Ein paar Worte zu... Eoin Colfer - Artemis Fowl (#1)

Hallöchen ihr Lieben, 
heute soll es ein paar Worte zum ersten Band der gleichnamigen Artemis Fowl-Reihe von Eoin Colfer geben. Artemis Fowl war ein kleiner Glücksgriff, denn ich habe  die ersten vier Bände der Reihe einmal kostenlos und vollkommen  unversehrt bei einer Verschenke-Gruppe erstanden. Eoin (man spricht es "Owen" aus) Colfer selbst durfte ich dann anlässlich der Leipziger Buchmesse 2015 auch live erleben. Der Autor war mir da so sympathisch, sodass ich ohne seine Artemis Fowl-Bücher vorher gelesen zu haben, auch gleich den ersten Teil von WARP kaufen musste. Im Juni hatte ich dann thematisch gesehen unglaublich Bock auf Irland, und da Eoin Colfer ja Ire ist, dachte ich: die perfekte Gelegenheit, um jetzt endlich mal mit Artemis Fowl zu beginnen. Aber erstmal...
Artemis Fowl, der jüngste Spross einer alten irischen Gangsterdynastie, möchte mit einem unglaublichen Plan den finanziellen Ruin seiner Familie aufhalten. Mit Hilfe des in seinen Besitz gelangten Buchs der Elfen deckt er ein Geheimnis auf, von dem bisher kein Mensch etwas ahnte. Tief unter der Erde hütet das Elfen-Volk einen legendären Goldschatz. Artemis ist zwar erst zwölf, aber hochbegabt und mit Hilfe seines schlagkräftigen Butlers macht er sich auf, das Gold zu rauben ... 

(via Ullstein Buchverlage)
Ich muss ja zugeben, dass ich sehr hohe Erwartungen an das Buch hatte. Ein Supergenie von Junge, ein paar irische Mythen und ganz gewiss beginnt die Geschichte auch sehr gut. Der Leser wird sofort ins Geschehen geworfen und dem überaus klugen Artemis vorgestellt. Ein Junge, mit sehr viel Potenzial, der gerne Computerspiele spielt, den sehr viel älteren Butler umherschubst und darüberhinaus in der ewigen Hoffnung lebt, dass sein Vater doch bald zurückkommen möge. Denn der ist nämlich verschwunden und Artemis' Mutter dem Wahnsinn verfallen. Es ist also alles nicht so einfach und es verwundert nicht, dass Artemis den Erwachsenen zu spielen versucht. Mit Harry Potter, der Vergleich wird ja gerne gemacht, hat Artemis Fowl aber, mal abgesehen von der komplizierten Familiengeschichte, nur wenig gemein, denn Harry steht vor allem für Gerechtigkeitssinn. Artemis hingegen kommt aus einer Schurkenfamilie und er selbst ist auch ein verwegener Schelm - selbst wenn er zum Ende der Geschichte etwas sehr rühmliches anstellt. Dennoch hatte ich nach Beendigung des Buches das Gefühl, es würde etwas fehlen.

Die Unterhaltungen zwischen ihm und seinem Butler fand ich sehr amüsant, denn sie erinnerten mich teilweise an einige meiner schlitzöhrigen Schüler; die sind auch nicht gerade auf den Mund gefallen, was Widerworte und Besserwisserei angeht, haha! Allerdings machten viele der Unterhaltungen Artemis auch sehr unnahbar. So richtig intim wird es erst, wenn es tatsächlich um die Familiengeschichte geht, und die wird auf nur 240 Seiten kurz abgehandelt. Stattdessen geht es sehr schnell actiongeladen zu, denn Artemis will an den legendären Goldschatz des Elfen-Volks heran. Dass die sich das nicht gefallen lassen und dem Oberirdischen den Krieg erklären ist ja nur logisch ... oder? 

In einigen Kritiken habe ich gelesen, dass Artemis Fowl das Stirb langsam mit Elfen sei und dem stimme ich nach Beendigung der Lektüre zu. Auch wenn ich ein riesengroßer Fan der "Yippiehjajeh Schweinebacke"-Sprüche bin, bei Artemis Fowl hätte ich das nun persönlich nicht gebraucht. Stattdessen hätte ich mir mehr irische Mythen gewünscht und dass die Pfiffigkeit des Artemis vor allem im Vordergrund steht. Ich empfand die Geschichte teilweise schon fast zu militärisch angehaucht, und auch die Lösung des "Problems" zum Ende hin, hat bei mir nun leider keinen Aha, voll schlau!-Effekt mit sich getragen. Sehr, sehr schade! Lediglich der weibliche Part der Elfe Holly hat das Ruder dann noch einmal herum gerissen. Ein tapferes, ebenso kluges kleines Ding, diese Holly. Da hatte ich auch den ein oder anderen Schmunzelmoment, da sie oftmals den sturen Bock zu spielen vermag und gewinnt. Generell würde ich aber ganz klar sagen, dass mit Artemis Fowl wohl tatsächlich eher männliche junge Leser angesprochen werden soll; ein Aspekt der nicht unbedingt negativ auszulegen ist. 

Positiv zu erwähnen ist zudem, dass sich die Geschichte locker weglesen lässt und es nun auch nicht so abgrundtief schlecht war, dass ich die Reihe nicht weiterverfolgen würde, denn das steht außer Frage. Außerdem besticht das Buch ja auch noch durch ein kleines Gimmick, denn die Seitenzahlen sind mit einem Geheimcode auf Gnomisch versehen, den es zu lösen gilt. Wer das schafft,  erhält eine streng geheime Nachricht. Eine schöne Knobelidee, wie ich finde. 

Auch wenn sich der erste Teil der Artemis Fowl-Reihe von Eoin Colfer gut lesen ließ und auch die Idee ziemlich viel Potenzial hat, konnten meine anfänglich gehegten Erwartungen nicht vollends erfüllt werden, ich hätte mir da doch mehr Mythenkrams gewünscht. Jedoch werde ich die Reihe weiterhin verfolgen und vergebe für rasante Action, neunmalkluge Sprüche und coole Geheimbotschaften gute 3 Sterne!

Hier gibt es das Buch nochmal auf der Verlagsseite, hier verlinke ich euch Eoin Colfers Twitteraccount und Artemis Fowl hat auch eine eigene Fanpage, die ihr euch hier genauer ansehen könnt!

Ich wünsche euch einen guten Start ins Wochenende, wir lesen uns am Sonntag wieder!

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