Ein paar Worte zu... Mhairi McFarlane - Es muss wohl an dir liegen

Mhairi McFarlane "Es muss wohl an dir liegen"| Liebesroman/Gegenwartsliteratur | Broschur, 512 Seiten| Droemer/Knaur| 
Preis: 10,99€ | Erschienen am 1. Februar 2016 | ISBN: 9783426517956 | Hier bestellen: Thalia eBook *amazon
Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben!
Heute soll es mal wieder ein paar Worte geben, diesmal zu Mhairi McFarlane's neuem Buch Es muss wohl an dir liegen. Bisher habe ich McFarlane's Bücher immer als Hörbuch gehört, da ich die Sprecherin Britta Steffenhagen so gerne mag. Da fand ich die Geschichten insgesamt immer ganz in Ordnung. Jetzt habe ich mich mal an die Printversion herangetraut und muss sagen, dass das Geschriebene mich dann doch sehr von der Autorin überzeugen konnte. Aber zunächst einmal...
Wie viele Schmetterlinge passen in einen Bauch?
Mit ihren tizianroten Haaren und ihren Kurven ist Delia vielleicht nicht ganz der Model-Typ, aber dass Paul sie nach zehn Jahren gemeinsamen Glücks mit einer Studentin betrügt, trifft sie ziemlich unvorbereitet. Am Anfang glaubt sie, alles sei ihre Schuld. Doch dann erkennt Delia, dass die zerplatzten Seifenblasen von gestern die Chance auf das Glück von morgen bedeuten: Denn nun kann sie selbst entscheiden, wie sie die bunten Puzzleteile ihres Lebens neu zusammensetzt. Kurzerhand zieht sie zu ihrer besten Freundin Emma nach London und sucht sich einen neuen Job. Alles könnte gut werden. Wäre da nicht Adam, ein Skandalreporter und der härteste Konkurrent ihres neuen Arbeitgebers - denn er bringt die Schmetterlinge in Delias Bauch plötzlich kräftig in Wallung. Und zu allem Übel setzt Paul wieder alle Hebel in Bewegung, um Delia zurückzugewinnen.

Die Geschichte beginnt sogleich mit der quirligen Protagonistin Delia, die einer gutbürgerlichen Arbeit im Stadtrat in Newcastle nachgeht. Nicht sehr aufregend ist dieser Job, dafür bietet er aber Sicherheit! Eigentlich ist alles in Delia's Leben an seinem rechten Platz: sie hat eine Arbeit, einen netten Freundeskreis, eine annehmbare Familie mit kleinen Macken und sie ist seit über zehn Jahren mit ihrem Freund Paul zusammen. Zeit also, um den nächsten Schritt zu wagen und zwar ganz unkonventionell: Delia macht ihrem Paul einen Heiratsantrag ... und erfährt dabei, dass er sie betrügt! Hier war ich dann doch schon nach wenigen Seiten emotional sehr ergriffen, so ein Vollidiot!

Wie in vielen anderen Liebesromanen auch, flüchtet Delia. Zunächst zu ihren Eltern, die die Trennung, wie Delia erwartet, sehr gefasst aufnehmen. Schnell geht man wieder über in Richtung Tagesordnung. Letztlich ist es ihr nerdiger Bruder Ralph, der sie ganz nebenbei daran erinnert, wer Delia eigentlich einmal war und dass jetzt eine gute Chance wäre, ihr Leben wieder für sich in die Hand zu nehmen. Auch von ihrer besten Freundin Emma bekommt sie prompt die Einladung nach London zu kommen und so wird seitens Delia der Wunsch nach Veränderung und einem Tapetenwechsel immer größer, dem sie dann auch nachkommt. 

Erst da merkt man meiner Meinung nach eigentlich, was Delia für eine starke weibliche Hauptfigur ist, da sie nunmehr nicht den gesellschaftlichen Normen Stand halten muss, sondern einfach das tun kann, was sie willDiese Erkenntnis trifft sie nicht gleich von heute auf
morgen, wäre ja auch noch schöner. Aber mit jeder Seite im Roman bricht die eigentliche Delia immer stärker heraus. Denn die echte ungeschönte Delia hatte mal ein sehr interessantes Hobby, nämlich Comics zu schreiben. Auf diese Vorliebe stößt sie quasi während ihrer "Selbstfindung" und beginnt so nach und nach wieder ein paar Panels zu zeichnen. Diese findet man dann auch im Roman selbst wieder. Das hat sich für mich unwahrscheinlich gut gelesen und war auch etwas für's Auge.  Da der Roman dann doch von vielen Klischees lebt, machte genau dieses Stilmittel die Geschichte zu etwas Besonderem. Ich bin jedoch der Meinung, dass man bei Liebesromanen dieser Art einfach damit rechnen muss, dass gewisse Klischees bedient werden, um Gefallen daran zu finden. Nicht jeder Autor kann das Rad neu erfinden, jedoch werden diese Geschichten mit solcherlei Elementen dann doch wunderbar aufgehübscht (im wahrsten Sinne des Wortes) und bleiben in besonderer Weise im Gedächtnis.

Auch hat mir gut gefallen, dass sämtliche Charaktere nicht gänzlich blass erschienen, sondern meiner Meinung nach interessanter ausgearbeitet wurden. Die beste Freundin Emma beispielsweise hat durch ihre Arbeit als Rechtsanwältin einen messerscharfen Verstand und geht jedes Problem unfassbar analytisch an. Sonst sind diese besten Freundinnen ja immer sehr parteiisch und absolut, wenn es um die Fremdgeherei geht. Das war in Es muss wohl an dir liegen meiner Einschätzung nach fast gar nicht der Fall. Oder aber der computerliebhabende Bruder Ralph, der mit seinen 28 Jahren immernoch bei den Eltern wohnt, weil er es eben einfach möchte. Hier muss auch Delia erst lernen, dass es absolut in Ordnung ist, wie Ralph nunmal eben ist. Und nur weil es für alle Welt komisch ist, es aber für Ralph vollkommen in Ordnung sein kann. Als Leser bekommt man das zwar nicht in exzellenter Wortwahl tiefgehend auf's Papier geschrieben, aber es schwingt dann doch in so einigen Sätzen mit. Definitiv ein Pluspunkt!

Gut gefallen hat mir auch, dass es eben nicht nur um das erschütternde Aus mit Paul ging. Ich habe keine Ahnung, ob das Ziel dieser Figurausarbeitung genau das bei mir bezwecken sollte, was sie bezweckt hat, aber ich fand den Typen so Panne. Seine ganze Art und seine Begründungen und Bekundungen haben mich bis ins get no genervt! Deshalb war es auch gut, dass Delia vielleicht minimal viel ins Selbstmitleid versinkt, sich aber gleichzeitig maximale Buttkicks verpasst, um wieder auf die Beine zu kommen und sie findet schnell einen neuen Job, der gleichzeitig neu sowie auch herausfordernd ist. Ein Element, was die Story dann fast schon ein bisschen kriminell und daher sehr spannend werden lässt. Denn der neue Arbeitgeber hat alles andere als eine reine Weste. Und natürlich kommen viele Dinge anders als geplant, mit einigen Überraschungen ist definitiv zu rechnen und dann gibt es da noch das ominöse Naan-Brot und Adam (hach, Adam!), aber das müsst ihr einfach selbst lesen, denn...

... mir hat Es muss wohl an dir liegen von Mhairi McFarlane sehr gut gefallen. Der Einstieg und Verlauf der Geschichte, der sehr flüssige Schreibstil gepaart mit den Comic-Panels haben die Geschichte sehr unterhaltsam gemacht und mich absolut von Mhairi McFarlane's Schreibkünsten überzeugen können - es wird also nicht das letzte Buch sein, welches ich von ihr lesen (und mir nicht vorlesen lassen) werde. Hier und da hätten die Kapitel vielleicht etwas kürzer ausfallen können und das Rad wurde gewiss nicht vollkommen neu erfunden, dennoch hat es mir sehr gut gefallen und ich habe vier von fünf Sternen vergeben!
Hier findet ihr das Buch auch nochmal auf der Verlagsseite. Meine Meinung zu Mhairi McFarlanes Hörbüchern Vielleicht mag ich dich morgen und Wir in drei Worten gesprochen von Britta Steffenhagen habe ich euch jeweils verlinkt. Hier findet ihr die auch nochmal die offizielle Website der Autorin. Am 27. April ist Mhairi McFarlane übrigens in Dortmund! Ich hatte das Glück noch eine Karte für diese Lesung zu ergattern und freue mich tierisch darauf. Natürlich werde ich euch von dieser Veranstaltung berichten :-)

Ich wünsche euch einen schönen Tag :-) 

1 Kommentar

  1. Hallöchen Liebes,
    ich kann ehrlich gesagt nicht so viel mit der Autorin anfangen. Ich hatte damals "Wir in drei Worten" gelesen und das kam bei mir nicht so gut an.
    Ich traue mich deswegen auch an kein weiteres Buch von ihr heran. Aber ich finde die Idee mit den Comic Abschnitten extrem cool. :D

    Liebst, Lotta

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