Ein paar Worte zu... James Bowen - Bob der Streuner

Hallöchen ihr Lieben! 
Pünktlich zum Wochenende habe ich eine Rezension für Euch. Ein Buch, mit dem ich wahrscheinlich sämtlichen Personen in meinem Umfeld schon seit Wochen in den Ohren liege, was mir aber egalegalegal ist, denn es ist (meiner Meinung nach!) ganz großartig: Bob der Streuner von James Bowen! Die liebe Katrin von Buchsaiten hat mich freundlicherweise mit dem Bob-Fieber angesteckt und mir das Hörbuch zukommen lassen (dankedankedanke nochmals!), weshalb das hier nun eine Art Buch/Hörbuch-Rezension wird. 

Aber worum geht es überhaupt? James Bowen ist in seinen noch jungen Jahren alles andere als erfolgreich. Einst hatte er den Traum nicht länger der unsichtbare Niemand zu sein und stattdessen ein erfolgreicher Gitarrist und Sänger einer noch erfolgreicheren Rock-Band zu werden. Doch irgendwann nahm er die falsche Abzweigung und spritzte sich den Musikertraum in die Venen - James Bowen wurde abhängig von Heroin. Schnell verlor er sämtlichen sozialen Status und landete zuletzt auf der Straße als Obdachloser - unsichtbarer könnte man in dieser Position für die Gesellschaft nicht sein. Doch James schafft es, einen Entzug zu machen. Methadon wird zu seiner Ersatzdroge. Durch die Hilfe seiner Exfreundin und einiger Sozialbetreuer schafft er es sogar halb von der Straße weg, in eine bewohnbare 1-Raum-Wohnung. Nur die Jobsuche gestaltet sich schwierig. Aber wer stellt schon einen ehemaligen Junkie ein? Also schlägt James sich in London bei Wind und Wetter als Straßenmusiker durch, um somit wenigstens seinen Grundbedarf zu finanzieren. Auch nur einen Tag ohne Straßenmusik könnte für ihn den finanziellen und sozialen Untergang bedeuten. Sich ein Haustier zu halten? Daran wäre eigentlich kaum zu denken, doch eines Tages sitzt Bob vor seiner Tür. Ein orange-farbender Kater, total abgemagert und zerrupft. James hatte Katzen schon immer gemocht, aber Bob hatte eine ganz besondere Ausstrahlung, der sich James einfach nicht entziehen konnte. Deshalb nahm er Bob bei sich auf und pflegte ihn, mit dem wenigen Geld das er hatte, gesund und musste feststellen, dass Bob nicht einfach nur irgendein Kater war, sondern ein ganz besonderer. Und von da an wich auch Bob ihm nicht mehr von der Seite ...

So viel erstmal zum Buch, beziehungsweise der Anfangsgeschichte all dessen, denn natürlich erleben James und Bob noch viel mehr gemeinsam und machen sowohl gute als auch schlechte Zeiten miteinander durch. Aber das sollt ihr ja selbst lesen oder hören :-) 

Wie hat mir das Buch gefallen? Ich habe schon sehr sehr lange keine so schöne Geschichte gelesen/gehört wie die von Bob und James. Sie haben sich an einem Punkt in ihrer beider Leben gefunden, an dem sie den anderen nicht nötiger gebraucht haben und das macht diese Geschichte wahrscheinlich so besonders. Denn für James ist Bob alles und für Bob ist James die Welt. Und so tragen sie sich gegenseitig durch so manch dunklen Tunnel, um endlich wieder ein bisschen Licht zu finden. Natürlich ist diese Geschichte an vielen Stellen sehr bewegend, denn alles hat sich tatsächlich so zugetragen - nichts ist fiktiv, geschönt oder unehrlich dargestellt. Natürlich ist Bob total süß und ich könnte bei Bob-Fotos nur rumquietschen, ABER ich bekam auch beim Lesen/Hören nicht nur ein Mal einen dicken Kloß im Hals. Denn so schön und auch witzig diese Geschichte einer wundersamen Freundschaft zwischen Mensch und Tier ist, regt sie auch zum Nachdenken an. Wie oft laufen wir heutzutage an Bettlern vorbei ohne uns zu fragen, welches Schicksal diese Menschen wohl ereilt hat, dass sie aus dem sozialen Raster fallen? Und wie oft denken wir uns bei ihrem Anblick vielleicht, dass diese Menschen doch gefälligst für ihren Lebensunterhalt arbeiten gehen sollen, so wie wir es eben auch tun? Das Buch ist und soll kein belehrendes Mittel sein und so soll auch dieser Blogeintrag nicht wirken, aber beim Lesen/Hören überdenkt man durchaus seinen eigenen Standpunkt über diese tabuisierte Thematik. Aber auch die Vergangenheit um Bob stimmt nachdenklich, denn nach wie vor ist nicht bekannt, woher Bob kommt und was ihm widerfahren ist. Lediglich seine Katzeneigenarten lassen darauf schließen, dass er es in einem früheren Leben nicht sehr gut hatte. Gerade deshalb ist es schön, dass Bob in James einen Freund gefunden hat, der sich so rührend um ihn kümmert, wie ein jedes Tier es verdient.

Bob der Streuner gibt Euch als Leserschaft mit Sicherheit keine hochtrabende Weltliteratur, aber dafür viele ehrliche Worte, die zum Lachen, Weinen und Nachdenken anregen. Denn was ist so unbezahlbar wie eine echte Freundschaft? Kein Geld und Erfolg der Welt kann dich aus einem dunklen Loch ziehen, wenn du nicht ein paar tolle Freunde hast, die immer an deiner Seite sind.

Ich habe der Geschichte fünf von fünf Sternen gegeben und auch bereits Bob und wie er die Welt sieht, die Fortsetzung, gelesen. An Nikolausi fand ich Ein Geschenk von Bob im Stiefel. Das ist eben auch eine Besonderheit: man kann sich dieser Geschichte, wenn man einmal in sie eingetaucht ist, nicht mehr entziehen und auch als Hörbuch ist diese sehr schön. Der Sprecher Carlos Lobo hat da wirklich einen guten Job gemacht!

Hier geht es zur Verlagsseite von Bob und James und hier habe ich Euch noch eine Video-Dokumentation verlinkt. 

Ich wünsche Euch ein fantastisches Wochenende! 

Kommentare

  1. Ich liebe Bob ;-) Habe auch schon darüber geschrieben und die 2 Teile verschlungen. Das neue Buch liegt schon bereit !
    Wobei ich sagen muss, das mir Bob und wie er die Welt sieht um einen Deut besser gefallen hat. Es war irgendwie persönlicher und hat mich mehr angesprochen. Aber ein Muss zum Lesen, vor allem für Katzenliebhaber *gg*
    Liebe Grüße

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    1. Liebe Tanja,

      ich habe deinen Lke schon bei FB gesehen :) Vieeeeeelen lieben Dank <3
      Ichkann dir nur zustimmen, was "Bob und wie er die Welt sieht" betrifft. ICh fand auch, dass es nochmal ein Stück weit persönlicher ist, vor allem weil es ja auch erzählt, wie James und Bob eigentlich dazu kamen ein Buch zu schreiben und ihre Geschichte der ganzen Welt zu erzählen. Ich denke aber auch, dass der zweite Band deshalb persönlicher ist, da James bis dahin ja endlich Erfahrungen als Autor hat sammeln können. Zwar schrieb er das Buch unter Hilfestellung, aber es macht dann ja schon den Unterschied, wenn man in der Übung ist und sich mit jedem Buch verbessert. Aber ich finde es genau richtig so :) Ich habe nun mit "Ein Geschenk von Bob" begonnen und das ist auch wieder total schön <3

      Ganz ganz lieben Dank für deinen Kommentar und liebe Weihnachtsgrüße für dich,
      maaraavillosa <3

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    2. Ich muss schneller lesen wie es aussieht ;-) Ich persönlich hätte mir im 1.ten Teil mehr von James seiner Geschichte gewunschen, aber das ist sicher schwierig bei dem was er alles gemacht hat. Dann bin ich schon auf den nächsten Teil gespannt.
      Dir auch eine schöne Vorweihnachtszeit und man liest sich sicher wieder!
      Liebe Grüße

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  2. Wow, das Buch muss ich wohl dringend von meinem SuB befreien. Dake für diese ehrliche und schöne Kritik, die direkt unter die Haut geht und mich sofort neugierig gemacht hat

    LG Inka ;)

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    1. Ich finde, die Bücher passen jetzt auch sehr gut in die Weihnachtszeit!

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar :-*

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  3. Hallo liebe mara villosa,

    eine wunderschöne Rezi! :)
    Meine Oma liebt die Bücher über Bob und ich muss sie wohl auch noch unbedingt lesen.
    Wahrscheinlich schenke ich meiner Oma dieses Buch, also den 2. Band zu Weihnachten. Da freut sie sich bestimmt total! :)

    Ganz liebe Grüße und Dir eine schöne Vorweihnachtszeit,
    Hannah
    http://wonderworld-of-books-from-hannah.blogspot.de/
    <3

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