Ein paar Worte zu... Laura Newman - Coherent

Einen wunderschönen guten Abend ihr Lieben! 
Auch zu später Stunde soll es noch ein paar Worte geben. Denn ich habe soeben Coherent von Laura Newman ausgelesen und bin absolut begeistert! Ich hätte ja nie gedacht, dass mich das Genre Science-Fiction so fesseln könnte. Aber erst einmal...
Ob Smartphone, Tablet oder Computer – über das Internet leben, lieben und kommunizieren wir. Was aber, wenn wir keine Geräte mehr bräuchten, um online zu sein? Was würdest du tun? Genau diese Erfahrung macht die 17-jährige Sophie und gerät schnell in einen rasanten Strudel aus Angst und Faszination. Gejagt von einer geheimnisvollen Organisation begibt sie sich auf eine abenteuerliche Flucht quer über den Globus. Zusammen mit dem smarten Franzosen Jean setzt Sophie alles daran, dem Ursprung ihrer Fähigkeiten und dem Rätsel um ihre Vergangenheit auf die Spur zu kommen. 

(via lauranewman.de/meinebuecher/#coherent)
Lehne ich mich sehr weit aus dem Fenster, wenn ich hier schreibe, dass ich Coherent sogar noch besser finde, als die Nachtsonne? Womöglich ja, denn ich müsste diese Trilogie zunächst einmal beenden (mir fehlen noch Band 2 & 3 auf meiner Read-List), um solch gewagte Aussagen zu treffen - eigentlich. Die Idee um Nachtsonne war top, mir hat der erste Band Flucht ins Feuerland wirklich gut gefallen. Ein sehr lesenswerter Dystopie-Auftakt, aber Coherent toppt das um Längen, nicht nur, weil es sich hierbei weniger um eine Dystopie als vielmehr um ein Thriller/Science-Fiction/Young-Adult/Crime-Jugendbuch handelt! 

Die Geschichte spielt zunächst in einem kleinen Örtchen in Amerika. Wir werden zunächst mit Sophie bekannt gemacht. Sophie ist eigentlich ein recht gewöhnliches Mädchen, wären ihre Eltern nicht vor vier Monaten bei einem Unfall verstorben ... und wären da nicht zeitgleich diese merkwürdigen Fähigkeiten aufgetreten, die Sophie gleichermaßen überfordern aber auch neugierig machen. Auf unerklärliche Weise scheint es zwischen Sophie und einer Vielzahl von technischen Geräte eine Verbindung zu geben, vor allem zu solchen Geräte, die Wlan-fähig sind. Aber Sophie hat nicht sehr viel Zeit, um sich eingehend mit diesem "Problem" zu beschäftigen. Der Schüleraustausch nach Frankreich ruft. Bei all dem Tumult dennoch eine gelungene Abwechslung, denn hier trifft Sophie auf Jean. Er soll der erste sein, der über Sophie's Fähigkeiten erfährt und auch über die Gefahren, die diese mit sich bringen. Denn was Sophie zunächst nicht weiß: Lamar Bishop, ein ehemaliger FBI-Agent, observiert Sophie schon seit geraumer Zeit für einen ominösen Pharmakonzern. 

Das liest sich vielleicht erstmal ein wenig abgefahren, aber die Idee hinter all dem ist wirklich großartig! Tatsache ist: wir leben in einer Gesellschaft, die abhängig von Technik ist. Ein Tag ohne Internet oder das heißgeliebte Smartphone erscheinen uns schon schier unmöglich, fällt eins der genannten Geräte aus, verfällt so manch einer auch gerne in Panik. Wenn ich bedenke, was mein kleines Smartphone so kann ... wozu eigentlich noch ein Computer? Mittlerweile sind ja selbst Uhren an das Internet gekoppelt. Wieso dann nicht eigentlich auch ... Menschen? Was Laura Newman sich da erdacht hat, klingt nach der Lektüre schon gar nicht mehr so abwegig und macht mir persönlich ja auch ein wenig Angst. Denn Fakt ist auch: der Mensch will ja immer höher, weiter und schneller sein - dafür nimmt er auch so einiges in Kauf und geht womöglich auch über Leichen. Gerade was den Bereich der Technik angeht, haben wir das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Laura Newman skizziert hingegen eine Möglichkeit dieses Endes und zwar erfolgreich! 

Die Geschichte ist in sich so gut durchdacht! Sie ist ein einziger Pageturner (vor allem wegen der nahtlosen,  unverblümten Schreibsel!) und beinhaltet überdies unvorhersehbare Wendungen und einen ständigen Perspektivwechsel. Langweilig wird es hier beim Lesen also ganz bestimmt nicht. Die Charaktere sind tiefgreifend, Sophie ist als Hauptakteurin sehr greifbar. Sie ist klug, kein naives Dummchen und vor allem ist sie mutig. Jean als zweiter Part sowie Lamar Bishop vervollständigen das Trio. Jean macht einem Franzosen alle Ehre, ist aber vor allem eins: nicht auf den Mund gefallen! Die Figur des Lamar Bishop hingegen glänzt durch eine nicht zu rühmende Vergangenheit. Auch wenn die drei unterschiedlicher nicht sein könnten, sind sie doch Teil dieses großen Puzzles, was sich nach und nach zusammen setzt - nicht zuletzt durch den stetigen Wechsel der Perspektiven, der übrigens auch für den ein oder anderen Cliffhanger sorgt!

Mir hat vor allem gefallen, dass dieser Perspektivwechsel einerseits Fragen aufwarf und andererseits genau diese Fragen auch wieder beantwortete. Was für Sophie erstmal unklar blieb, wurde durch die Perspektive von Jean wieder in ein besseres Licht gerückt und so weiter. Ebenso hatte ich für einen kurzen Moment im letzten Viertel des Buches kurzzeitig das Gefühl, Laura Newman hätte meine Gedanken gelesen, denn als ich mich gefragt habe, wie ein Mensch denn nur so sein kann, fragte sich Lamar Bishop einen Satz weiter genau dasselbe! Was im Umkehrschluss eigentlich nur zeigt, dass Laura Newman sich durchaus in ihre Leserschaft hineinversetzen kann und diese in ihren Annahmen bestätigt. 

Natürlich geht es aber in dieser Geschichte nicht nur um rasante Verfolgungsjagden, die Liebe wird auch abgedeckt. Zu Beginn der Geschichte dachte ich ja, die Romanze würde mehr Platz einnehmen, als angenommen. Und da bin ich ehrlich: das hätte mir definitiv gestunken. Aber auf Laura Newman ist Verlass, der Kitsch-Faktor wurde an keiner Stelle überreizt. Super! Dafür gab es für mich im Buch tatsächlich eine Stelle, die mich emotional schon ergriffen hat. Ich habe zwar nicht geflennt, wie ein Schlosshündchen, aber ich dachte so bei mir: Das Schicksal ist manchmal wirklich kacke! 

Auch wenn der Klappentext eigentlich nicht sehr aussagekräftig ist, die Geschichte ist in jedem Fall sehr lesenswert, auch für all jene, die das Genre Science-Fiction bisher immer gemieden haben! So Leute wie mich beispielsweise, auch wenn Coherent wahrscheinlich eher gutdosierte Science-Fiction ist. Letztlich hat mich Coherent aber so begeistert, dass ich das Genre an sich für mich gar nicht mehr so abwegig finde. 

Coherent von Laura Newman ist mein Juni-Highlight. Eine Woche lang hat mich diese Geschichte begleitet und begeistert - der vorzubereitene Unterricht war da ausnahmsweise mal zweitrangig! Sophie, Jean und Lamar Bishop haben mich ausgesprochen gut unterhalten, bewegt und zum Nachdenken gebracht (war das eigentlich beabsichtigt, Frau Newman? #gesellschaftskritik). Fünf Sterne!

Hier geht es zu Laura Newman's Autorenblog, hier zur Facebookseite! Coherent ist momentan nur als eBook verfügbar, das Taschenbuch folgt aber bald. Hier kannst du Coherent kaufen, wenn du keinen kindle hast! Außerdem sehenswert: Laura's YouTube-Kanal

Habt ein wunderbares Wochenende, 

Kommentare:

  1. Hey,

    Deine Rezi hört sich richtig gut an. Die Idee finde ich sowohl spannend als auch gruselig ;)
    Wünsche Dir noch ein schönes Wochenende ♥

    Liebe Grüße,
    Tanja

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    1. Liebe Tanja :)

      Die ebenso ein schönes und vor allem sonniges Wochenende!

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar und ganz liebe Grüße :-*

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  2. Moin!

    Coherent gibts seit gestern auch bei Thalia und seit ein paar Tagen bei Weltbild als EPUB. ;)

    Ich finde auch, dass der Klappentext viel zu bescheiden für so ein tolles Buch ist. Ich habe ja die Nachtsonne-Reihe komplett gelesen und ich muss sagen, dass ich Coherent nen Ticken besser finde. :D Beides super gut, aber Coherent ist irgendwie erwachsener und selbstbewusster. Ich finds auch toll, dass dieses Mal aus der dritten Person geschrieben wurde, dann liest sich sowas gleich viel anders.

    Ich hab gestern das Buch beendet und auch gleich meine Meinung kund getan :D

    https://lalapeja.wordpress.com/2015/06/26/buchmeinung-coherent-von-laura-newman/

    Tja und was lesen wir nun? :D

    Liebe Grüße! <3
    Kathy

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    1. Liebe Kathi,

      dass "Coherent" auch über andere Anbieter verfügbar ist, hatte ich bereits verlinkt ;)

      Ja, mit dem Klappentext verkauft Laura Newman ihr Buch schon etwas unter Wert, aber vielleicht wird das ja bei "Another Day In Paradise" wieder besser.

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar und ganz liebe Grüße an dich :)

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    2. Die Links hab ich gar nicht richtig gesehen. :( Bei mir werden deine gelbgrün hinterlegten Wörter immer noch total hell angezeigt, sodass ich die kaum lesen kann. Muss die immer markieren, damit ich weiß, was da steht. :D

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    3. HTML, diese Dumpfnase! Ich kümmere mich :)

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  3. Huhu Maaraa,

    das Buch klingt wirklich gut. Ich bin generell im Genre "Sci-Fi" nicht so beheimatet, aber ich glaube, ich werde mir "Coherent" mal auf die Merkliste packen! :) Für den Preis kann man ja auch eigentlich kaum was falsch machen.

    Danke für die Rezension!

    Liebe Grüße
    Sas

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    1. Hallo liebe Sas :)

      Ich freue mich, dass dir das Buch so gut zusagt! Da machst du wirklich nichts verkehrt, viel viel Lesefreude wünsche ich dir :)

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar und ganz liebe Grüße an dich,
      maaraavillosa <3

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  4. Für mich hat der Klappentext leider völlig andere Erwartungen geweckt. Ich dachte, die Technik wird hinterfragt, aber stattdessen stand die Liebe im Vordergrund. Ich fand Lamar aber gut als Anti-Held und das Ende regte mich zum Nachdenken an.

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    1. Hallo liebe Evy :)

      Hat es dir denn insgesamt gefallen? Ansonsten lies doch mal in ADIP#1 rein, das ist weniger liebelastig, dafür aber schön mit Zombies angereichert ;)

      Viele liebe Grüße an dich,
      Patrizia :)

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  6. Ich hab eine Rezi dazu geschrieben :-) Zombies sind leider nicht mein Genre, aber ich denke, so schnell wird Laura Newman nicht aufhören zu schreiben - es kommen sicher noch andere Werke! Zusammenfassend... ich habe bei dem Buch kein schlechtes Gefühl gehabt, ich war nicht enttäuscht vom Buch. Aber ich hatte auf mehr Technik gehofft. Das, was da ist, war für mich sehr logisch erklärt, aber besonders die Sache mit dem Vater fehlte mir. Einerseits die Frage, warum diese Technik so "gefährlich" ist, dass man dafür Leute töten muss. Und warum man (Spoiler!!!) als Vater sein Kind benutzt. Der "Vater" blieb sehr vage, obwohl der Tod der Eltern nur kurze Zeit zurückliegt. Gleichzeitig haben wir den "Wissenschaftler", der nur an die Teilchen denkt. Natürlich erhöht das den Kontrast, aber für mich war das nicht stimmig. Ich fand den Hacker am Ende toll. Und bei Jean gab es tolle Ansätze, die aber nicht ausgeführt worden. Ich glaube, es war schwer, "alte" Ansätze und neue Möglichkeiten zu vereinen - und darunter hat beides gelitten.

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