Ein paar Worte zu... Mary Amato: Playlist für Zwei

Hallöchen ihr Lieben! 
Seit Tolino bei mir wohnt, ist die Onleihe-App meine liebste Anlaufstelle, was eBooks angeht. Da stöbere ich fast jeden Tag in den stets wachsenen Neuzugängen und bin am Mittwoch auf folgendes Buch gestoßen, was ich Euch heute vorstellen möchte. Denn Playlist für Zwei von Mary Amato war mal wieder ein Buch, was ich locker in vier Stunden an einem Abend durchgelesen habe und was ich für so sehr gut befand. Leider musste ich feststellen, dass diese Teenie-Geschichte um eine perfekte Cellisten und einem Guitar Hero im deutschen Raum wohl eher weniger bekannt ist und bin der Meinung, dass wir dies ganz schnell ändern müssen!

Aber worum geht es überhaupt? Tripp und Lyla könnten nicht unterschiedlicher sein. Er ist ein gitarrenvernarrter Außenseiter, immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Sie ist die beste Cello-Spielerin ihrer Schule, die sämtliche Talentwettbewerbe gewinnt, dafür aber auch unter dem Druck ihres Vaters steht. Nachdem die gemeine Termite (aka Tripps Mutter) ihm seine Gitarre wegnimmt, weil er sich angeblich nur noch mit dem Saiteninstrument und weniger mit seinen Hausaufgaben beschäftigen würde, muss Tripp sich was anderes einfallen lassen. Denn ohne die Klampfe geht es nicht! Also meldet er sich für einen Probenraum in seiner Schule Rockland an, um so Zugang zu seinem geliebten Instrument zu bekommen. Wie auch Lyla, die für ihre Talentwettbewerbe Cello üben muss. Gemeinsam werden sie einem Proberaum zugewiesen, den sie sich teilen müssen. Tripp bekomt die ungeraden Tage (weil ungerade irgendwie besser ist als langweilig gerade) und Lyla die geraden. Eines Tages findet Tripp einen Post-It im Gitarrenkoffer, mit dem Hinweis von Lyla, dass er doch bitte den Probenraum aufgeräumt verlassen soll. Was folgt, ist ein witziger Schlagabtausch auf kleinen Zettelchen, dann werden Emails an den jeweils anderen verfasst, bis hin zum ersten Telefonat und musikalischen Treffen. Tripp merkt bald, dass er viel mehr ist als nur ein Außenseiter und Lyla ist weit mehr als eine roboterähnliche Cello-Spielerin, die ihrem Umfeld versucht alles recht zu machen. Lyla entdeckt ihre Liebe zum sechssaitigem Instrument und gründet mit Tripp das Duo "thrumsociety". Aber vor allem merken sie, dass sie nicht nur die Liebe zur Musik verbindet. Doch nicht jeder ist von dieser Freundschaft begeistert....

Und wie hat es mir gefallen? Zunächst einmal soll erwähnt werden, dass dieser Roman eine Ziegruppe ab 12+ ins Auge fasst. Ich denke aber, dass dies auch durchaus eine Geschichte ist, die jede Altersgruppe unterhalten würde. Ich jedenfalls bin keine 12 Jahre mehr und mir hat die Geschichte wirklich sehr sehr gut gefallen. Dass ich interaktiven Mitmachbüchern viel abgewinnen kann, hatte ich bereits in meiner Rezension zu Silber von Kerstin Gier erwähnt und Playlist für Zwei funktioniert ganz ähnlich. So kann man die tatsächliche Website von Tripp und Lyla (www.thrumsociety.com) besuchen, sich die Guitar Guide-Tips von Tripp auf  YouTube ansehen und und und! Vor allem ist aber hervorzuheben, dass das Buch durch seine Aufmachung lebt, denn all die Zettelchen, Briefe, Emails, SMS und Chatverläufe, die zwischen Lyla und Tripp, der Termite, dem Vater oder der besten Freundin stattfinden, sind auf den rund 300 Seiten abgedruckt.

Und auch alle Songexte sind dem Buch auf den letzten Seiten beigefügt. Eine schöne Idee, wie ich finde. Denn dies gibt der Geschichte nochmal einen ganz anderen Zugang und ist um Längen erfrischender ist, als die gewöhnliche Buchaufmachung, die eben typischerweise nur aus Schrift besteht. Ich denke, dass dies vor allem bei den jüngeren Lesern auf großen Zuspruch stoßen wird, denn so ist dies ja genau ihr Zeitgeist.

Als Charakter hat mir Tripp besonders gut gefallen, so ein witziger Typ! Und dabei ganz schön wortgewandt und frech, aber auf ziemlich charmante und intelligente Weise. Ich mochte ihn sofort. Lyla war zu ihm das perfekte Gegenstück und gemeinsam ergaben sie ein harmonisches Zusammenspiel. Es hat ungeheuer viel Spaß gemacht, zu erleben, wie die beiden das Beste aus dem anderen herauskitzelten, ganz egal, wie ihre Mitschüler über diese Art von Freundschaft witzelten. So stellten die beiden sehr schnell fest, dass sie nicht nur die Musik verbindet und sie zwischen herumfladdierenden Gitarrengeschrammel und roboterhaftem Cello-Spielen doch auf einen Nenner kommen und sogar ein gemeinsames Musikprojekt starten, was ihnen schnell den ersten Auftritt vor größerem Publikum beschert. 

Aber es gab auch tiefgehendere Stellen im Buch. So mussten sie beide schon die Erfahrung eines schwerwiegenden Verlusts machen und lernen darüber hinaus, dass man auch manchmal einfach umher schwingen muss, um für sich herauszufinden, was man eigentlich will!

Auch wenn das Cover vielleicht einen anderen Eindruck vermittelt, handelt es sich bei Playlist für Zwei nicht um eine Liebesgeschichte, sondern um das Wachsen einer tiefgehenden Freundschaft zwischen einem ungeraden Jungen und einem vermeindlich perfekten Mädchen. Eine Geschichte die auch den 12+-lern unter uns gefallen wird! Ich fand es super und habe fünf von fünf Sternen gegeben! 

Ich wünsche Euch ein fantastisches Wochenende!

Kommentare:

  1. Muss ich mir auch mal holen, klingt sehr gut! :-*

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    1. Ich kann dir ja mal Tolino leihen, wenn ich gerade ein richtiges Buch lese :D

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