümmert. Bei uns gab es die Technologie, die für uns sorgte, Gefühle brauchten wir nicht. (...) Wir brauchten nur die Reinheit der mathematischen Wahrheit. (S.159)
Nicht-Andrew zeichnet das Menschsein nach und nach weicher. Was er nicht weiß: mit seiner pragmatischen Art radiert er viele Fehler, die der wahre Andrew in der Vergangenheit begannen hat, aus. Diese Art von Annäherung las sich im ganzen Roman besonders eingehend. Das zerbrochene Glas wird Splitter für Splitter wieder zusammengefügt. Selbst die Glasscherben, die als verloren galten, fügt Nicht-Andrew wieder hinzu und zahlt dafür seinen Preis.

Wohingegen das Buch zu Beginn noch vollkommen reizlos und monoton erzählt, hat es gen Ende einen Grad an Sensibilität und Philosophie erreicht, der mir persönlich Tränen in die Augen trieb, denn das Buch endete tatsächlich nicht so, wie ich mir auf den letzten 50 Seiten zurecht spinnte.

Und weil Ich und dich Mensch von Matt Haig insgesamt so anders war als erwartet und vor allem wegen seiner Einzigartigkeit glänzt, konnte ich ohne mit der Wimper zu zucken fünf von fünf Sternen für dieses alles andere als gewöhnliche Leserlebnis  vergeben. 

Direkt im Anschluss habe ich mir sogleich das eBook Die Menschen von A bis Z geholt, ein zusätzliches Goodie zum Buch selbst - ein Ratgeber für Erdenunkundige. Hier werden alle Erkenntnisse, die Nicht-Andrew während seiner Zeit auf der Erde macht, nochmal alphabetisch aufgeführt. Für dieses eBook habe ich lediglich 3 Sterne vergeben. Es ist eine nette Ergänzung zu Ich und die Menschen, aber definitiv kein Must Read, da sich das A bis Z auch in vielfältiger Form in der eigentlichen Geschichte wiederfindet, nämlich wortwörtlich und auch im Zusammenhang der Geschichte einfach mehr Sinn ergibt. 

Lieblinks

Hier verlinke ich euch das Buch auch nochmal auf der Verlagsseite im Website-Special. Ich empfehle euch auch, dass Statement des Autors sowie seine Schreibmotivation für dieses Buch zu lesen - sehr berührende Worte. Das Statement findet ihr ebenfalls auf der verlinkten Seite. Matt Haig berichtet hier in einem Video auch nochmal selbst über Ich und die Menschen. Schaut auch da gerne mal rein. 


Habt einen wunderbaren Tag und einen guten Start ins Wochenende! Wir lesen uns hier am Sonntag wieder :-)



 

Blogleserunde zu "Die Liebe ist ein schlechter Verlierer" von Katie Marsh


Einen wunderschönen Feiertag, ihr Lieben! 
Die liebe Livia vom Blog Samtpfoten mit Krallen und ich haben beschlossen, das Buch Die Liebe ist ein schlechter Verlierer von Katie Marsh zusammen zu lesen. Berichtet haben wir euch bereits am Sonntag davon, heute starten wir endlich auf Livias Blog und natürlich ist ein Einsteigen noch während der Leserei absolut möglich :-)  

Darum geht es 

Hannah will Tom verlassen. Morgen sagt sie es ihm. Und dann erfüllt sie sich ihren Traum, nach Afrika zu gehen. Tom will an seiner Ehe festhalten, sei sie noch so eingefahren. Er ignoriert die Probleme, will einfach nur neben Hannah einschlafen und morgen ins Büro fahren. Doch dazu kommt es nicht … Hannah und Tom wissen nicht, dass morgen alles anders sein wird. Dass Hannah ihre Pläne aufgeben muss und Tom nie wieder in sein altes Leben zurückkehren kann. Auch wissen sie nicht, dass ihre Liebesgeschichte noch nicht zu Ende ist und dass manche Träume einen Umweg nehmen müssen, bevor sie in Erfüllung gehen …  

So soll es laufen! 

Wir haben das Buch in insgesamt fünf Abschnitte eingeteilt, zu denen wir uns gerne mit euch austauschen wollen - hier ist spoilern erlaubt. Allgemeine Eindrücke zu Beginn des Buchs und der finale Abschluss in Form von Rezensionen sind wiederum spoilerfrei.  
  • 26.5. Donnerstag (hier klicken): Allgemeine Eindrücke zum Buch, Anmeldungen zur Leserunde, keine Spoiler erlaubt 
  • 28.5. (bei mir): Anfang bis S. 87, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 31.5. (bei Livia): S. 87 - S. 167, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 3.6. (bei mir): S. 167 - S. 253, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 5.6. (bei Livia): S. 253 - S. 321, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 7.6. (bei Livia): S. 321 - Schluss, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 9.6. (bei mir): Rezensionen, allgemeine Eindrücke nach der Lektüre, keine Spoiler erlaubt 
Ihr findet die verschiedenen Abschnitte auf unseren Blogs am jeweiligen Tag in den Kommentaren vermerkt (für Livias Beitrag einfach hier klicken). Hier darf sich dann fleißig ausgetauscht werden :-) Wenn ihr mitmischen wollt, da das Buch ohnehin auf eurem SuB liegt oder ihr noch eine schöne Frühlings/Sommerlektüre sucht und nicht alleine lesen wollt, schreibt gerne in die Kommentare, dass ihr dabei seid!

Wir sind gespannt, wie euch das Buch gefällt und lesen uns hier am Samstag in den Kommentaren wieder :-)






Gemeinsam lesen #69: Katie Marsh - Die Liebe ist ein schlechter Verlierer (Leserunde)

Hallöchen ihr Lieben! 
Auch im neuen Jahr weiterhin dabei - heute nehme ich bereits zum 69. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil.  Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen! 

Und nun zu den Fragen für diese Woche:
1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich werfe heute einen ersten Blick in unser (Livias und meines) Leserundenbuch Die Liebe ist ein schlechter Verlierer von Katie Marsh.

Darum geht es:
Hannah will Tom verlassen. Morgen sagt sie es ihm. Und dann erfüllt sie sich ihren Traum, nach Afrika zu gehen. Tom will an seiner Ehe festhalten, sei sie noch so eingefahren. Er ignoriert die Probleme, will einfach nur neben Hannah einschlafen und morgen ins Büro fahren. Doch dazu kommt es nicht … Hannah und Tom wissen nicht, dass morgen alles anders sein wird. Dass Hannah ihre Pläne aufgeben muss und Tom nie wieder in sein altes Leben zurückkehren kann. Auch wissen sie nicht, dass ihre Liebesgeschichte noch nicht zu Ende ist und dass manche Träume einen Umweg nehmen müssen, bevor sie in Erfüllung gehen …
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Hannah öffnet widerwillig blinzelnd die Augen." (S. 1)

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Da ich erst heute mit dem Buch beginne, kann ich natürlich noch nicht allzu viel zum Inhalt sagen. Ich habe das Buch auf der Leipziger Buchmesse 2016 beim Lovelybooks-Treffen bekommen und mir sagt das Cover hinsichtlich Sommer, Sonne und Sonnenschein schonmal mehr als zu, allerdings lässt der Klappentext vermuten, dass diese Geschichte um Hannah und Tom nicht immer eitel Sonnenschein sein wird. Legt man nämlich Gewicht auf die vielen Pressestimmen, erwartet einen hier ein Ehedrama, welches sich vor allem mit moralischen Fragen beschäftigt. Ich bin daher umso gespannter auf das Buch, vor allem weil ich mich versuche von all den 08/15-Geschichten loszureißen. 
http://i781.photobucket.com/albums/yy91/maaraavillosa1/leserundewidget_zpssqhkusno.png
Ich lese das Buch mit der lieben Livia zusammen, wir bloggen dazu auch in einer kleinen Leserunde. Wenn ihr mögt und das Buch ohnehin bei euch auf dem SuB liegt oder ihr generelles Interesse an der Geschichte hegt, seid ihr herzlich eingeladen mit uns zu lesen - gemeinsam ist sowieso viel schöner als alleine oder gar zu zweit. Für weitere Informationen dazu klickt einfach auf den Banner oben. Offiziell starten wir übrigens an Fronleichnam, also diesen Donnerstag!


4. Hat dich ein Buch in seiner Übersetzung schon einmal gelangweilt, obwohl dich das Original richtig fesselte ?
Da fällt mir sofort ein Autor ein: Nicholas Sparks! Ich kann die Bücher dieses Autors wirklich nur in der Originalfassung lesen, auf Deutsch ist es ganzganzganz furchtbar und schlichtweg einschläfernd. Leider kommt das schöne Feeling nie so gut rüber, wie in der Originalsprache. Aber ich finde ja auch die deutschen Ausgaben von der Gestaltung her superlangweilig. 

Wie schaut es bei dir aus? Gibt es Autoren, die du nur in der Originalfassung lesen kannst? Und überdies, was liest du gerade? Schreibt es mir in die Kommentare!

Ich wünsche euch einen superguten Tag, wir lesen uns hier am Donnerstag wieder! 


Ankündigung: Leserunde zu Katie Marsh "Die Liebe ist ein schlechter Verlierer"

Einen wunderschönen Sonntag, meine Lieben! 
Die liebe Livia vom Blog Samtpfoten mit Krallen und ich haben beschlossen, das Buch Die Liebe ist ein schlechter Verlierer von Katie Marsh zusammen zu lesen. Und da es zu zweit nur halb so spannend ist, laden wir euch alle ein, das Buch gemeinsam mit uns zu lesen oder auch dann fleissig zu kommentieren und euch mit uns auszutauschen, wenn ihr das Buch bereits gelesen habt.  Wir starten am 26. Mai 2016 mit unserer Leserunde und natürlich ist ein Einsteigen noch während der Leserei absolut möglich :-) 

Darum geht es 

Hannah will Tom verlassen. Morgen sagt sie es ihm. Und dann erfüllt sie sich ihren Traum, nach Afrika zu gehen. Tom will an seiner Ehe festhalten, sei sie noch so eingefahren. Er ignoriert die Probleme, will einfach nur neben Hannah einschlafen und morgen ins Büro fahren. Doch dazu kommt es nicht … Hannah und Tom wissen nicht, dass morgen alles anders sein wird. Dass Hannah ihre Pläne aufgeben muss und Tom nie wieder in sein altes Leben zurückkehren kann. Auch wissen sie nicht, dass ihre Liebesgeschichte noch nicht zu Ende ist und dass manche Träume einen Umweg nehmen müssen, bevor sie in Erfüllung gehen …  

So soll es laufen! 

Wir haben das Buch in insgesamt fünf Abschnitte eingeteilt, zu denen wir uns gerne mit euch austauschen wollen - hier ist spoilern erlaubt. Allgemeine Eindrücke zu Beginn des Buchs und der finale Abschluss in Form von Rezensionen sind wiederum spoilerfrei.  
  • 26.5. Donnerstag (bei Livia): Allgemeine Eindrücke zum Buch, Anmeldungen zur Leserunde, keine Spoiler erlaubt 
  • 28.5. (bei mir): Anfang bis S. 87, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 31.5. (bei Livia): S. 87 - S. 167, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 3.6. (bei mir): S. 167 - S. 253, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 5.6. (bei Livia): S. 253 - S. 321, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 7.6. (bei Livia): S. 321 - Schluss, spoilern ausdrücklich erwünscht 
  • 9.6. (bei mir): Rezensionen, allgemeine Eindrücke nach der Lektüre, keine Spoiler erlaubt 
Ihr findet die verschiedenen Abschnitte auf unseren Blogs im jeweiligen Beitrag am jeweiligen Tag in den Kommentaren vermerkt. Hier darf sich dann fleißig ausgetauscht werden :-) Wenn ihr mitmischen wollt, da das Buch ohnehin auf eurem SuB liegt oder ihr noch eine schöne Frühlings/Sommerlektüre sucht und nicht alleine lesen wollt, schreibt gerne in die Kommentare, dass ihr dabei seid!

Wir hoffen sehr, dass ihr euch auch schon genau so auf die Leserunde freut, wie wir. 
In diesem Sinne: Hoffentlich bis Donnerstag :-)





Ein paar Worte zu... Tahereh Mafi - Rette mich vor dir (Shatter me #2) [abgebrochen]

  Tahereh Mafi "Rette mich vor dir", Shatter me-Trilogie Band 2 | Jugendbuch/Romantasy | TB, 432 Seiten | Goldmann | Preis: 9.99€ | erschienen am 19. Januar 2015 | ISBN: 978-3442481712 | Hier bestellen: Thalia eBook *amazon

Da es sich hierbei um einen zweiten Teil einer Trilogie handelt, Spoiler also möglich sind, verweise ich euch hiermit zur Rezension zum ersten Band Ich fürchte mich nicht.  

Worum geht es? 

Juliette ist die Flucht gelungen. Sie und Adam sind den Fängen des grausamen Regimes entkommen und haben Zuflucht gefunden im Omega Point, dem geheimen Stützpunkt der Rebellen. Hier gibt es andere wie sie mit übernatürlichen Kräften, und zum ersten Mal fühlt Juliette sich nicht mehr als Ausgestoßene, als Monster. Doch der Fluch ihrer tödlichen Berührung verfolgt sie auch hier - zumal Adam nicht länger völlig immun dagegen ist. Während ihre Liebe zueinander immer unmöglicher scheint, rückt der Krieg mit dem Reestablishment unaufhaltsam näher. Und mit ihm das Wiedersehen mit dem dunklen und geheimnisvollen Warner, hinter dessen scheinbar gefühlloser Fassade sich so viel mehr verbirgt, als es den Anschein hat ... 

Wie hat es mir gefallen?  

Da ich dieses Buch nach fast 50% des Lesens abgebrochen habe, könnt ihr euch ja schon ungefair ausmalen, wie es mir gefallen hat. Letztlich habe ich mich auch irgendwie selbst gerettet, ganz im Zuge meines Vorsatzes, keine Lesezeit zu verschwenden und trotzdem ist es merkwürdig nun eine ENTpfehlung zu schreiben. Aber es hilft ja alles nichts! 

Genau vor einem Jahr habe ich den ersten Band Ich fürchte mich nicht und das dazugehörige eShort Zerstöre mich gelesen und war wirklich positiv angetan. Mir gefiel der Schreibstil, diese Eigenart das eigentlich Gemeinte durchzustreichen und sich gegen die Regeln der Interpunktion aufzulehnen. Diese kleine literarische Anarchie im Jugendbuchstil war für mich erfrischend, das eShort Zerstöre mich feierte ich noch ein bisschen mehr. 

Ein Jahr später scheine ich aus dieser Auflehnung herausgewachsen zu sein. Es kann keine andere Erklärung dafür geben, denn alles, was mir letztes Jahr noch so positiv ins Auge fiel, störte mich nun in Rette mich vor dir massiv. Ganz besonders störte mich aber Juliette und zwar von Beginn an. Die Amerikaner würden sagen: too much whining and complaining. Und besser könnte ich dieses Leseleid auf knapp 200 Seiten auch nicht zusammenfassen. Juliette jammert und klagt ausschließlich! Da führt der Klappentext auch leicht in die Irre, denn auf 200 Seiten fühlt sich Juliette im Omega Point sehr wohl als Ausgestoßene. Der Unterschied ist aber, dass nur sie sich so sieht. Sie katapultiert sich wohlwissend in die Rolle hinein, indem sie jeden Blick und jede Geste der anderen auf die Goldwaage legt und sowas von fehlinterpretiert, dass ich mir als Leserin nur an den Kopf gefasst habe. So richtig grenzwertig wird es aber, als sie davon erfährt, dass ihr heißgeliebter Adam sich dabei anstrengen muss, sie zu berühren, da er ihr gegenüber doch nicht unverwundbar ist.

Juliette steckt da in einem Denkmuster, dass sie so stark mit Beton zugekleistert hat, dass nichtmal eine harte Socke wie Kenji (wahrscheinlich der einzig Vernünftige in dieser Trilogie) diese Mauern einreißen kann. Ein permanentes Reinsteigern ist da als Umschreibung noch untertrieben.
"Du hockst nur herum und denkst über deine Gefühle nach. Über deine Probleme. Buhuu", macht er höhnisch. "Deine Eltern hassen dich, und es ist alles so schlimm, und du musst für den Rest deines Lebens Handschuhe tragen, weil du Menschen umbringst, wenn du sie anfasst." Er klingt ziemlich atemlos. "So weit ich weiß, hast du was zu futtern und Kleider am Leib und einen Ort, an dem du in Ruhe pinkeln kannst. Du hast also keine Probleme. So was nennt man ein fürstliches Leben. Und ich fände es wirklich erfreulich, wenn du endlich erwachsen werden und dich nicht mehr aufführen würdest, als hätte die Welt auf deine einzige Rolle Klopapier gekackt." (S. 136)
Chapeau Kenji! Besser hätte man es nicht sagen können, aber das Wachrütteln und der Versuch andere Blickwinkel zu ermöglichen wehrt leider nicht allzu lang. Ich finde hierbei besonders schade, dass bei all dem Gejammer die Situation um das Reestablishment kaum bis gar keinen Raum bekommt. Da scheint etwas in Bewegung zu sein, aber so richtig wird das auf gut der Hälfte des Buches nicht herausgearbeitet. Auch hatte ich dann kurz vor dem Buchabbruch das Gefühl, dass die Figuren selbst womöglich nicht die Entwicklung vollziehen können, die es bräuchte, um daraus eine Wahnsinns-Trilogie zu machen. Kein Wunder, wenn es dann in Band 3 heißt, es ginge alles viel zu schnell. 

Wie kann es zudem sein, dass Warner seinen großen Auftritt in lächerlichen eShorts hat? Dem Platz hätte man ihm auch schon in der eigentlichen Geschichte einräumen können, dann wäre dieses Love-Triangle in Band 2 vielleicht nur halb so anstrengend, zumal Juliette Warner dann noch ganz charmant als merkwürdigen, kranken Typen bezeichnet (S. 129). Dabei ist sie es doch, die sich vollkommen krank und merkwürdig verhält. Es ist ja auch nicht so, als würde man ihr das nicht sagen (siehe Kenji). 

Ich kann mir schon vorstellen, dass sich die Lage vielleicht gen Ende des Buches bessert, aber selbst Rina von Meine Bücherwelt hat gemeint, dass ihr Juliette selbst noch im dritten Teil Ich brenne für dich auf die Nerven ging. Und dafür ist mir meine Lesezeit, vor allem weil ich davon mittlerweile sehr viel weniger zur Verfügung habe, einfach zu schade. 

Womöglich bin ich innerhalb eines Jahres aus dieser Art Geschichte rausgewachsen, vielleicht hätte ich vor einem Jahr noch etwas ganz anderes geschrieben. Möglich ist auch, dass meine Messlatte bei Büchern mittlerweile einfach eine andere ist. Vielleicht bin ich von derartigen Geschichten aber auch schlicht und einfach übersättigt. Mir hat der zweite Band Rette mich vor dir der Shatter me-Trilogie von Tahereh Mafi auch nach fast 50% einfach nicht zusagen können und ich werde die Reihe auch nicht weiter verfolgen. 

Lieblinks 

Dennoch gibt es ja auch viele andere Buchmenschen, die Gefallen an der Trilogie hatten und deshalb verlinke ich euch hier einmal die Buchmeinung meiner allerliebsten Inka, und auch Nicole von Nicoles Bibliothek kann den Büchern sehr viel abgewinnen! Hier findet ihr das Buch außerdem nochmal auf der Verlagsseite, da gibt es auch viele positiv gestimmte Meinungen :-) 


Ich wünsche euch einen feinen Start ins Wochenende! 




Gemeinsam lesen #68: Dave Eggers - Der Circle

Hallöchen ihr Lieben! 
Auch im neuen Jahr weiterhin dabei - heute nehme ich bereits zum 68. Mal (und auch auf Empfehlung der lieben Inka von Lebensleseliebelust, die das wirklich sehr sehr fleißig auf ihrem Blog verfolgt!) an der Gemeinsam lesen-Aktion teil.  Asaviels Bücher-Allerlei, die Schöpferin dieses Projekts, hat zwar aufgehört, aber Schlunzenbücher hat das Projekt quasi adoptiert und führen es nun weiter. 

Bei Gemeinsam lesen handelt es sich um einen Currently Reading-Beitrag, der sich aus vier Fragen zusammensetzt. Drei davon sind immer die gleichen, ergänzend dazu gibt es dann nochmal eine sich stets variierende Frage. Eine schöne Sache, um ein paar Gedanken zum jeweiligen Buch zu teilen, sich über Bücher auszutauschen und vor allem um andere Blogs kennenzulernen! 

Und nun zu den Fragen für diese Woche:

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
Ich lese gerade Der Circle von Dave Eggers und befinde mich aktuell auf Seite 74.

Darum geht es:
Huxleys Schöne neue Welt reloaded: Die 24-jährige Mae Holland ist überglücklich. Sie hat einen Job ergattert in der hippsten Firma der Welt, beim »Circle«, einem freundlichen Internetkonzern mit Sitz in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt hat, indem er alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die einfach alles abgewickelt werden kann. Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz – so ein Ziel der »drei Weisen«, die den Konzern leiten – wird es keinen Schmutz mehr geben im Internet und auch keine Kriminalität. Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und High-Class-Restaurants, wo Sterneköche kostenlose Mahlzeiten für die Mitarbeiter kreieren, wo internationale Popstars Gratis-Konzerte geben und fast jeden Abend coole Partys gefeiert werden. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und treibt den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze. Doch eine Begegnung mit einem mysteriösen Kollegen ändert alles…
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

"Wie war es wohl, dachte sie, so zu sein wie er, eloquent und inspirierend, so locker und ungezwungen vor Tausenden?"

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!) 
Im Großen und Ganzen, so sagt es ja schon der Klappentext, geht es um das Internetverhalten der Gesellschaft und manchmal darf es ruhig gesellschaftskritischer zugehen, zumal ich erst gestern wieder eine Unterhaltung hatte, dass verschiedene Accounts und drölfmillionen Passwörter Fluch und Segen zugleich sind. Noch bin ich ja nicht sonderlich weit in der Geschicht fortgeschritten (ich arbeite gerade erst wieder daran, eine ordentliche Leseroutine zu führen), dennoch erhoffe ich mir, dass ich irgendwann den Punkt erreiche, wo ich mein Smartphone vielleicht fassungslos, vielleicht auch angewidert ansehen werde. Ich fordere also ein, dass Der Circle irgendwas mit mir macht, wenngleich ein kritisches Bewusstsein nun gerade dieses Thema betreffend eher kurzweilig ausfallen wird. Aber auch das ist immernoch besser als nichts.


4. Ist deine aktuelle Protagonistin dir ähnlich?
Hm, mal sehen: Mae hat es auf jeden Fall geschafft, den Internetkonzern überhaupt auf sich aufmerksam zu machen. Demnach muss sie einerseits unfassbar klug und andererseits ein absoluter Workaholic sein. In einem Internetkonzern würde ich nicht arbeiten wollen. Für klug halte ich mich aber schon, Workaholic trifft es auch ziemlich gut. Ich weiß ganz genau, wo ich in fünf Jahren rein jobmäßig sein will, mittlerweile stecke ich mir sogar schon Monatsziele, um dahin zu gelangen. Ich arbeite gerne, ich arbeite gerne viel, manchmal vergesse ich auch ein bisschen die Zeit, wenn ich an bestimmten Projekten sitze und ohne Arbeit würde mir echt was fehlen. Allerdings kann ich noch nicht einschätzen, wie kritisch Mae ist und ob Naivität nicht ein kleiner Begleiter ihrerseits ist. Da würden wir uns nämlich auch wieder voneinander unterscheiden. Da könnte ich wahrscheinlich erst wiedre mehr zu sagen, wenn ich ein paar 100 Seiten weiter bin :-)

Wie schaut es bei dir aus? Konntest du schon Ähnlichkeiten zwischen dir und dem Protagonisten deines aktuellen Buches erkennen? Und überdies, was lest ihr gerade? Schreibt es mir in die Kommentare!

Ich wünsche euch einen superguten Tag, wir lesen uns hier am Freitag wieder!