Ein paar Worte zur... Felix Leibrock-Lesung



Hallöchen meine Lieben! 
Heute wird es mal ein bisschen regionaler, denn gestern Abend durfte ich Felix Leibrock live erleben, der in Erfurt seinen Weimar-Krimi Todesblau vorstellte. Diesen Krimi habe ich vom Droemer/Knaur-Team zugeschickt bekommen, mit der Information, dass die Lesung dazu eben auch in Erfurt stattfindet. Zwar habe ich Todesblau bisher noch nicht gelesen, aber das hält mich natürlich nicht vom Besuch einer Lesung ab! Zumal Felix Leibrock, sowohl in Weimar als auch München wohnhaft, einen recht interessanten Werdegang hinter sich hat. Usprünglich hatte er Germanistik und Geschichte in Freiburg studiert, dann wagte er sich in die Antiquariatsgefilde, um dann nochmal Evangelische Theologie zu studieren und nun nebst der Schriftstellerei auch als Pfarrer tätig zu sein (oder nun auch umgekehrt?!). Beim MDR hat er auch schon Fußspuren hinterlassen und tut dies bei Radio Antenne Bayern immernoch. Außerdem mag er Schafe und Eisenbahnzüge - eine durchaus sympathische Nebeninformation über seine Person!
Die Lesung wurde von der Erfurter Buchhandlung Stapp organisiert. Ein süßes, kleines Lädchen in der Marktstraße in Richtung Domplatz, was sich neben dem Riesen Hugendubel eine Straße weiter dennoch mit sehr viel Zeit und Kraft etabliert hat. Die Karten zur Lesung wurden überdies nicht durch große Touristenzentren vertickert, sondern man bekam sie nur bei der Buchhandlung Stapp selbst - was ich persönlich auch mal richtig schön fand. Da bekommt man gleich das Gefühl, einen kleinen Geheimtipp erwischt zu haben, was es letztlich auch war! Ursprünglich sollte die Lesung in der Buchhandlung stattfinden, 20 Gäste hätten hier einen Platz gehabt. Aber nachdem die Auftaktsveranstaltung in Weimar schnell restlos ausverkauft war und das Interesse für die in Erfurt stattfindene Lesung groß, wollte man dann für die Erfurter Veranstaltung doch ein wenig mehr Platz einräumen und zog deshalb in die gegenüberliegende Kunsthandlung in der Marktstraße um. Aber nicht nur dies war ein Beweggrund, denn auch in der Geschichte um Todesblau geht es nicht zuletzt auch um Kunst! Und darüber hinaus? Hier einmal der Klappentext...
Frau Claudia Stapp, die Inhaberin der Buchhandlung, war natürlich auch selbst bei der Lesung vor Ort, mit im Gepäck ein paar fleißige Helfer. Ich war ja nun schon auf so einigen Lesungen, und doch muss ich sagen, dass es mir vom Ankommen her doch bei dieser Lesung am besten gefallen hat, und das nicht nur, weil es Sekt gab (wirklich nicht :-)). So wurden die Gäste beim Reinkommen ordentlich begrüßt, man fragte, ob sie etwas trinken wollten, schenkte nach, plauschte und plauderte. Eben ganz familiär - auf großen Lesungen geht es oftmals viel anonymer zu. Und auch wenn ich schon bei Lesungen war, die in Schulaulen, Synagogen oder Buchhandlungen stattgefunden haben, war die Lesung in einer Kunsthandlung auch für mich eine Premiere und mir hat die Atmosphäre außerordentlich gut gefallen. Das darf gerne öfters so sein, Buchhandlung Stapp! 

Tja, und dann ging es auch schon los und Frau Stapp begrüßte zunächst die Gäste und dann natürlich auch den Schriftsteller der Stunde: Felix Leibrock. 


Und der kam zur Lesung nicht allein. Mit dabei war auch der Pianist und Sänger Peter Frank, der ihn durch die Lesung begleitete, und dies nicht nur musikalisch, sondern auch mit viel Wortwitz! Ebenso erwähnenswert: Für Todesblau hat er eigens drei Lieder komponiert und auch der Herr Leibrock lies sich nicht lumpen und packte sein Akkordeon aus. Da wurde unter den Gästen dann schon ordentlich geschunkelt und mitgesungen (auf Instagram gibt es auch ein kleines Video dazu)! Das war ja mein kleines Highlight der ganzen Lesung, einfach mal was anderes und vor allem amüsant. Und auch in vielen anderen Punkten unterschied sich diese Lesung von vielen dagewesenen. Zwar las Herr Leibrock auch etwas aus seinem Krimi, dabei beschränkte er sich jedoch auf zwei Passagen - die dafür aber auch sehr aussagekräftig wahren. Stattdessen erzählte er viel über das ganze Drumherum (die Rahmenhandlung des Krimis), wie er es zu Droemer/Knaur schaffte (Literaturagent ist das Zauberwort!), welche kunstgeschichtlichen Fakten ihn für das Krimithema inspirierten (Lyonel Feininger und so!) und natürlich gab er auch Antwort auf die Frage, warum er als Pfarrer eigentlich auf die Idee kam Krimis zu schreiben ("Das ist ziemlich naheliegend, denn die Bibel beinhaltet viele Verbrechen!").

Ich fand diese Lesung nicht nur unterhaltsam, sondern auch sehr informativ, weil Leibrock nicht nur einen kleinen Kurzritt durch die Kunstgeschichte machte, sondern auch aus dem Leben eines Autoren plauderte. Ich habe Todesblau zwar noch nicht gelesen, dennoch denke ich, dass ich gerade durch all die Zusatzinformationen bestens vorbereitet bin. Und gerade weil Leibrock ja nun nicht so viel drauß vorgelesen hat (wie es viele Autoren ja pflegen), bin ich nun umso gespannter, was mich im Weimarer Krimi (Erfurt kommt übrigens auch mal drinn vor!) erwarten wird. Ich freue mich schon auf die regionalen Bezüge, denn fünf Jahre Wahl-Thüringen machen sich schon bemerkbar, da weiß man dann auch mal was über die umliegenden Städchen. Und wer schon einmal regionsbezogene Bücher gelesen hat weiß: das Gelesene kann man sich dann auch ganz anders vorstellen. Weil man womöglich schonmal dieselben Straßen entlang gegangen ist, oder weil man auch einfach nur einen Ortsnamen kennt. Diesen Effekt fand ich schon vor einigen Jahren bei Neue Vahr Süd von Sven Regener richtig toll - denn eigentlich komme ich ja aus Bremen. Und die Neue Vahr kennt man da halt einfach, oder auch das berühmte Viertel.
 
Und auch sonst scheint Todesblau ein richtig guter Krimi zu sein. Nicht nur, weil Frau Stapp ihre Buchempfehlung dafür aussprach (und Buchhändlern darf man da ruhig Vertrauen schenken), heute morgen stand auch in der Zeitung, dass bereits über 6000 Exemplare verkauft wurden. Für einen Krimi-Newcomer eine große Zahl. Übrigens ist Todesblau der Auftakt einer Krimi-Reihe. Der zweite Band ist zwar schon fertig geschrieben, so Leibrock, aber veröffentlicht wird er erst zum Frühling nächsten Jahres. 

Auch wenn ich euch noch keine Buchempfehlung in Form einer Rezension aussprechen kann, die Lesung zu Todesblau mit Felix Leibrock in Begleitung von Peter Frank war richtig klasse und vor allem informativmusikalisch! Großes Lob an die Buchhandlung Stapp für die tolle Organisation und das klasse Lesungs-Feeling - gerne wieder! 

P.S. Die Buchhandlung Stapp, Felix Leibrocks Website und auch das Buch habe ich euch mal im Beitrag verlinkt ;-)

Ich wünsche euch einen fantastischen Start ins Wochenende, 

Kommentare

  1. Das Buch steht auch noch auf meiner Leseliste, bin beim Stichwort Weimar natürlich hellhörig geworden, als ich es im Verlagsprogramm entdeckt hatte. War schon oft in Weimar, ein bisschen verliebt bin ich diese schöne Stadt ja schon, wie kann man auch nicht?! :D Auf das Buch bin ich gspannt wie ein Flitzebogen! :) Und die Lesung klingt ja außergewöhnlich und sehr musikalisch!!! Mit Akkordeon, das kann ich mir zwar so gar nicht vorstellen, aber ist in jedem Fall mal etwas anderes. Cool! :) Ich finde es bei Lesungen auch immer schön, wenn der Autor möglichst viel zum Buch erzählt, die Hintergrundinfos finde ich immer super spannend und sonst erfährt man ja kaum etwas darüber. Also dann, man darf gespannt sein, wie das Buch nun so ist. :)

    Liebe Grüße!! :)

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    1. Hallöchen :)

      Weimar ist wunderwunderwunderschön! Gerade lese ich noch ein anderes Buch, dann werde ich mich aber "Todesblau" widmen und hoffe auf eine krimige Lesezeit :D

      Ich bin gespannt, wie es dir gefallen wird!

      Viele liebe Grüße und dankedankedanke für deinen Kommentar :)

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  2. Oh, ein toller Bericht zu einer offensichtlich schönen Lesung. Sehr gelungen, vor allem auch deine Bilder dazu.

    Ganz liebe Grüße
    Karin

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    1. Hallo liebe Karin :)

      Vielen lieben Dank für dein Feedback! Es freut mich, wenn dir der Blogeintrag gefallen hat :)

      Viele liebe Grüße,
      maaraavillosa <3

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