Ein paar Worte zu... Kati Naumann - Die große weite Welt der Mimi Balu

Hallöchen ihr Lieben! 
Heute habe ich wieder ein paar Worte zu einem gelesenen Buch für euch. Die große weite Welt der Mimi Balu von Kati Naumann erreichte mich ganz unerwartet als Lesetipp vom Knaur-Verlag - vielen lieben Dank dafür! Ich hatte mir eigentlich gar nicht so viel von der Geschichte erwartet, war sogar eher in der Annahme, dass es sich hierbei um einen typischen Chick-Lit-Roman handeln würde, doch ich wurde eines Besseren belehrt und habe sogar ein paar Tränchen verdrückt! Aber erstmal...
Mimi Balu, eigentlich Michaela Balutzke aus Limbach-Oberfrohna, hat Großes vor: seit zwanzig Jahren schon lebt sie in London und versucht sich dort als Sängerin. Mehr oder minder scheiterte sie in der Vergangenheit, doch nun steht sie so kurz davor auf den Brettern zu stehen, die die Welt bedeuten. Doch sie kommt zu ihrem 40. Geburtstag nicht drum herum, nach Hause zu fliegen. Dort, im sächsichen Dörflein, hält sie eine Lüge der absoluten Trendsetterin Londons aufrecht, nämlich die der welterfolgreichen Sängerin Mimi Balu. Nur Oma Trude scheint zu wissen, wie der Hase tatsächlich läuft und bringt Mimi's Leben damit ganz schön durcheinander.
 Wenn ich  Die große weite Welt der Mimi Balu in nur einem Satz beschreiben müsste, dann würde das wohl wiefolgt aussehen: Nicht mehr länger, scheinbar aussichtlosen, Träumen hinterherjagen und erwachsen werden. Denn dies ist es, was Michaela Balutzke ausmacht. Während ihre Familie die Familienbäckerei Balutzke im heimischen Limbach-Oberfrohna betreibt, entschied sich Mimi gegen ihre "Bestimmung" und stieg in den Flieger Richtung Big Ben und Queen. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, einmal ganz groß und erfolgreich zu werden! Ganz zum Missfallen ihrer Familie und irgendwie bleibt der Erfolg auch aus. Nur Oma Trude glaubt an Mimi und unterstützt sie finanziell - auch noch mit fast 40.

Aber Mimi trägt den Kopf oben und jagd weiterhin ihrem großen Traum, Sängerin zu sein, hinterher, und lebt auch ein kleines bisschen in einer Seifenblase. Zu ihrem 40. Geburtstag muss sich sich mal wieder zuhause blicken lassen. Der einzige Grund, warum sie noch nach Hause kommt, ist eigentlich nur Oma Trude. Alle anderen Familienmitglieder geben ihr das Gefühl, nutzlos zu sein, mit vierzig Jahren immernoch nichts im Leben erreicht zu haben. Aber vor allem hat sie ja das Familiengeschäft im Stich gelassen. Um die Misserfolge der letzten zwanzig Jahre nicht zugeben zu müssen, erzählt Mimi zuhause aus ihrem extravaganten Leben und wie toll es doch für sie in London läuft - manchmal sind es aber auch kleine kommunikative Missverständnisse, die Mimi's londoner Lifestyle noch mehr aufbauschen. Erst als Oma Trude sich für einen Besuch in London bei Mimi zuhause ankündigt, merkt selbige, dass in den letzten zwanzig Jahren eigentlich so gar nichts vorwärts ging und dass sie vor allem finanziell sehr stark von Oma Trude abhängig ist. 

Mir hat der Roman Die große weite Welt der Mimi Balu wirklich sehr sehr gut gefallen, wahrscheinlich auch, weil ich gänzlich andere Erwartungen an die Geschichte gestellt hatte. Kati Naumann beschreibt sehr feinsinnig, wie Mimi's Seifenblase nach und nach zu zerplatzen droht - manchmal auf ganz witzige Weise, und dann wieder sehr tiefsinnig. Mimi Balu ist dabei ein sehr eigensinniger Charakter, den Kati Naumann da geschaffen hat und der mich auch sehr oft zum Lachen brachte - frisch und frech und vor allem ein bisschen durchgeknallt. Manchmal fühlte ich mich beim Lesen an den Singsang von Pippi Langstrumpf erinnert: 

"Ich mach' mir die Welt, wie sie mir gefällt!" 

... und belüge dabei nicht nur mein Umfeld, sondern auch mich selbst. Und gerade letzteres ist für Mimi eine sehr schmerzhafte Erfahrung, die Kati Naumann wunderbar in Worte verpackt hat. Aber auch die Beziehung zu Oma Trude ist im Buch eine besondere, denn Oma Trude ist die einzige Person, die Mimi in all ihren Tagträumen unterstützt und sie mit keinem Wort und keiner Tat verurteilt, vielleicht auch, weil Oma Trude so das ein oder andere Geheimnisse inne hat. Umso schlimmer ist es dann, als Mimi merkt, dass Oma Trude vielleicht nicht für immer da sein wird und dass es von nun an vielleicht auch umgekehrt verlaufen muss; sie nicht ewig von Oma Trude finanziell abhängig sein kann. Mimi muss und will für Oma Trude da sein und merkt dabei, dass die Welt einem eigentlich ziemlich egal sein kann, solange man auch nur für eine Person die großartigste Mimi Balu der Welt ist. 

Ich habe der Geschichte letztlich 4,5 Sterne gegeben, denn einen Kritikpunkt habe ich dann doch: Warum muss Mimi Balu denn 40 Jahre alt sein? Ich fand das irgendwie schon fast zu alt und auch zu unauthentisch. Im meinem Verständnis war sie immer um die 30 Jahre alt. Wenn sie 30 gewesen wäre, hätte das meiner Meinung nach irgendwie besser zur Geschichte gepasst. Aber nun gut! Ansonsten war es eine super Geschichte, die gen Ende auch sehr emotional wurde, mich aber dennoch mit einem guten Gefühl zurück gelassen hat. Und Nebenbei lernt man dann noch ein paar Unterschiede zwischen Londoner und Deutscher Mentalität kennen, richtig gut!

Ich werde mir in jedem Fall auch Kati Naumann's ersten Roman Die Liebhaber meiner Töchter auf den Merkzettel schreiben. Hier kommt ihr zu Kati Naumann's Website und hier geht es auch nochmal zur Verlagssseite

Ich wünsche euch einen tollen Start ins Wochenende und habe noch eine Anmerkung in buchiger Sache: Am Sonntag wird es wieder einen Viellese-Sonntag geben. Die Lieblingsmitbewohnerin und ich wollen unseren extremen Leseflow nochmal ordentlich fördern. Hier geht es zum letzten Viellese-Sonntag, der auch überaus erfolgreich war. Wer also teilnehmen möchte: save the date, am Sonntag um 10Uhr geht es los :-) Mein Update zur Minimalism-Challenge folgt dann am Montag. 

Kommentare

  1. Ich habe gerade diese Rezension entdeckt, mich richtig gefreut und wollte ein Dankeschön dalassen!
    Und ich möchte natürlich auch gleich die Frage nach Mimis Alter beantworten, also warum ich sie ausgerechnet 40 sein lasse: Ich finde, dass 40 eine magische Zahl ist, die uns bewusst macht, dass wir nicht mehr ewig Zeit für alles haben und dass wir Entscheidungen treffen müssen, die gleichzeitig andere Sachen dann endgültig ausschließen. Mit 30 hatte ich dieses Gefühl noch nicht, und ich glaube, wenn Mimi 30 wäre, wär die Geschichte einfach anders verlaufen und vor allem hätte sie ein anderes Ende genommen. In London begegne ich immer wieder Menschen, die wie Mimi drauf sind, und in ihrem Alter oder älter sind. Das fasziniert mich jedes Mal und hat mich auch zu diesem Roman inspiriert. Ich glaube, London hat einfach eine Peter-Pan-Atmosphäre.
    Ein schönes Wochenende
    und sonnige Grüße,
    Kati

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    1. Wow! Ich danke dir, liebe Kati, dass du dir die Zeit genommen hast, hier zu kommentieren und auch meine Frage zu beantworten! Richtig toll! DANKE!

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  2. Dein Blog ist wirklich richtig toll und das Design ist der hammer *.*

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    1. Hallöchen :)

      Vielen lieben Dank für dein Feedback! Es freut mich, wenn dir der Blog gefällt :)

      Liebste Grüße, maaraavillosa <3

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