Ein paar Worte zu... Anne Herzig: Zeit für die Liebe

 
Hallo meine Lieben, 
vor etwa einer Woche habe ich die Anfrage der Wiener Jungautorin Anna Herzig erhalten, ob ich ihr Debüt Zeit für die Liebe (feiert heute Veröffentlichung) vorablesen und rezensieren möchte. Ich habe mich über diese Anfrage sehr gefreut, natürlich zugesagt und möchte mich auch hier nochmal ganz doll bei Anna Herzig bedanken! 

Aber worum geht es eigentlich? 
Sophie, die Protagonistin, hat DEN Mann, den alle Frauen gerne hätten. Christopher. Ein Mann, der ihr die Welt zu Füßen legt und ihr, wenn denn möglich, sogar die Sterne von Himmel holen würde. Intelligent, Wohlhabend und Charmant sind sein zweiter, dritter und vierter Vorname, doch Sophie lernt Adrian kennen. Adrian, der so viel besser zu ihr passt, vielleicht weil er Ecken und Kanten hat. Doch auch diese Beziehungskiste ist kompliziert. Sophie wird durch Ängste und Selbstzweifel geplagt, verpasst Chancen und trifft Fehlentscheidungen, um aus ihnen zu lernen und an ihnen zu reifen und sich etliche Jahre später vom Schicksal doch in die richtige Richtung lenken zu lassen.

Meine Meinung? 
Ich muss sagen, dass ich rein vom Buchcover her etwas ganz anderes von der Geschichte erwartet habe. Ich dachte mir, dass dies wahrscheinlich ein schöner Liebesroman für Zwischendurch sein würde. Ich dachte auch, dass Zeit für die Liebe an all jene Liebesromane anlehnen könnte, die derzeit die absoluten Kassenschlager im Buchgeschäft sind.

Überrascht musste ich jedoch feststellen, dass Anna Herzig eine Geschichte geschaffen hat, die durchaus von Liebe handelt, aber eben anders. Das ist kein gewöhnliches Buch, was man meiner Meinung nach in einem Rutsch weglesen kann. Alleine ich habe für diese 156 Seiten fünf Tage gebraucht, um manches auch einfach sacken zu lassen und darüber nachzudenken. So wundert es im Nachhinein dann doch nicht, dass selbst Anna Herzig sich insgesamt gut acht Jahre Zeit mit der Geschichte ließ.

Es geht um Entscheidungen und Fehlgriffe und um das, was im Leben wirklich wichtig ist (rückblickend betrachtet). Und dass es eben nicht zwangsläufig immer der absolut aalglatte, reiche und gutaussehende Märchenprinz sein muss, der dich glücklich macht. Dabei kommt die Geschichte gut ohne diverse Hollywood-Dramen aus und erscheint an manchen Stellen vielleicht auch ein bisschen düster und schwer. Aber so "hollywood" und "shining bright" ist das wahre Leben ja eben doch nichtimmer! Es ist aber gerade deshalb eine schöne Alltagsgeschichte, die durchaus so oder so ähnlich jeden Tag irgendwo zwischen zwei Menschen passieren könnte. 

Besonders gut hat mir der Schreibstil der Autorin gefallen, denn ich musste beim Lesen feststellen, dass mir schon lange kein Buch mehr untergekommen ist, das eine so schöne Wortwahl mit sich bringt. Ich will nicht sagen, dass andere Bücher deshalb schlechter sind, aber wenn wir mal ehrlich zueinander sind, kann man da teilweise schon von einem wörtlichen Einheitsbrei sprechen. Dem hat sich Anna Herzig meiner Meinung nach komplett entzogen. 

Ich finde auch, dass Anna Herzig mit der Protagonistin Sophie einen tollen Charakter geschaffen hat, dem ich sehr gut nachempfinden konnte. Hier hat mir besonders gut gefallen, dass Sophie endlich mal wieder ein Charakter war, der nicht diesen Naives Dummchen- und Muss vor allem und jedem gerettet werden-Stempel trägt. Sophie hinterfragt meiner Meinung nach sehr viel und gehört nicht zu diesen Frauen, die anfangen zu kreischen und zu fiepsen, weil der reiche Verlobte ihr eine High Society-Hochzeit ermöglicht. Weil all dies nicht wichtig für das Leben und auch nicht für das innere Wohlbefinden ist, und schon gar nicht für eine funktionierende Partnerschaft. 

 Nachdem ich die Geschichte beendet hatte, habe ich nur eine Sache zu bemängeln: Die Länge des Buchs. Da hatte ich mich gerade so gut in die Geschichte reingefunden und es gab noch so viele Nebensituationen, die meiner Meinung nach auch noch für etliche Seiten gereicht hätten und dann war es schon vorbei.

Anna Herzig meinte dazu:"Bezüglich der Länge, ich weiß, ich senke mein Haupt in Demut, aber oft ist es beim Schreiben so, wie im Leben, das man zu manchen Dingen an einem gewissen Punkt einfach nicht mehr zu sagen hat." 

Ich finde, dass dies schöne abschließende Worte sind und das heißt eigentlich nichts anderes, als dass mir Anna Herzigs Buch Zeit für die Liebe wirklich sehr sehr gut gefallen hat und ich ein bisschen nach Mehr lechze.


Kommentare

  1. Kommt das auch als Buch raus, also ohne E :D ? Das klingt toll, ich mag dieses Untypische. Die Geschichte erinnert mich stark an diesen Film mit Seth Rogan, Take this Waltz. Hast du den gesehen?

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    1. Liebe Neni <3,

      ob das Buch in einer Printausgabe erscheinen wird, hat mir Anna Herzig leider nicht verraten. Ich denke mal, dass das davon abhängig ist, wie stark die Verkaufszahlen des eBooks sind. Obwohl ich mir eine Printausgabe auch sehr wünschen würde :)

      Liebste Grüße <3 :-*

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  2. Ich lese ja nun nicht, aber ich denke, es klingt trotzdem sehr gut.

    Ich schicke dir daher einfach dieses Kommi, um dir ein schönes Wochenende zu wünschen ;)

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    1. Liebe Jule,

      auch solche Kommentare sind natürlich sehr sehr gerne gesehen und das schöne Wochenende wünsche ich dir natürlich auch! Dicker Knutsch!

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