Ein paar Worte zur ... David Safier-Lesung

Hallöchen meine Lieben! 
Ich bin jetzt endlich wieder back on track. Es kann sein, dass sich etwas bei den kommenden Bildern farbtechnisch ändert, weil ich noch mit den Graphikeinstellungen des neuen Laptops rumspielen muss, aber alles im Groben sollte es nun erstmal wieder regelmäßig Beiträge geben und ich hoffe, dass der neue Laptop nicht wieder schon nach drei Wochen abschmiert. Sollten Euch dennoch einige Fehler vor allem in den Bildfarben auffallen, so teilt mir das immer gerne in den Kommentaren mit! Vielen lieben Dank an dieser Stelle auch für Eure lieben Kommentare im letzten Beitrag! Das hat mich wirklich sehr gefreut :-) 

So nun aber zum Beitrag der ja eigentlich schon Freitag online gehen sollte: Ich war am Dienstag anlässlich der Erfurter Herbstlese zur Lesung von David Safier! In Erfurt stellte er seinen neuen Roman 28 Tage lang vor, ein Buch, welches ich bereits im September gelesen und rezensiert habe (zum kompletten Eintrag geht es hier entlang).

Worum ging es nochmal? Die Protagonistin des Romans ist die sechszehnjährige Mira, die mit ihrer Familie im Warschauer Ghetto lebt. Nachdem für die jüdische Gemeinde immer mehr Verbote und Sanktionen auferlegt wurden, wählte ihr Vater den Freitod. So gibt es für Mira im Jahr 1943 nur noch ihre kleine Schwester Hannah und die Mutter der beiden. Diese ist allerdings seit des Selbstmordes ihres Mannes so mitgenommen, dass es nun an Mira ist, die Familie irgendwie durchzubringen. Mira bleibt nicht viel übrig, als ihre Familie durch das Schmuggeln von Nahrungsmitteln während des Krieges irgendwie über Wasser zu halten. Bis zu dem Tag, an dem das Ghetto zwangsgeräumt wird und dessen Bewohner umgebracht werden sollen. Mira schließt sich daraufhin entschlossen dem Widerstand an, welcher der SS länger trotzt als vermutet, nämlich 28 Tage lang.

Wie ich bereits in meiner ausführlichen Rezension schrieb, wagte David Safier den Schritt aus dem Comedy-Genre in die ernsthafte Jugendbuch-Literatur über den Holocaust und feiert damit derzeit große Erfolge. 28 Tage lang wurde, wie auch die Romane zuvor, schon in etliche Sprachen übersetzt und ist in Europa gerade ein Dauerbrenner. Umso schöner, dass er Erfurt einen Besuch abstattete und aus 28 Tage lang vorlas und über die Schaffensphase des Buches erzählte und auch viel über die eigenen Beweggründe, dieses Buch zu schreiben, Preis gab. 
Vor allem ging es ihm darum, wie ich schon damals in meiner Rezension vermutete, die eigene Geschichte zu erinnern, denn (und das war ja ein so schönes Zitat!) Vergangenheit ist für David Safier nicht vergänglich, sie trägt sich in jedem Einzelnen weiter, in jede nachkommende Generation. 
Das Schönste an solch Lesungen ist ja, mit dem Autor oder der Autorin in den Austausch zu kommen und so habe ich mich endlich mal getraut und ihm auch eine umfassendere Frage gestellt (so richtig mit Mikrofon und so, ahhh!). Ich wollte von David Safier wissen, ob er Angst hatte diesen Roman zu schreiben und zu veröffentlichen, denn immerhin ist er gerade wegen seiner leichten Unterhaltungsliteratur bekannt. Daraufhin antwortete er, dass er durchaus Ängste hatte, vor allem ob dieser Roman, an dem er eineinhalb Jahre arbeitete, ernst genommen werden würde. Denn, und das gab er ganz offen zu, sein Erfolg ist insofern positiv für ihn, als dass sein Verlag wahrscheinlich alles von ihm drucken würde - auch wenn es eher weniger gut wäre. Deshalb verfasste er zunächst für seine Lektorin eine 80-seitige Rohfassung der Geschichte und wollte wissen: Ist das wirlich gut, was ich geschrieben habe und wie sinnhaft ist diese ganze Idee? Wie ihr heute seht, muss die Rohfassung überzeugend gewesen sein, denn sonst könntet ihr das Buch heute nicht in den Buchläden kaufen und es würde auch nicht so gefeiert werden ;-) 

Die weitaus größere Angst Safiers war aber aufgrund der Thematik Holocaust in eine Art Depression zu verfallen, in einen traurigen Sog, aus dem man nicht mehr so einfach heraus kommt. Denn sein Roman 28 Tage lang basiert ja nicht nur auf reiner Fiktion sondern beinhaltet sowohl die eigene Herkunftsgeschichte als auch die Geschichte vieler anderer, die sich oftmals tatsächlich so ereignet hat und mit der sich Safier auseinander setzen musste. Der Holocaust war und ist zudem ein schreckliches Unheil, was niemals in keinster Weise schön geredet werden kann und was ausnahmslos immer einen bitteren Beigeschmack mit sich bringt. David Safiers Ängste sind also nichtmal so ganz unabwegig. 

Dann fragte ich ihn noch, ob er sich vorstellen könnte, auch weiterhin das ernsthaftere Literatugenre zu besiedeln, woraufhin er antworte, dass er nicht nur die eine oder die andere Autorenschublade sein wolle und dass es vor allem darauf ankommt, welche Thematik ihn von Anfang an in den Bann zieht. Sein nächstes Buch, das veriet er uns auch, wird aber wieder ein komisches sein und wohl nächstes Jahr erscheinen. 

Die Lesung war sehr schön und David Safier ist wirklich eine sehr sympathische Persönlichkeit mit sehr viel Witz und Charme und einer schönen Stimme! Das Ganze fand dieses Jahr auch in einem ganz anderen Ambiente statt, als damals bei Kerstin Gier. Die Location war wieder die Aula des Evangelischen Ratsgymnasiums, allerdings las David Safier nicht wie Kerstin damals von der Bühne aus. Stattdessen wurden die Räumlichkeiten am Boden genutzt, das gab dem Ganzen dann doch nochmal etwas viel engeres und familiäres. Am Ende gab es auch noch die Chance sich seine Bücher oder Eintrittskarten signieren zu lassen :-)
Nach der Lesung habe ich mir nun auch zwei andere Bücher von David Safier bestellt und bin schon auf die komödische-Seite es Autors gespannt. Wenn ihr mal die Chance habt, David Safier live zu sehen, dann ergreift sie. Ende November wird er zum Beispiel in Bremen sein, genau genommen am 28. November. Mehr Informationen dazu findet ihr hier.

Ich wünsche Euch noch einen wunderbaren Sonntag und einen super Start in die kommende Woche, 
*alle Bilder sind mit meiner Nikon D3200 entstanden.


Kommentare:

  1. Ein sehr gelungener Beitrag! Da bekommt man sofort Lust, auch etwas von David Safier zu lesen!

    Liebe Grüße

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    1. Liebe Franzi,

      na dann aber los :)

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar und ganz liebe Grüße <3

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  2. Ich drücke die Daumen für Lappi nummer 2 ^^

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