Ein paar Worte zu... Mhairi McFarlane/Britta Steffenhagen - Vielleicht mag ich dich morgen (Hörbuch)

Hörbuch-Cover © Argon Hörbuch-Verlag
Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben! 
Heute habe ich wieder ein paar Worte für euch, diesmal sogar mit einer kleinen Premiere, denn ich rezensiere erstmals ein Hörbuch. Momentan kämpfe ich immer mal wieder mit kleinen Leseflauten und dachte mir, dass Hörbücher eine gute Alternative zum eigentlichen Lesen wären - um nicht ganz aus dem Buchnest zu fallen, quasi. Vielleicht mag ich dich morgen von Mhairi McFarlane hat da einen unterhaltsamen Start geliefert, nicht zu seicht, aber auch nicht zu schwer. Zunächst aber...
Anna Alessi ist Historikerin, liebt ihren Job und hat sich mit ihren ewig unordentlichen Haaren und ihrem manchmal vorlauten Mundwerk abgefunden. Ein Mann für die romantischen Momente des Lebens wäre schon nett – aber ihr geht’s gut, viel besser als sie jemals gehofft hätte. Denn als Jugendliche war sie dick und eigenbrötlerisch, ein beliebtes Zielobjekt für organisiertes Mobbing. Ausgerechnet ihr heimlicher Schwarm James Fraser trieb dies gekonnt auf die Spitze und stellte sie in seinem ärgsten Coup vor der gesamten Schule bloß. Als sie ihm 16 Jahre später bei einem Klassentreffen wieder begegnet, erkennt er sie nicht – so sehr hat sie sich äußerlich verändert. Doch auch Anna erkennt James kaum wieder. Er ist höflich. Reif. Sogar lustig. Können Menschen sich wirklich so verändern?

Ich gebe zu, mir fällt es sehr schwer mir vorlesen zu lassen. Damit ich nicht bei einem Hörbuch einschlafe, braucht es einen charismatischen Sprecher, beziehungsweise eine charismatische Sprecherin. Wem es ebenso geht: Britta Steffenhagen hat es mir sehr einfach gemacht, nicht einzuschlafen, denn ihre Stimme ist tatsächlich sehr charismatisch und vor allem rauchig. Und gerade das passte meiner Meinung nach ganz hervorragend zu der Protagonistin Anna. Eine seichte Mäusschenstimme wäre hier wirklich Fehl am Platz gewesen, denn Anna ist ohne Frage nicht auf den Mund gefallen. Aber auch alle anderen Rollen wurden authentisch gesprochen.

Dieser Aspekt hat mir wiederum den Einstieg in die Geschichte selbst ungemein erleichtert. Anna, die einerseits sehr präzise in ihrer wissenschaftlichen Arbeit als Historikerin ist und andererseits im Privatleben eine kleine Chaotin, wird zum Klassentreffen ihrer ehemaligen Schule eingeladen. Auf Anraten ihrer besten Freunde (die übrigens besonders zynisch drauf sind - das gefällt!) soll Anna unbedingt zu diesem Klassentreffen gehen, um eben zu zeigen, dass sie nicht mehr das schüchterne, dicke Mädchen ist. Zwar war allen durchaus bewusst, dass Anna dort auf ihren ehemaligen Schwarm James trifft, aber dass er sie nicht erkennt und Anna auch später durch ein neues Museumsprojekt (das war für mich als eine, die Geschichte studiert hat, auch sehr interessant) mit ihm zusammen arbeiten muss, das ahnt keiner. Probleme sind da natürlich vorprogrammiert. 

Das liest sich insgesamt wieder wie dieser eine typische Liebesromane oder gar Teeniefilm, vielleicht ist es auch ein wenig so. Der Plot ist nicht unbedingt neu, Anna repräsentiert aber keinesfalls das typische Dummchen. Sie ist smart, sarkastisch, laut und intelligent - außerdem hat sie das gewisse Extra an Farbe! Soll heißen, sie ist alles andere als farblos. Aber auch James hat schon so einiges durch und präsentiert sich als interessanter Charakter mit Ecken und Kanten. Aber selbst wenn der Plot eher 08/15 war, das Ende für mich ebenfalls vorhersehbar, machen alle Interaktionen zwischen Anfang und Ende, die coolen, teils anzüglichen Gespräche und die Biografien der einzelnen Figuren Vielleicht mag ich dich morgen zu einer hörens- wie ebenso lesenswerten Geschichte, die in vielen Punkten doch ausgefallen ist. Die Ideen sind nicht aus der Luft gegriffen, ein Hineinversetzen fiel mir persönlich zumindest sehr leicht und ich habe an der ein oder anderen Stelle wirklich schmunzeln müssen, oder aber mich mit den Figuren zusammen geärgert.

Was mir aber definitiv gen Ende gefehlt hat, waren die Emotionen. Ich hatte schon erwartet, dass die Konflikte insoweit hochkochen, dass bei mir zumindest ein kleines bisschen das Fass überläuft und Taschentuchalarm ausgelöst werden kann - dem war aber leider gar nicht so. Aber wie das eben mit Erwartungen so ist, manchmal werden sie sogar übertroffen, manchmal eben nicht. 

Trotzdem war Vielleicht mag ich dich morgen in vielerlei Hinsicht ein nettes und authentisches Hörvergnügen und ist meiner Meinung nach nicht nur auf die Sommerlektüre zu beschränken. Der Emotionstrubel blieb leider aus, gute Unterhaltung gab es aber trotzdem und scharfe Zungen sind bei mir immer gern gesehen. Dafür gab es 3,5 Sterne und Britta Steffenhagen spricht so gut, dass ich gerade Wir in drei Worten, ebenfalls geschrieben von Mhairi McFarlane, höre. 

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Ich wünsche euch einen guten Start ins Wochenende und habe noch einen kleinen, aber feinen Hinweis für euch: Am Sonntag lohnt sich das vorbeischauen auf meinem Blog besonders, denn dann geht ein nettes Gewinnspiel für alle eBook- und Ursula Poznanski-Fans online - seid gespannt und macht es hübsch! 

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