Ein paar Worte zu... M. J. Arlidge/Uve Teschner - Eene Meene. Einer lebt, einer stirbt (Hörbuch)

Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Und schon wieder eine Hörbuch-Rezension - danach folgen nun aber erstmal wieder Printbücher... oder eBooks. Versprochen! Eene Meene. Einer lebt, einer stirbt von M. J. Arlidge lachte mich schon beim eigentlichen Printveröffentlichungstermin an, aber nicht unbedingt wegen des Inhalts, sondern wegen des quietschgrünen Looks. So etwas hat man ja im schwarzrotgräulichen Thriller-Genre eher seltener. Gekauft habe ich es mir in buchiger Form dann aber doch nicht, schnell war es wieder aus den Augen aus dem Sinn - aber thrillige Hörbücher gehen zwischen all den Liebesromanen ja auch immer ;-) 
Zwei Geiseln. Eine Kugel. Die Entscheidung: tödlich.

Ein perfider Killer kidnappt Paare. Die Opfer wachen orientierungslos auf, gefangen in einem Raum, in dem niemand ihre Schreie hört. Es gibt keine Fluchtmöglichkeit, nur eine Waffe und eine Botschaft des Entführers: Entweder sterben beide einen natürlichen, qualvollen Tod oder einer bringt den anderen um und ist frei. Detective Inspector Helen Grace und ihr Team ermitteln fieberhaft, denn die Abstände zwischen den Taten werden kürzer: ein Liebespaar verschwindet, zwei Arbeitskollegen sind unauffindbar, dann Mutter und Tochter. Helen sucht verzweifelt nach Zusammenhängen zwischen den Opfern und gelangt zu einer verstörenden Erkenntnis. 
Der Klappentext ist zu Beginn schonmal ein wenig irrefürrend. Es werden zwar "Paare" entführt, doch handelt es sich hierbei nicht immer zwangsläufig um Verliebte. Es können auch Freunde sein oder Bürokollegen, auch sind sie nicht stets heterolog. Gemeinsam haben sie jedoch, dass es immer um den Hintergrund geht, eine Entscheidung zu treffen, gemeinsam zu sterben oder aber der Freiheit Willen den Mitentführten umzubringen. Der Sinn alldessen bleibt lange Zeit verborgen und ist mir zugegeben auch nach dem Hören immernoch nicht ganz schlüssig.

Die Geschichte wird abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Da gibt es zum Einen die jeweiligen Opfer. Mit ihnen beginnt auch das erste Kapitel, als sie alleine in einem kellerähnlichen Raum aufwachen und sich ihrer Lage bewusst werden. Dann gibt es die Perspektive der Helen, die Hauptermittlerin im Fall. Sie übernimmt die Rolle einer gebrandmarkten Detektivin. Das Warum? klärt sich im Verlauf der Geschichte. Aber ihre Person schien mir beim Hören schon sehr befremdlich und auch die Begründung für ihr Verhalten konnte mich nun nicht unbedingt mitreißen oder gar überzeugen.  Überdies gibt es dann noch den Täter. In Rückblicken wird dessen Gegenwart und Vergangenheit aufgearbeitet und auch da liegt natürlich so einiges im Argen, sonst würde nicht so ein krankhaftes Verhalten an den Tag gelegt werden, ist ja klar.

Prinzipiell ist die Grundidee des Thrillers Eene Meene. Einer lebt, einer stirbt ja wirklich gut, aber die Umsetzung ist eher so ein ganz nett. Die Handlung beginnt rasant und Uve Teschner ist ein sehr guter Sprecher - ungekünstelt und unverstellt spricht er die einzelnen Kapitel, ein gelungenes Zuhören für mich. So kam es dann auch, dass ich gleich ein Drittel des Hörbuchs an einem Stück hörte. Leider zog sich der Mittelteil für mich dann aber wie Kaugummi, dafür kann aber Uve Teschner nichts. Dahin war all die aufgebaute Spannung und ich verlor auch teilweise den roten Faden, sodass ich mehrere Kapitel öfters hören musste, weil ich immer dachte, mir wäre irgendetwas Wichtiges entgangen. Überdies konnte ich mich kaum mit irgendeiner der Figuren auch nur annähernd "anfreunden". Helen ist ja sowieso ein schwerwiegender Charakter, aber auch die Neben-Ermittler oder gar diese nervige Reporterin... Vielleicht wäre dies beim eigenen Lesen anders gewesen? 

Ich hatte leider den Eindruck, dass der Zusammenhang zwischen Opfer-Paar und Täter-Motiv nicht eindeutig herausgearbeitet wurde. Mir ist nach wie vor nicht klar, was es mit dieser A/B-Entscheidung auf sich hat. Klar, Rache ist hier mal wieder das Leitbild, aber trotzdem ergibt das für mich auch nach der Auflösung - die dann übrigens wieder zügiger um die Ecke kam - kein logisches Gesamtbild. Der große Knall blieb aus, auch wenn sich der Autor bemüht hat, irreführend zu sein und das Ende für mich nicht vorauszusehen war. Aber es ließ mich eben nicht mit diesem bekannten Aha!-Effekt zurück, den ich bei all den anderen Thrillern habe. Total schade! 

Insgesamt ist Eene Meene. Einer lebt, einer stirbt von M. J. Arlidge ein ganz okayer Thriller, den man lesen/hören kann, aber nicht unbedingt muss. Anfang und Ende sind spannend erzählt und Uve Teschner ist ein hervorragender Sprecher, allerdings fehlt es in der Geschichte selbst an logischen Zusammenhängen und einem spannenden Katz- und Maus-Spiel im Mittelteil. Das Ende kam für mich leider auch nicht überraschend daher. Ich kann deshalb nur 2,5 Sterne vergeben. 
Hier findet ihr das Hörbuch Eene Meene. Einer lebt, einer stirbt auch nochmal auf der Verlagsseite, und beim Rowohlt Verlag könnt ihr euch auch nochmal die Printversion ansehen. Beide Varianten gibt es auch in der e-Version zum Download bei snapload. Die offizielle Website des Autors findet ihr hier. Gut zu wissen: Eene Meene erschien damals in zwei Versionen, einmal in einem grünen und einmal in einem roten Layout. Letzteres war hierbei eine limitierte Auflage, der Inhalt ist in beiden Versionen aber identisch. 

Ich wünsche euch ein wunderbares Wochenende :-) 

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